Zyklotron: Die Kammerlesebühne Noir, so durchgeknallt wie Kino…

Oliver RiecheDomi­nik Gritt­ner, Alex­an­der Tem­me und Oli­ver Rie­che, drei Dreh­buch­stu­den­ten der Film­uni­ver­si­tät Kon­rad Wolf, stel­len das fes­te Ensem­ble einer unge­wöhn­li­chen neu­en Lese­büh­ne dar, die alle drei Mona­te im “Nacht­schwär­mer Bei Ernst” in der Spren­gel­stra­ße auf­tritt.  Gibt es etwas Phan­ta­sie­vol­le­res als die Ideen von ange­hen­den Drehbuchschreibern?

“Ich bin vor einem hal­ben Jahr aus Han­no­ver zwecks Stu­di­um in den Wed­ding gezo­gen, wo auch Alex­an­der wohnt”, sagt Oli­ver Rie­che. “Und habe hier schnell Wur­zeln geschla­gen, füh­le mich pudel­wohl.” Da das Dreh­buch­schrei­ben eine ziem­lich ein­sa­me Sache ist, hat Oli­ver schon des Öfte­ren Lese­büh­nen orga­ni­siert, um “zum Lüf­ten vor die Tür” zu kom­men. Die Kul­tur­knei­pe “Bei Ernst” in der Spren­gel­stra­ße wur­de Oli­vers Hobbyraum. 

Was im Kopf von Drehbuchautoren vorgeht

2013-06-18_0266.1Die Idee ist ein­fach, aber geni­al. Dreh­buch­au­toren lesen aus ihren Stof­fen. Das heißt: im Gegen­satz zu von Pro­sa und Kurz­ge­schich­ten gepräg­ten Lese­büh­nen wer­den Scrip­te vor­ge­le­sen. Jeder Autor hat etwa zehn Minu­ten Zeit. Außer­dem kommt immer ein Gast­vor­le­ser aus einem “frem­den” Milieu zu Wort. Bei der ers­ten Lesung war das bei­spiels­wei­se Poe­try Slam­mer Robin Isen­berg, die­ses Mal wird der “welt­be­kann­te fran­ko­phi­le All­er­gi­ker” Jean Cop­pong an Bord sein. Jean schreibt bit­ter­bö­se Geschich­ten über mensch­li­che Abgrün­de im Nach­bar­schaft­ge­fü­ge. In drei Wor­ten: Lärm­be­läs­ti­gung, Ket­ten­sä­ge, Müllentsorgung.

Bei Ernst wird es eng, die Stim­mung kocht, das Bier spritzt und ein Latex­mann stürmt die Büh­ne. Es gibt die bes­ten Sto­rys aus den rau­chi­gen Keh­len lei­den­schaft­li­cher Dreh­buch­au­toren. Heu­te auf der Büh­ne, mor­gen viel­leicht im Kino. “Bei uns gibt es Kino in sei­ner Ursup­pe. In sei­ner DNA”, sagt Oli­ver. “Es exis­tiert in der ers­ten Fas­sung der Dreh­bü­cher. Ohne roten Teppich…nur auf einem Bier­de­ckel, bei Ernst. Geil.”

Doch der Abend klingt nicht ein­fach so aus. Denn um Anschluss legt noch Per­ry Hot­ter (Wed­ding­s­ton) Reg­gae und Dance­hall auf. Der ist auch immer dabei und gehört zum fes­ten Ensemble…

Mon­tag 9. Febru­ar 2015

20.00 Uhr, Ein­tritt auf Spendenbasis

Bei Ernst, Spren­gel­str. 15

 

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.