Gabenzäune: Solidarität und Sachspenden für obdachlose Personen

Aktualisiert 24.4.2020 In den letzten Wochen bekamen Begriffe wie Solidarität und Nachbarschaftshilfe einen ganz neuen Stellenwert. In etlichen Gruppierungen über Facebook, Telegram und anderen sozialen Netzwerken verbinden sich immer mehr hilfsbereite Menschen, um trotz (oder gerade wegen9 Corona denen zu helfen, die es jetzt besonders hart trifft. Berichtet haben wir bereits über Hilfsangebote für Risikogruppen, die durch die Übernahme von Einkäufen oder mit dem Hund spazieren gehen, entlastet werden. Aber was ist mit der Vielzahl an obdachlosen Menschen, welche aufgrund der aktuellen Lage kaum mehr über die Runden kommen? Wir stellen euch die Gabenzäune vor.

Charity-Bingo zu Hause: Livestream-Glücksspiel kann auch süchtig machen

Hätte, sollte, würde. Bingo im Mastul konnte aufgrund des momentan anhaltenden Veranstaltungsverbots nicht wie gewohnt am letzten Mittwoch im März stattfinden. Doch unser Weddingweiser-Team, völligst der Sucht nach dem Glücksspiel ausgesetzt, hat sich da was einfallen lassen. Hadern wir momentan alle mit der sozialen Distanzierung von unseren liebsten Freunden, stellt sich doch schnell eine Frage: Wenn das alles vorbei ist, können wir dann überhaupt noch in die geliebten Orte und Spielstätten unserer freizeitlichen Aufeinandertreffen zurückkehren? BINGO ohne Mastul? Mastul ohne BINGO? Blöd.

prime time Theater: „Wer oder was kämpft? Wir!“

Trotz Insolvenz arbeiten das Team und das Ensemble des prime time Theaters weiter unter Hochdruck daran, dass es mit der Weddinger Kiezbühne weitergeht. „Das Team ist überwältigt von der Solidarität vieler (…) und bittet alle, die das Theater unterstützen möchten, jetzt ins Prime Time Theater zu kommen und die aktuellen Vorstellungen zu besuchen“ schreibt das Theater in einer Pressemitteilung. Die Spielzeit wurde sogar bis zum 30. Juni verlängert, Sondervorstellungen werden anberaumt. Außerdem sind auch Spenden möglich.

Boobtober: Drinks für einen guten Zweck

Besondere Drinks gibt es in ausgesuchten Bars im Wedding.
Besondere Drinks gibt es in ausgesuchten Bars im Wedding. Foto: Save Your Boobs

„Save Your Boobs“ hat sich einem ernsten Thema angenommen. Die junge Initiative aus dem Wedding sagt Brustkrebs den Kampf an und färbt den Wedding pink. Am Samstag (7.10.) gibt es eine Spendenparty im Panke Club und im Anschluss eine Stempelkarte für eine Reise durch die Weddinger Barszene, wo es spezielle Unterstützercocktails geben wird.

Neue Klasse, neue Schultische: Quinoa-Schule sucht Spender

Lehrer Christoph Trautvetter unterrichtet Naturwissenschaften an der Quinoa-Schule. Foto: Andrei Schnell.
Lehrer Christoph Trautvetter unterrichtet Naturwissenschaften an der Quinoa-Schule. Foto: Andrei Schnell.

Wer erinnert sich noch an den Aufreger, als es hieß, die Lehrer an Berliner Schulen müsste ihre eigene Kreide mit zur Arbeit bringen? Die Quinoa-Schule bittet um noch viel mehr als um Kreide. Sie sucht Spender, die einen kompletten Satz Tische und Stühle für 26 neue Schüler mitbringen. Was ist das für eine Schule? Oder: Erinnert man sich an die Klage, dass Lehrer heutzutage halbe Sozialarbeiter sein müssten? „Genau solche Lehrer suchen wir“, sagt Klara Sucher bei einem Gespräch mit dem Weddingweiser. Nur dass im Moment nicht Lehrer gesucht werden, sondern eben Tische und Stühle. Der Weddingweiser besucht aus Anlass eines Spendenaufrufs eine Schule, die nicht nur manches, sondern vieles anders macht.

Menschen helfen Menschen: Lebensmittel für Bedürftige

MHNEssen1Der Verein Menschen helfen Menschen in und um Berlin e.V. aus dem Soldiner Kiez unterstützt Einzelpersonen und Familien mit geringem Einkommen mit Lebensmitteln, aber auch mit Dingen des täglichen Bedarfs. Gegen eine geringe Gebühr kann sich jeder, der nachweislich unter der Armutsgrenze lebt (Leistungsbezieher, Rentner, Studenten, aber auch Selbstständige), für einen kleinen Betrag Lebensmittel abholen.

Die Flüchtlinge sind im Soldiner Kiez willkommen

Der Unterstützerkreis „Wedding hilft“ traf sich erstmals in der NachbarschaftsEtage in der Osloer Straße. Ruth Ditschkowski (rechts) hatte dazu eingeladen.
Der Unterstützerkreis „Wedding hilft“ traf sich erstmals in der NachbarschaftsEtage in der Osloer Straße. Ruth Ditschkowski (rechts) hatte dazu eingeladen.

Wie ein Dornröschenschloss kommt die ehemalige Gebrüder-Grimm-Schule an der Gotenburger Straße daher. Seit sie Mitte September zu einem Refugium für Flüchtlinge umgebaut wurde, lebt das zuvor leer stehende Gebäude wieder auf. Viele der Familien waren gezwungen, die Heimat zu verlassen und mussten aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien oder Pakistan fliehen. Nach traumatischen Monaten wissen sie sich nun in Sicherheit. Mit Sach- und Kleiderspenden benachbarter Schulen und Kindergärten wurden sie von den Anwohnern empfangen. Ein Unterstützerkreis ist dabei, sich zu formieren.