Schlagwörter: Kleingarten

Ein kleiner Garten an der Panke

Idylle in der Kolonie Panke. Foto: Christine Nitzsche
Idylle in der Kolonie Panke. Foto: Christine Nitzsche

Auch ein kleiner Garten macht Arbeit – aber vor allem viel Freude. Im Sommer gibt es selbst gezogene Tomaten, die Blumen schnuppern gut und ein Besuch ist immer wie ein kleiner Urlaub. Christine hat seit vielen Jahren einen Kleingarten in der Kolonie Panke im Soldiner Kiez. Im Kiezmagazin Soldiner und auf dem Weddingweiser erzählt sie davon.

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Togo bald keine „Kolonie“ mehr

Berlin kann von sich behaupten, 925 Kleingartenanlagen mit mehr als 73.000 Parzellen¹ zu besitzen. Wenn eine Kleingartenkolonie Geburtstag feiert, ist das nichts Besonderes. Doch wenn der „Dauerkleingartenverein Togo“ sein 75 . Jubiläum feiert, ist das für den Bezirksbürgermeister Christian Hanke ein Grund, den Kleingärtnern einen Besuch abzustatten. Wenn auch nicht der Hauptgrund…

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Wie lange dauert es noch mit der „Dauerkolonie Togo“?

Die Dauerkolonie Togo wurde "wild" umbenannt

Sie wirken befremdlich, aus der Zeit geraten und führen immer wieder zu Nachfragen: die weißen Tafeln mit der Aufschrift „Dauerkolonie Togo e.V.“. Für die afrikanische Community Berlins sowie einige Initiativen ist der Text sogar eine unhaltbare Provokation. Mit einem offenen Brief fordert der Verein Berlin Postkolonial e.V. daher nun Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke auf, die Schilder entfernen zu lassen. Weiterlesen

GESCHLOSSEN: Eisenwaren Mehler: Nicht nur für Nostalgiker, sondern auch für Praktiker

„Gehen Sie doch zu Eisen-Karl“, so warb früher eine Baumarktkette (die mit den drei Buchstaben). Nur dass es eben wegen solcher Baumärkte den Eisenwarenhändler an der Ecke gar nicht mehr gibt. Gar nicht mehr? Stimmt nicht, denn an der Otawistraße 13/ Ecke Lüderitzstr. hat ein besonders schönes Exemplar überlebt: Otto Mehler. „Wir sind billiger als der Baumarkt, der mit 20 % Rabatt wirbt“, sagt Inhaberin Yvonne Hanusch, während sie geduldig in einem dicken Katalog nach einem sehr speziellen Artikel sucht, nach dem sich ein 9jähriger Junge erkundigt. Gerade jetzt, wo der Praktiker-Baumarkt wenige hundert Meter weiter seine Pforten für immer schließt, ist man doch froh über einen solchen Laden…

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Aber so hat man beim Warten genügend Zeit, den Blick schweifen zu lassen: wunderschöne alte braune Holzschubfächer, aus denen sich Schrauben und Nägel noch einzeln erwerben lassen, zieren die hintere Wand des Eckladens. Die sind noch aus der Zeit um die Jahrhundertwende und dutzende Male übermalt worden. Und was es sonst noch alles gibt: Geschirr und Haushaltswaren, Kleinelektrogeräte, alles für den Garten und natürlich auch Farben und Lacke. Wie ein Relikt aus der gar nicht so lange zurückliegenden Vergangenheit hat dieser Laden seine Nische bewahrt.  Allein vom Verkauf einzelner Schrauben kann der Laden heute keinen Profit mehr abwerfen, statt dessen betreiben die Besitzer noch einen Großhandel. Das mindert nicht die Freude an diesem wunderbar kramigen altmodischen Geschäft mit einer Beratungsgarantie. Dafür lohnt sich selbst eine weite Anreise!

Für die Zeitschrift „Ecke Müllerstraße“ hat sich Christof Schaffelder im Frühjahr mit der Inhaberin Yvonne Hanisch unterhalten:

„In diesem Jahr feiern wir 120jähriges Jubiläum. Im Jahr 1893 gründete Otto Mehler die Eisenwarenhandlung, ursprünglich in Schöneberg am Winterfeldtplatz. Mein Vater hat sie später übernommen. In den 80er Jahren wurde die Gegend, in der zuvor viele Hausbesetzer und Punks wohnten, luxussaniert. Wir wollten die hohen Mieten aber nicht zahlen und haben dann den Laden hier in der Otawistraße gefunden. Der hatte auch den Vorteil, dass hier Kleingärten in der Nähe sind, wir verkaufen ja auch Gartengeräte, vor allem jetzt im Frühling. Außerdem führen wir auch Haushaltsgeräte, im Winter gehen Schneeräumgeräte, Schlitten und Ofenzubehör gut.

Ich übernahm dann im Januar 1996 den Laden von meinem Vater. Da musste ich erst mal ein paar Monate hier im Laden bleiben und lernen. Ich wollte nicht auf den Baustellen ausliefern und wirken wie Püppi, die von nichts eine Ahnung hat und nicht mal weiß, wie die Werkzeuge richtig heißen. Inzwischen liefere ich aber sehr gerne aus. Damals lief das Geschäft aber noch besser als jetzt. Wir liefern ja auch an Baustellen und an Kunden aus dem Handwerk, an Hausverwaltungen und Behörden, etc. In der Baubranche sind die Zeiten inzwischen deutlich härter geworden: lauter Subunternehmer von Subunternehmern. Einige unserer besten Kunden aus diesem Bereich sind in die Insolvenz gegangen oder wurden aufgekauft und anschließend abgewickelt. Die persönlichen Kontakte lassen sich dann nicht wieder so einfach herstellen.

Aber bekannt sind wir nach wie vor: »Fahr zu Mehler, da kriegste alles!« Den Tipp, so hat es mir gerade ein Kunde erzählt, hat er von einem alten Polier bekommen. »Mehler, unsere letzte Rettung!« – auch solche Sprüche hören wir öfter. Wir haben tatsächlich vieles vorrätig und wenn nicht, dann können wir es besorgen. Und auch preislich können wir mithalten, wir werden ja bei unseren Lieferanten als langjährige gute Kunden geführt und bekommen deshalb ordentliche Rabatte. Nicht nur bei Kleinteilen sind wir oft sogar deutlich billiger als die Baumärkte. Wir verkaufen Kleinteile ja auch einzeln und zudem schlagen die Baumärkte oft auch richtig unverschämte Gewinnspannen auf.

In Berlin gibt es nur noch sehr wenige Eisenwarenhandlungen wie unsere, im Norden weit und breit überhaupt keine andere. Auf Messen wie beispielsweise von unserem Einkaufsverband haben die Berliner früher immer gleich einen ganzen Tisch gebildet – heute bin ich da allein. Steigende Mieten, fehlende Nachfolger im Geschäft, die Konkurrenz durch die Baumärkte: Die meisten haben inzwischen aufgegeben. Ich glaube aber, dass sich die Zeiten wieder ändern und der Fachhandel wieder eine Chance bekommt. Wir können ja nicht nur fachlich gut beraten, was das Internet eben nicht kann. Sondern wir haben auch Angebote, die sonst kaum noch einer macht: So kann man bei uns auch Messer und Werkzeuge schleifen lassen. Das machen nicht wir, sondern ein Schleifermeister, der sie bei uns abholt und geschliffen wieder zurückbringt. Die sind dann wieder wie neu!

aufgezeichnet von Christof Schaffelder,

erschienen in der „Ecke Müllerstraße“ April/Mai 2013

Eisenwaren Mehler

Otawistraße 13 Ecke Lüderitzstraße

Mo-Fr 9-18 Uhr

Sa 9-13 Uhr

Tel. 030/  451 50 56

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Auf Sand gebaut

(C) Linn Asmuß
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Das heutige Parkgelände ist Teil des früher ausgedehnten Waldgebietes Jungfernheide. Die sprichwörtliche märkische Streusandbüchse prägte das Landschaftsbild auf dem Gebiet des heutigen Volksparks Rehberge und des Goetheparks in besonderer Weise. Denn in der späten Eiszeit abgelagerter Flugsand hatte sich dort zu ganzen Sanddünen formiert. Darauf wuchsen zum Teil Kiefern und Eichen, doch spätestens nachdem diese nach dem ersten Weltkrieg von der frierenden Bevölkerung abgeholzt wurden, lag die Sandfläche komplett frei. Der Sand beeinträchtigte die benachbarten Wohngebiete erheblich – er war allenfalls als Scheuersand zu gebrauchen. „Der Volksausdruck Berliner Schnee, womit das Treiben des Flugsandes gemeint ist, schreibt sich von den Rehbergen her“, schrieb der Stadtrat Ernst Friedel im Jahr 1899. Es musste also etwas mit dieser Fläche geschehen….

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