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Gartencafé in der Dauerkolonie:
Buddhas Garten: So bunt wie Berlin

21. Juli 2023
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Klein­gär­ten gel­ten gemein­hin als Hort des Spie­ßer­tums. Deutsch­land­flag­gen, akku­rat geschnit­te­ne Rasen­flä­chen und Ver­eins­meie­rei gehö­ren zum Bild ein­fach dazu. Was aber, wenn ein Gar­ten­ca­fé mit­ten in der Anla­ge durch eine inter­na­tio­na­le Mischung über­rascht? „Bud­dhas Gar­ten“ wagt die­sen Spa­gat in der Dau­er­ko­lo­nie Rehberge.

Das Café könn­te kaum zen­tra­ler lie­gen als hier an der Fest­wie­se. Die hat eher was von einem Dorf­platz, wo neue Spiel­ge­rä­te gegen­über vom Ver­eins­haus ste­hen. Auch wenn das Gar­ten­ca­fé kaum auf­fäl­li­ger als die Lau­ben der Klein­gärt­ner ist, begeg­nen sich an die­ser Stel­le fast zwangs­läu­fig die Kolo­nie­be­woh­ner. Hier grüßt man sich, hält ein Schwätz­chen und tauscht Neu­ig­kei­ten aus. Aber auch Wan­de­rer und Spa­zier­gän­ger durch­strei­fen die Anlage.

Da Betrei­ber­ehe­paar Tuğ­ba und Rawee hat das Café erst vor kur­zem eröff­net. „Da ging eini­ges schief“, sagt Tuğ­ba lachend, „aber das war nicht schlimm.“ Man hilft sich gegen­sei­tig unter den Gärt­nern so dass es doch noch ein gelun­ge­ner Auf­takt wur­de. Da die bei­den selbst Par­zel­lan­ten sind, ken­nen sie die Herz­lich­keit und Offen­heit der Kolo­nie aus eige­ner Erfah­rung. „Eine Welt für sich“ beschreibt Tuğ­ba die Atmo­sphä­re. Sie selbst wohnt mit ihrer Fami­lie im angren­zen­den Wed­din­ger Kiez.

Fotos: Bud­dhas Garten

Neben dem belieb­ten Eis in Kugeln oder am Stiel, lie­be­voll gar­nier­ten Eis­be­chern (Erd­beer, Bana­na­split, Nuss­ka­ra­mell, Eis­kaf­fee, Eis­scho­ko­la­de), Brat­wurst und Hot Dogs wird in Bud­dhas Gar­ten mehr gebo­ten als man an einer sol­chen Stel­le erwar­ten wür­de. Der gelern­te Koch Rawee stammt aus Thai­land und bie­tet am Wochen­en­de ein mehr­gän­gi­ges wech­seln­des Asia-Spe­cial an. Das kön­nen Früh­lings­rol­len, Samo­sas, Pad Thai mit Huhn oder Gar­ne­len und ver­schie­de­ne Des­serts sein – für ein Gar­ten­ca­fé ein ambi­tio­nier­tes Menü. Unter der Woche (mitt­wochs bis frei­tags) gibt es fes­te Tages­ge­rich­te mit inter­na­tio­na­ler Küche und ein Snack­an­ge­bot. Natür­lich kön­nen sich Gäs­te nach­mit­tags auch auf Kuchen freu­en, den man auf der gro­ßen von Grün umge­be­nen Ter­ras­se genie­ßen kann.

„Das ist hier wie ein Urlaubs­ort“, sagt Tuğ­ba, die eine ech­te Ber­li­ner Pflan­ze mit tür­ki­schen Wur­zeln ist. Und da gehört doch ein üppi­ges Früh­stück dazu, fin­det sie. Schon ab zwei Per­so­nen, die in Bud­dhas Gar­ten zwei Tage vor­her reser­viert haben müs­sen, kann man sich im Gar­ten­ca­fé mit tür­ki­schem, fran­zö­si­schem oder mit vega­nem Früh­stück ver­wöh­nen las­sen. Ansons­ten bie­tet sich das Café im Grü­nen auch für Fei­ern wie Hoch­zei­ten und Geburts­ta­ge an, denn die Betrei­ber kön­nen das angren­zen­de Ver­eins­haus mit­nut­zen und so auch grö­ße­re Gesell­schaf­ten ver­kös­ti­gen. Ide­al ist Bud­dhas Gar­ten auch für Ein­schu­lungs­fei­ern und Kin­der­ge­burts­ta­ge, denn alles ist sehr kin­der­freund­lich ange­legt, Auto­ver­kehr gibt es am Café auch nicht. Die Grö­ße und die Bekannt­heit der Dau­er­ko­lo­nie Reh­ber­ge mit mehr als 500 Par­zel­len ist ein wei­te­rer Vorteil.

Fragt sich nur noch, wie Tuğ­ba und Rawee auf den Namen Bud­dhas Gar­ten gekom­men sind? „Gelas­sen­heit und Hilfs­be­reit­schaft sind bud­dhis­ti­sche Prin­zi­pi­en“, erklärt Tug­ba. Eine gro­ße Bud­dha­sta­tue ziert den Innen­raum mit sei­nen blass­grü­nen Wän­den und wei­ßen Schrän­ken. Bud­dha­sta­tu­en gehö­ren mitt­ler­wei­le in jeden Zen-Gar­ten – auch in deut­sche Gär­ten – und sym­bo­li­sie­ren den Ein­klang von Kör­per, Geist und Natur. Kurz: Bud­dhas Gar­ten wider­legt das Kli­schee vom deutsch­tü­meln­den Kleingarten.

Bud­dhas Gar­ten, Dau­er­ko­lo­nie Reh­ber­ge, Ein­gang über Wind­huk­er Str. 60A

Mi-Fr 10–18, Sa/So 12 – 20 Uhr (bis Ende Okto­ber), im Win­ter für Ver­an­stal­tun­gen und Cate­ring buchbar

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

2 Comments

  1. Da eini­ge Gäs­te den Weg zu uns schlecht gefun­den haben ein klei­ner Hin­weis: Unse­re Gast­stät­te befin­det sich am Park­ein­gang gegen­über der Wind­huk­er­str. 60A.
    Bit­te nicht ver­wech­seln mit dem Park­ein­gang zum Frei­licht­ki­no Windhuker/Petersalle…Unser Ein­gang liegt par­al­lel dazu! Also ein­fach die Wind­huk­er­str. Wei­ter run­ter lau­fen und ihr fin­det unse­re Beschilderung.
    LG

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