Archäologisches Fenster zur alten Himmelfahrtkirche

Fundamente der alten Himmelfahrtskirche im archäologischen Fenster.
Fundamente der alten Himmelfahrtkirche im archäologischen Fenster.

Am 2. Mai um 16 Uhr eröffnete Bezirksbürgermeister Christian Hanke das neue archäologische Fenster im Humboldthain. Das Fenster ist ein Geschenk des Vereins Berliner Unterwelten. Besucher können nun die Fundamente der alten Himmelfahrtkirche sehen und dabei etwas über das Kriegsende im Gesundbrunnen erfahren.

Dr. Georg Benjamin (1895-1942) – Der Schularzt vom Wedding

Der Name Georg Benjamin taucht in Berlin nur noch selten auf. Viele Orte und Institutionen, die nach ihm benannt waren, wurden nach dem Fall der Mauer entweder umgewidmet oder existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Straße in Buch ist ihm geblieben sowie eine Erwähnung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Im Wedding prallen Welten aufeinander

Foto: S. Wischmann

Was macht den Wedding so reizvoll? Die Einen finden den Wedding im Grunde total vorhersehbar, ungefähr so wie den ältesten Freund aus Grundschulzeiten. Wer diesen Teil der Stadt mit dieser Einstellung durchquert, wird seine Erwartungshaltung schnell bestätigt sehen. Die Anderen hingegen entdecken ständig etwas Neues, vollkommen Unerwartetes in den Straßen und Parks des Wedding…

Wedding von unten – seit 90 Jahren per U-Bahn

Einfach unterirdisch: viele Berliner kennen den Wedding nur aus der Kellerperspektive. Für seinen Untergrund ist der Stadtteil jedoch nicht erst in neuester Zeit bekannt, denn schon vor neunzig Jahren erreichte die erste U-Bahn den Wedding.

U-Bahn-WagenDie erste U-Bahn-Linie Berlins (die heutige U 1) wurde noch überwiegend als Hochbahn ausgeführt, so sehr misstraute man angesichts der technischen Möglichkeiten um 1900 dem sandigen Berliner Untergrund. Die Stadt Berlin hatte den Bau und Betrieb anfangs einem privaten Bauherrn (Siemens und Halske) überlassen. Beim Bau der Nord-Süd-Bahn Wedding-Tempelhof /Neukölln war sie jedoch selbst als Bauherr tätig. Noch vor dem Ersten Weltkrieg begannen die Bauarbeiten, wurden aber bald eingestellt. Es dauerte noch bis Januar 1923, bis die städtische Nord-Süd-Bahn zwischen Hallesches Tor und dem heutigen Bahnhof Naturkundemuseum eröffnet wurde. Im März des gleichen Jahres ging die Verlängerung über Reinickendorfer Straße, Bahnhof Wedding, Leopoldplatz bis zur Seestraße in Betrieb, wodurch auch der Wedding über einen U-Bahn-Anschluss verfügte.