Sebastian Franz hält die Oudenarder Straße fotografisch fest

Eine Straße in Langzeitbelichtung

Nichts ist so beständig wie der Wandel, sagt man und doch passieren die kleinen Veränderungen um einen herum zumeist schleichend und kaum wahrnehmbar. 9473 Straßen gibt es in den Berliner Bezirken, eine davon ist die rund 500 Meter lange Oudenarder Straße. Dort wohnt Sebastian Franz und hält die Veränderungen seiner Straße seit 12 Jahren fotografisch fest.

Schmiedeckes Wedding – in alten Ansichten

Buchcover
Vor- und Rückseite des neuesten Wedding-Foto-Buches von Ralf Schmiedecke. Grafik: Sutton Verlag.

Ralf Schmiedeckes An-Sammlung von historischen Fotos und Postkarten (nicht nur) vom Wedding ist mittlerweile beachtlich. Sie ist so groß, dass er nun – für den Weihnachtsmann und seine Kollegen gerade noch rechtzeitig – sein viertes Buch mit alten Ansichten vom Wedding drucken lässt. Am 14. November stellt er es in der Thalia-Buchhandlung bei einer Signierstunde im Gesundbrunnen Center vor. Wir durften schon vorab schmulen.

Alte Karten und Stadtpläne beim Geschichtscafé

Historische Stadtpläne und Karten
Historische Pläne werden beim Geschichtscafé besprochen. Foto: Anno erzählt

Auf einer Karte und von oben betrachtet, ist das Brunnenviertel lediglich eine kleine Ausbuchtung des Weddings. Dieser Zipfel lag in den zurückliegenden 150 Jahren aber ganz und gar nicht am Rande. Mit historischen Stadtplänen will der Historiker Niklaas Görsch bei einem Geschichtscafé den kleinen Kiez am Humboldthain als Teil der großen Verkehrsgeschichte vorstellen. Am Sonntag, den 25. März nimmt er die Gäste  mit auf eine Zeitreise von den sandigen Anfängen des Stadtteils bis hin zur Gegenwart. Er schaut dabei besonders auf Schienen, Straßen und Linien.

Weddinger Freiheiten: Als die Kirche besetzt war

Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding und um soziales Engagement. Fotos: Andrei Schnell
Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding. Fotos: Andrei Schnell

Ja, das waren noch Zeiten! Als ein paar lautstarke Außenseiter verkündeten, die Stephanuskirche sei jetzt besetzt. Wobei sie mit Besetzung meinten, das Kirchenhaus gehöre jetzt ihnen und nicht mehr der amtlichen Kirche. Aus heutiger Sicht ist das unvorstellbar. Und noch viel erstaunlicher wirkt heute, dass damals nicht als erstes nach dem Sicherheitsdienst gerufen wurde. Nachzulesen ist diese Episode der Kirchenbesetzung auf einer von zwölf Stellwänden der Wanderausstellung „Weddinger Freiheiten“, die derzeit in der St.- Paul-Kirche in der Badstraße 50 zu sehen ist.

Tour A durch Deutschlands ersten U-Bahn-Tunnel

AEG-Versuchstunnel U-Bahn
Holger Happel von den Unterwelten führt durch den AEG-Versuchstunnel. Foto: Andrei Schnell

Information 1895 bis 1897 baute die AEG einen Tunnel unter die Voltastraße und ließ durch diesen Wagen mit Elektromotoren fahren. „Der Tunnel kann somit als erster U-Bahntunnel Deutschlands angesehen werden“, schreibt der Verein Berliner Unterwelten e.V. auf seiner Webseite. Ab dem 8. April bietet der Verein erstmals regelmäßige Führungen durch diesen AEG-Versuchstunnel an. Jeden Sonnabend um 11 und um 13 Uhr geht es mit Tour A hinab in den Tunnel. 200 000 Euro hat der Verein in das Denkmal unter der Weddinger Erde investiert, um ihn möglichst orginalgetreu zeigen zu können.

Weddinger Lokalhistorie: Gesundbrunnen eine Fußnote der Geschichte?

Statt Gesundbrunnen heißt es Luisenbrunnen auf einer Karte aus dem Jahr 1842. Gemeinfrei
Statt Gesundbrunnen heißt es Luisenbrunnen auf einer Karte aus dem Jahr 1842. Gemeinfrei

Das nennt man einen Treppenwitz der Geschichte: 1251 befand sich das Dorf Weddinghe nahe einer Mühle an der Panke – ein Fleck, der auf dem heutigen Gebiet Gesundbrunnens liegt. Das besagt ein alter Kaufvertrag aus dem Mittelalter. Die Mühle und das Dorf lag vermutlich in Höhe des Amtsgerichts Weddings. Es folgte ein halbes Jahrtausend wechselvoller Weddinger Geschichte – bis der Name Gesundbrunnen erstmalig auftauchte. Für eine kurze Zeit gab es dann tatsächlich ein eigenständige Geschichte Gesundbrunnens, bevor sie im Lauf der Zeit wieder versiegte.

Archäologisches Fenster zur alten Himmelfahrtkirche

Fundamente der alten Himmelfahrtskirche im archäologischen Fenster.
Fundamente der alten Himmelfahrtkirche im archäologischen Fenster.

Am 2. Mai um 16 Uhr eröffnete Bezirksbürgermeister Christian Hanke das neue archäologische Fenster im Humboldthain. Das Fenster ist ein Geschenk des Vereins Berliner Unterwelten. Besucher können nun die Fundamente der alten Himmelfahrtkirche sehen und dabei etwas über das Kriegsende im Gesundbrunnen erfahren.