Schlagwörter: Geschichte

Weddinger Freiheiten: Als die Kirche besetzt war

Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding und um soziales Engagement. Fotos: Andrei Schnell
Auf den Stellwänden geht es um die Geschichte im Wedding. Fotos: Andrei Schnell

Ja, das waren noch Zeiten! Als ein paar lautstarke Außenseiter verkündeten, die Stephanuskirche sei jetzt besetzt. Wobei sie mit Besetzung meinten, das Kirchenhaus gehöre jetzt ihnen und nicht mehr der amtlichen Kirche. Aus heutiger Sicht ist das unvorstellbar. Und noch viel erstaunlicher wirkt heute, dass damals nicht als erstes nach dem Sicherheitsdienst gerufen wurde. Nachzulesen ist diese Episode der Kirchenbesetzung auf einer von zwölf Stellwänden der Wanderausstellung „Weddinger Freiheiten“, die derzeit in der St.- Paul-Kirche in der Badstraße 50 zu sehen ist.

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Das war euer Kiez früher einmal (Teil 2)

Bei Neubauprojekten stößt man im Wedding bestimmt nicht auf die Grundmauern römischer Villen. Doch was befand sich eigentlich ursprünglich an den Stellen, wo ihr heute wohnt, arbeitet oder ausgeht? Weiterlesen

Tour A durch Deutschlands ersten U-Bahn-Tunnel

AEG-Versuchstunnel U-Bahn
Holger Happel von den Unterwelten führt durch den AEG-Versuchstunnel. Foto: Andrei Schnell

Information 1895 bis 1897 baute die AEG einen Tunnel unter die Voltastraße und ließ durch diesen Wagen mit Elektromotoren fahren. „Der Tunnel kann somit als erster U-Bahntunnel Deutschlands angesehen werden“, schreibt der Verein Berliner Unterwelten e.V. auf seiner Webseite. Ab dem 8. April bietet der Verein erstmals regelmäßige Führungen durch diesen AEG-Versuchstunnel an. Jeden Sonnabend um 11 und um 13 Uhr geht es mit Tour A hinab in den Tunnel. 200 000 Euro hat der Verein in das Denkmal unter der Weddinger Erde investiert, um ihn möglichst orginalgetreu zeigen zu können.

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Ist der Gesundbrunnen mehr als eine Fußnote der Geschichte?

Statt Gesundbrunnen heißt es Luisenbrunnen auf einer Karte aus dem Jahr 1842. Gemeinfrei
Statt Gesundbrunnen heißt es Luisenbrunnen auf einer Karte aus dem Jahr 1842. Gemeinfrei

Das nennt man einen Treppenwitz der Geschichte. 1251 befand sich das Dorf Weddinghe nahe einer Mühle an der Panke – ein Fleck, der auf dem heutigen Gebiet Gesundbrunnens liegt. Das besagt ein alter Kaufvertrag aus dem Mittelalter. Die Mühle und das Dorf lag vermutlich in Höhe des Amtsgerichts Weddings, wie www.panke-guide.de schreibt. Es folgte ein halbes Jahrtausend wechselvoller Weddinger Geschichte – bis der Name Gesundbrunnen erstmalig auftauchte. Für eine kurze Zeit gab es dann tatsächlich ein eigenständige Geschichte Gesundbrunnens, bevor sie im Lauf der Zeit wieder versiegte.

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Archäologisches Fenster zur alten Himmelfahrtkirche

Fundamente der alten Himmelfahrtskirche im archäologischen Fenster.
Fundamente der alten Himmelfahrtkirche im archäologischen Fenster.

Am 2. Mai um 16 Uhr eröffnete Bezirksbürgermeister Christian Hanke das neue archäologische Fenster im Humboldthain. Das Fenster ist ein Geschenk des Vereins Berliner Unterwelten. Besucher können nun die Fundamente der alten Himmelfahrtkirche sehen und dabei etwas über das Kriegsende im Gesundbrunnen erfahren. Weiterlesen

Die schwarze Else am Gesundbrunnen

else_4cWährend die Weddinger, die Berufspendler und umsteigenden Fernreisenden weiter auf die Fertigstellung des Empfangsgebäudes am Bahnhof Gesundbrunnen warten, hier ein Blick auf die bewegte Geschichte des 142 Jahre alten Bahnhofs.

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Dr. Georg Benjamin (1895-1942) – Der Schularzt vom Wedding

Der Name Georg Benjamin taucht in Berlin nur noch selten auf. Viele Orte und Institutionen, die nach ihm benannt waren, wurden nach dem Fall der Mauer entweder umgewidmet oder existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Straße in Buch ist ihm geblieben sowie eine Erwähnung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Weiterlesen

Im Wedding prallen Welten aufeinander

Was macht den Wedding so reizvoll? Die Einen finden den Wedding im Grunde total vorhersehbar, ungefähr so wie den ältesten Freund aus Grundschulzeiten. Wer diesen Teil der Stadt mit dieser Einstellung durchquert, wird seine Erwartungshaltung schnell bestätigt sehen. Die Anderen hingegen entdecken ständig etwas Neues, vollkommen Unerwartetes in den Straßen und Parks des Wedding…

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Wedding von unten – seit 90 Jahren per U-Bahn

Einfach unterirdisch: viele Berliner kennen den Wedding nur aus der Kellerperspektive. Für seinen Untergrund ist der Stadtteil jedoch nicht erst in neuester Zeit bekannt, denn schon vor neunzig Jahren erreichte die erste U-Bahn den Wedding.

U-Bahn-WagenDie erste U-Bahn-Linie Berlins (die heutige U 1) wurde noch überwiegend als Hochbahn ausgeführt, so sehr misstraute man angesichts der technischen Möglichkeiten um 1900 dem sandigen Berliner Untergrund. Die Stadt Berlin hatte den Bau und Betrieb anfangs einem privaten Bauherrn (Siemens und Halske) überlassen. Beim Bau der Nord-Süd-Bahn Wedding-Tempelhof /Neukölln war sie jedoch selbst als Bauherr tätig. Noch vor dem Ersten Weltkrieg begannen die Bauarbeiten, wurden aber bald eingestellt. Es dauerte noch bis Januar 1923, bis die städtische Nord-Süd-Bahn zwischen Hallesches Tor und dem heutigen Bahnhof Naturkundemuseum eröffnet wurde. Im März des gleichen Jahres ging die Verlängerung über Reinickendorfer Straße, Bahnhof Wedding, Leopoldplatz bis zur Seestraße in Betrieb, wodurch auch der Wedding über einen U-Bahn-Anschluss verfügte.

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