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Weddinger Gärten: Alles grün zum Frühlingsanfang!

Beet mit Frühblühern auf der Gleim-Oase. Foto: HenselHeute ist Frühlingsanfang! Wer den Weddingweiser aufmerksam verfolgt, ist darauf gut vorbereitet – oder zumindest gut informiert. Wir haben uns in den vergangenen Wochen in den Weddinger Gärten umgesehen, waren im Gemeinschaftsgarten am Centre Francais, im Himmelbeet und im Mauergarten. Heute beschäftigen wir uns in diesem letzten Teil der „Weddinger Gärten“ gleich mit fünf Gartenprojekten. Unglaublich, aber sie alle befinden sich im und am Brunnenviertel.

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Alles paletti im Gemeinschaftsgarten

Gemeinschaftsgarten 1„Ich baue gerne Sachen, darum hat mich die Initiative interessiert“, sagt Lars. Der 36-Jährige wohnt in der Londoner Straße im etwas unspektakulären Weddinger Norden und freut sich, dass in der Nachbarschaft endlich etwas Spannendes passiert. Das Centre Français will nämlich sein großes Gelände samt überwiegend leer stehenden Parkplatz in einen Gemeinschaftsgarten verwandeln. Weiterlesen

Himmlisch in den Gartenfrühling – am 9. April

Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel
Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel

Es lässt sich nicht mehr leugnen, der Frühling ist ausgebrochen. Und wie schon in den drei vergangenen Jahren trägt der Stadtgarten „Himmelbeet“ dazu bei, den Wedding noch ein bisschen grüner und lebenswerter zu machen. Mit einem umfangreichen Programm von Festen, Kursreihen und Selbstpflückaktionen zieht das Gartenprojekt in der schönen Jahreszeit immer wieder neue Besucher an die frühere Brache an der Schulstraße Ecke Ruheplatzstraße. Das architektonisch interessante Gartencafé aus Europaletten und Stampflehm ist dann ebenfalls wieder geöffnet.

Den Saisonstart feiern die vielen Aktiven vom Himmelbeet am 9. April ab 11 Uhr mit einem Frühlingsfest. Weiterlesen

„Himmelbeet“ startet erst einmal mit Bodenhaftung

Unter dem Motto „Himmel auf Erden“ eröffnet das mit großer Spannung erwartete Weddinger Gartenprojekt. Die Anspielung bezieht sich auf die Tatsache, dass aus dem als ein Dachgarten geplanten Unterfangen zunächst ein Garten auf Bodenniveau wird. 

 

Pressemitteilung von Himmelbeet 

Am Sonntag, 16. Juni 2013, öffnet der interkulturelle Gemeinschaftsgarten himmelbeet von 10 Uhr bis 20 Uhr mit einem Gartenfest in der Ruheplatzstraße 12 seine Pforten.

Da sich der Start auf dem Dach des Schillerpark-Centers aus bautechnischen Gründenum unbestimmte Zeit verzögert, wird der Garten 2013 zunächst auf einer Brachfläche in der Ruheplatzstraße eröffnen. Das Himmelbeet ist ein interkultureller Gemeinschaftsgarten, der Menschen aller Altersstufen beim Gärtnern im Gemeinschaftsgarten oder in eigenen Pachtbeeten, aber auch beim Bauen mit recycelten Materialien in der Werkstatt, bei verschiedenen Workshops, im Gartencafé, bei Teambuilding-Workshops für Firmen und bei Kulturveranstaltungen zusammenbringt.

Am 16. Juni wird es Seedball- und Siebdruck-Workshops und eine Bastelecke für die klein(st)en Gartenfreunde geben. Außerdem können sich Pflanzenliebhaber und Garteninteressierte von den Himmelbeetlern über das Gelände führen lassen. Darüber hinaus werden die selbstgezogenen Jungpflanzen zum Verkauf angeboten. Auch musikalisch gibt es ein buntes Programm: die jugendlichen Weddinger Rapper Kings of Kiez, sowie die Berliner Band Django Lassi, die mit ihrem Mix aus Jazz und Balkanmusik die Besucher zum Tanzen bringen wollen.

Für Speis und Trank wird gesorgt sein und auch der Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, der das Projekt von Anfang an unterstützt hat, hat bereits seinen Besuch angekündigt.

„Diesem Tag ging fast ein ganzes Jahr Planung voraus. In den letzten 12 Monaten haben wir sehr viel Unterstützung erfahren und sind begeistert, wie das Projekt bisher von den Weddingern angenommen wird. Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt endlich loslegen können. Alle sind eingeladen, sich am himmelbeet zu beteiligen“, so Hannah Lisa Linsmaier, die Initiatorin des Projekts.

Erde und Saatgut wurden bestellt, ehrenamtliche Unterstützer mobilisiert, Jungpflanzen aufgezogen und pikiert, Pflanzpatenschaften und Pachtbeete vergeben, Beete gebaut – aber jetzt ist es endlich soweit: Das Himmelbeet öffnet die Gartenpforte für alle, die Lust haben, mitzugärtnern, neue Leute kennenzulernen oder einfach ein bisschen Grün im Wedding genießen möchten.

Der Garten wird von Juni bis Ende Oktober von Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Große Eröffnung des Gartenprojektes himmelbeet am 16. Juni ab 10 Uhr an der
Ruheplatzstraße Ecke Schulstraße im Wedding

„Himmelbeet“: vom Teergrau zu Dschungelgrün

Fotomontage: Pflanzen auf dem Parkdeck

(aktualisiert am 21.8.12) Manchmal passt ein Sprichwort besonders gut: „Das Projekt wächst mit den Menschen, die mitmachen“, sagt Jella Trenkelbach. Gemeinsam mit Hannah Lisa Linsmaier hat sie eine Initiative gestartet, um das triste, seit 2004 ungenutzte obere Parkdeck des Schillerparkcenters in einen Gemeinschaftsgarten zu verwandeln. Das klingt erst einmal ziemlich utopisch, doch die beiden Initiatorinnen haben den Pächter des Centers, die Supermarktkette Real auf ihrer Seite. Real kommt beim eher symbolischen Mietpreis stark entgegen und will Unterstützung beim Marketing leisten: „Das neue Bio ist regional“, erklärt der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Konzerns, Gerald Wood, in der Weddinger Ausgabe des Berliner Abendblatts. „Unsere Kunden wünschen sich Produkte, die nicht eine Weltreise hinter sich haben, sondern in der Nähe angebaut werden“.

Ein Dachgarten dieser Größenordnung ist in Europa einmalig

Auf dem Parkdeck des Schillerparkcenters
Auf dem Parkdeck des Schillerparkcenters

In genau diese Richtung denken Jella und Hannah Lisa auch, und sogar noch weiter: „Wir setzen eher auf große Artenvielfalt als maximalen Ertrag und wollen alte, fast in Vergessenheit geratene Sorten rekultivieren“, erklärt Jella Trenkelbach auf einer Infoveranstaltung in der Beuth-Hochschule. Dass am Anfang viel experimentiert werden muss, ist der 37-jährigen Illustratorin und Kreativ-Therapeutin klar: „Wie viele Pflanzen kommen mit den speziellen klimatischen Bedingungen auf dieser Höhe klar? Es gibt bis zu 30 % mehr Sonneneinstrahlung und spezielle Windverhältnisse auf dem Parkdeck.“ Sie findet es jetzt schon spannend, wie das ab 2013 dann funktioniert. “

Wie wird die Teerfläche grün?

In den Prinzessinnengärten
In den Prinzessinnengärten

Doch wie um Himmels willen soll man auf der über 6000 Quadratmeter (fast fußballfeld-) großen versiegelten Fläche etwas anbauen? Auf den Teer werden Euro-Paletten gestellt.„Darauf werden Gemüse und Kräuter in 40 Liter fassenden Bäckerkisten aus Kunststoff und in Reissäcken angebaut“, erzählt Jella Trenkelbach. So entstehen kleine Hochbeete mit guten Wachstumsbedingungen für Gemüse und Beeren – dank verschiedener Schichten aus groben und feinen Pflanzenabfällen und Kompost. Ein weiterer Vorteil: die Euro-Paletten können leicht abtransportiert und umgesetzt werden. „Auf dem Dach haben wir auch ein erstes Probebeet aufgestellt“, schreiben die beiden Initiatorinnen in ihrem Newsletter Mitte August. Das Dach erreicht man am besten über den Aufzug des Bowling-Centers in der Ungarnstraße.

Gemeinschaftlich gärtnern- oder im gemieteten Beet

Pflanzenverkauf in den Prinzessinnengärten

Ein Berliner Vorbild gibt es mit den Prinzessinnengärten am Moritzplatz zwar schon, aber das „Himmelbeet“-Projekt auf dem Weddinger Parkdeck unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht dann doch von den Kreuzberger Pionieren. Allein schon durch die Höhenlage gibt der Garten ein interessantes Studienprojekt ab, das von der Größe her in Europa einmalig sein dürfte. „Wir wollen das Projekt auch durch die Vermietung von 300 Beeten finanzieren“, sagen die Initatorinnen. So soll es ab Frühling 2013 einen Gemeinschaftsgarten, privat genutzte Mietbeete und sogar ein kleines Café geben. Ein Unterstand für Einkaufswagen könnte zu einem Gewächshaus umgebaut werden. Schon im Sommer nächsten Jahres könnte sich die riesige Teerfläche über der Müller- und Ungarnstraße, wenn die Verträge und Versicherungen unter Dach und Fach sind, in ein grünes Paradies verwandeln.

Hohe Ansprüche an die Gärtner…

Doch Grün ist nicht gleich Grün: „Wir legen Wert auf gentechnikfreies Saatgut und den Verzicht auf Herbizide und Pestizide“, sagt Jella Trenkelbach. In einem solchen Garten werden sich dann auch Bienen wohlfühlen: keine Frage, dass dann auch ein Imker seinen Bienenstock im „Himmelbeet“ aufstellen wird.

Bis dahin muss aber noch vieles bedacht werden: so beträgt die erlaubte Nutzlast des Parkdecks 350 Kilogramm pro Quadratmeter – zum Glück ist mit Michael Kloos auch ein Architekt dabei, der die Verteilung der Lasten berechnen kann. Wie die Bewässerung mit Regenwasser funktionieren soll, steht ebenfalls noch in den Sternen, denn das Wasser kann nicht auf dem Parkdeck gesammelt werden.

Das passiert aktuell rund um das „Himmelbeet“

Am 20. August teilte das Organisationsteam per Newsletter mit: „Mit Real vereinbaren wir derzeit einen Mietvertrag für das Dachgelände. Wir müssen einen Bauantrag und einen Umnutzungsantrag beim Amt stellen.“ Doch auch bauliche Schwierigkeiten müssen von vornherein mitbedacht werden: „Zusammen mit dem Architekturbüro Raumstar entsteht ein Plan für das Gelände, der auch die komplexe Statik des Daches berücksichtigt.“

Jella Trenkelbach und Hannah Lisa Linsmaier suchen noch Unterstützer, Förderer und Sponsoren. Diese können sich gerne per E-Mail an die Initiatorinnen wenden: himmelbeet@googlemail.com Die Gründung einer gemeinnützigen GmbH ist geplant. 

Diese Sachen werden gebraucht: ein Auto oder gar ein Pick-up für gelegentliche Fahrten aufs Dach oder zur Materialeinsammlung,Gartengeräte und Werkzeug, jede Art von Bauholz – auch gerne kleinere Mengen oder gar in Form von Euro-Paletten .

Beitrag auf qiez.de

Mehr Infos unter www.himmelbeet.com    

www.prinzessinnengarten.net