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Ich und mein himmel-Beet #8

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Grüner SamstagWir tref­fen uns im Gar­ten! Zum Bei­spiel im Him­mel­beet in der Ruhe­platz­stra­ße. Unser Autor Andaras hat­te in die­ser Sai­son ein Pacht­beet im Gemein­schafts­gar­ten. Nach der sai­son­be­ding­ten Schlie­ßung berich­tet er in sei­ner vor­erst letz­ten Gar­ten­ko­lum­ne, was er beim Gärt­nern erlebt hat. Heu­te: Das war’s im Jahr 2018!

Wenn ich auf mein Beet schaue …
him­mel­beet

…nun, dazu war am 15. Novem­ber die letz­te Gele­gen­heit. Das Him­mel­beet hat geschlos­sen. Der Herbst ist end­gül­tig ange­kom­men. Alles ist win­ter­fest gemacht. Erst beim eige­nen Beet, dann haben alle mit­ge­hol­fen bei den Bee­ten für die Vereine/Schulen.

Wenn ich mich im Garten umsehe …

… dann sehe ich da nichts mehr. Die Zeit­um­stel­lung hat rasch dazu bei­getra­gen, dass trotz der war­men Tem­pe­ra­tu­ren im Okto­ber der Abschied gar nicht so schwer fiel.

Meine himmlischen Gartenmomente in diesem Jahr waren …

Als da plötz­lich was gewach­sen ist im Beet, von einem selbst angepflanzt,
als man Besuch von Freun­den bekam am Beet, gemein­sam zum Bier,
als man sich zur Über­brü­ckung getrof­fen hat, bis man end­lich zum Bin­go zu Ernst konnte,
als man sich zum Frei­luft­ki­no getrof­fen hat,

als man nur gie­ßen woll­te, aber beim Quat­schen am Beet hän­gen­ge­blie­ben ist,
als man ern­ten konn­te und es so gut schmeckte,
als man einen Teil der Ern­te von den Beet-Nach­barn geschenkt bekom­men hat,
als man gemein­sam Toma­ten gestutzt hat,
als man beim Ölen der Bar mit­ge­hol­fen hat,
als man seri­ös genug wirk­te, um frem­de Bee­te mitzugießen,
als man im Dun­keln von einer im Basi­li­kum lau­ern­den Wes­pe gesto­chen wurde,
als es das him­mel­beet-Ale gab….und so wei­ter und sofort.

Was ich im Herbst gelernt habe …
him­mel­beet

… was „win­ter­fest“ machen bedeu­tet. Alte Sträu­cher klein­schnei­den, aufs abge­ern­te­te Beet legen, Laub rauf. Und dann auf den Win­ter warten.

Gemeinschaft oder Gärtnern?

Da kann ich kei­ne ein­deu­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen. Jeder gärt­nert natür­lich für sich, aber man kann auch jeden fra­gen. Ins­be­son­de­re die Hel­fer vom Him­mel­beet haben alles ver­sucht, um Fra­gen zu beant­wor­ten und wenn sie selbst auf Flo­ra-Fra­ge #543 des Tages kei­ne Ant­wort hat­ten, wur­de gemein­sam nachgeschlagen.

Aber nun heißt es Schicht im Schacht. Und eigent­lich, aber ich sage jetzt nur eigent­lich, ist 2019 das letz­te Jahr für das him­mel­beet, zumin­dest auf die­ser Flä­che. So wur­de es zuge­si­chert und den­noch hat der Bezirk es immer noch nicht geschafft, für 2019 einen erneu­ten Nut­zungs­ver­trag vor­zu­le­gen. Denn 2020 soll defi­ni­tiv Schluss sein. Dann wird die Flä­che bebaut.

Und dann? Das ist eine gute Fra­ge. Der Bezirk woll­te enga­giert mit­hel­fen beim Suchen einer neu­en Flä­che. Aber irgend­wie hat der Bezirks­bür­ger­meis­ter mehr Elan, an den Türen sei­ner mitt­ler­wei­le geschlos­se­nen Lieb­lings­bar zu rüt­teln, als dem him­mel­beet unter die Arme zu grei­fen. Aber vor dem Jah­res­wech­sel wol­len wir alle ja aus Tra­di­ti­on noch so eini­ge lie­gen­ge­las­se­ne Din­ge vor dem Sil­ves­ter­feu­er­werk abha­ken. Den­ke ich mal…

Halt-STOP! Am Don­ners­tag tat sich plötz­lich etwas auf twitter:

und dann sogar das:

und das ges­tern, am Freitag.

So schnell komm ich mit dem updaten des Tex­tes gar nicht hinterher.

him­mel­beet

Des­halb sage ich (zumin­dest was die regel­mä­ßi­gen Gar­ten­bei­trä­ge betrifft): man liest sich 2019. Sel­be Stel­le – sel­be Wel­le, denn ich wer­de das Beet behal­ten. Der Som­mer hat ein­fach zu viel Spaß gemacht, auch wenn das kli­ma­tech­nisch zu kurz gedacht ist. Aber wel­cher Mensch denkt schon wei­ter, als bis zur nächs­ten Ernte/Mahlzeit – das Was­ser kommt ja aus dem Hahn. 2019 wird ja eh alles anders, neu­es Jahr und so.

PS: das him­mel­beet prä­sen­tiert sich auf dem Wed­ding­markt zur Weih­nachts­zeit noch einmal!

PPS: Ich behal­te das Beet, weil ich Glück hat­te beim Losen. Wer ver­su­chen möch­te, nächs­tes Jahr eben­falls eins zu ergat­tern, checkt am bes­ten im Früh­ling regel­mä­ßig die Web­sei­te/face­book vom himmelbeet.

Andaras Hahn

Andaras Hahn ist seit 2010 Weddinger. Er kommt eigentlich aus Mecklenburg-Vorpommern. Schreibt assoziativ, weiß aber nicht, was das heißt und ob das gut ist. Macht manchmal Fotos: @siehs_mal
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