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Das neue Himmelbeet eröffnet!

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Blü­hen­de Blu­men, üppig wach­sen­der Salat, rei­fe Erd­bee­ren und die ers­ten roten Toma­ten … Für Gärtner:innen ist jetzt die schöns­te Zeit des Jah­res. Da passt es, dass genau jetzt das Him­mel­beet begon­nen hat, in der Gar­ten­stra­ße neue Wur­zeln zu schla­gen. Der Gemein­schafts­gar­ten eröff­net am Sams­tag (18.6.) mit einen klei­nen Fest für alle neu.

Maria Stieger (links) und Cristina Aravena-Bergen vom Himmelbeet-Team. Foto: Hensel
Bereit für die Eröff­nung: Maria Stie­ger (links) und Cris­ti­na Ara­ve­na-Ber­gen vom Him­mel­beet-Team. Foto: Hensel

Ein Meer von frisch gezim­mer­ten Hoch­bee­ten steht an der Gar­ten­stra­ße, direkt hin­ter den Lie­sen­brü­cken. Rin­den­mulch ist flä­chig auf dem Boden ver­teilt, ein holz­ver­klei­de­ter Wagen steht am Bahn­damm. Ein Bau­zaun schützt Schub­kar­ren, Palet­ten­holz, Kis­ten mit Pflan­zen­schild­chen und eini­ge gro­ße Kis­ten mit Jung­pflan­zen. Schon län­ger konn­ten Passant:innen beob­ach­ten, dass auf der drei­ecki­gen Grün­an­la­ge mit dem klei­nen und meist unge­nutz­ten Spiel­platz etwas Neu­es ent­steht. Das Team des Gemein­schafts­gar­tens macht Tem­po beim Auf­bau, damit bis zum Eröff­nungs­fest so viel wie mög­lich fer­tig wird.

Aufbau des Gartens dauert an

Der Umzug eines gan­zen Gar­tens ist auf­wän­dig und so ist der Gemein­schafts­gar­ten auch jetzt noch nicht so, wie er sein soll­te. „Wir kom­men gut vor­an, aber es gibt noch so viel zu auf­zu­bau­en!“, sagt Maria Stie­ger vom Him­mel­beet. Was die Hoch­bee­te angeht, war sie kurz vor der Eröff­nung opti­mis­tisch. Etwa 200 Bee­te wird es am neu­en Stand­ort geben. Sie wer­den an Pächter:innen ver­ge­ben, es gibt aber auch zehn kos­ten­freie Bee­te für Ver­ei­ne und auch die soge­nann­ten Kiez­block-Bee­te. In ihnen kann jede:r aus der Nach­bar­schaft jeder­zeit gemein­schaft­lich mitgärtnern.

„Dort wird die Bio­di­ver­si­täts­ecke sein, dort unser Stein­back­ofen, die WCs und Lager­flä­chen“, sagt Maria Stie­ger und weist auf die ver­schie­de­nen Flä­chen. Auch eine Büh­ne und das mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te ver­pa­ckungs­ar­me Café mit Ter­ras­se sol­len wie­der ent­ste­hen. Auf das Café müs­sen die Besucher:innen aber noch etwas län­ger war­ten – dafür fehlt zum Bei­spiel noch der Was­ser­an­schluss. Um ihn und wei­te­re nöti­ge Anschlüs­se zu finan­zie­ren, sam­melt das Him­mel­beet per Crowd­fun­ding wei­ter­hin Geld (Link zur Spen­den­samm­lung auf Gofund­me).

Noch ist der Garten eine Baustelle. Der Bauzaun wird aber auch nach der Eröffnung trotz täglicher Öffnungszeiten bleiben. Foto: Hensel
Noch ist der Gar­ten eine Bau­stel­le. Der Bau­zaun wird aber auch nach der Eröff­nung blei­ben. Foto: Hensel

Der lange Weg zum neuen Himmelbeet

Ganz frei­wil­lig ist das Him­mel­beet aller­dings nicht in die Gar­ten­stra­ße gezo­gen. Das Gar­ten­pro­jekt hat eine klei­ne Rund­rei­se durch den Wed­ding hin­ter sich bevor es jetzt auf der kom­mu­na­len Grün­flä­che ange­kom­men ist. Das Gar­ten­pro­jekt star­te­te als Dach­gar­ten-Idee, daher auch der Name. Ursprüng­lich soll­te der Gar­ten 2012 auf einem unge­nutz­ten Park­deck des Schil­ler­park-Cen­ters in der Mül­ler­stra­ße ent­ste­hen. Über ein paar Pro­be­bee­te auf dem Dach kam das Pro­jekt damals nicht hin­aus. Das Him­mel­beet schei­ter­te schließ­lich an bau­li­chen Pro­ble­men. So sol­len die Bee­te unter ande­rem zu schwer für die Sta­tik des Hau­ses gewe­sen sein, hieß es damals.

2013 stell­te der Bezirk dem Pro­jekt eine Flä­che in der Ruhe­platz­stra­ße am Leo­pold­platz zur Zwi­schen­nut­zung zur Ver­fü­gung. Fast zehn Jah­re hielt die­se Über­gangs­lö­sung und das Gar­ten­pro­jekt fand am Leo­pold­platz vie­le Unterstützer:innen und Mitgärtner:innen (Bei­trag Mehr als ein Gar­ten: Das ist Stadt­na­tur!). 1700 Qua­drat­me­ter stan­den zur Ver­fü­gung, über 350 Hoch­bee­te fan­den dar­auf Platz.

Nun soll auf der Flä­che in der Ruhe­platz­stra­ße ein Fuß­ball-Bil­dungs­zen­trum gebaut wer­den, die Bau­ge­neh­mi­gung für das soge­nann­te Safe-Hub ist gera­de erteilt wor­den (sie­he Bei­trag Sport klei­ner geschrie­ben). Der Gar­ten muss­te mit dem Ende der letz­ten Sai­son wei­chen. Die Suche nach einer Ersatz­flä­che dau­er­te lan­ge und war auf­rei­bend für das Gemein­schafts­gar­ten-Kol­lek­tiv, das als gGmbH orga­ni­siert ist. Erst im ver­gan­ge­nen Jahr kam die Flä­che in der Gar­ten­stra­ße ins Spiel, kurz vor Jah­res­en­de zog der Gar­ten um.

Umzug wider Willen bringt Chancen

Jetzt hat das Team 1400 Qua­drat­me­ter fürs Gärt­nern, für nach­bar­schaft­li­chen Aus­tausch und Work­shops zur Ver­fü­gung. Die Gemeinschaftsgärtner:innen machen das Bes­te aus der Situa­ti­on und nut­zen den unfrei­wil­li­gen Umzug, um eines ihrer in den letz­ten Jah­ren für sie immer wich­ti­ger gewor­de­nen The­men wei­ter aus­zu­bau­en. „Wir haben jetzt die Chan­ce, kom­plett neu anzu­fan­gen. Wir nut­zen den Neu­start, um noch inklu­si­ver zu wer­den“, sagt Maria Stie­ger. Eine bes­se­re Ram­pe zur Ter­ras­se und unter­fahr­ba­re Hoch­bee­te gehö­ren zum Bei­spiel im neu­en Him­mel­beet dazu. Inklu­si­on ist dem Team beson­ders wich­tig. Seit eini­gen Jah­ren gibt es bei­spiels­wei­se die Tuml-Grup­pe, ein Pro­jekt von und mit Men­schen mit/ohne Behin­de­rung. Die Grup­pe hat bereits ein sehr schö­nes Buch übers Gärt­nern in der Stadt her­aus­ge­ge­ben – in leich­ter Spra­che. Im Herbst soll das zwei­te Buch erschei­nen, es han­delt vom Kli­ma­schutz. Beim Eröff­nungs­fest soll es bei einer Lesung bereits eini­ge Aus­zü­ge aus „Kli­ma-Schutz für jeden Tag“ zu hören geben.

Eröffnungsfest am neuen Standort

Das Eröff­nungfest fin­det am Sams­tag (18.6.) zwi­schen 10 und 20 Uhr statt. Das Programm:

  • 10–18 Uhr: Pflanzenmarkt
  • ab 12 Uhr: Info­stand zum Himmelbeet
  • 13 Uhr: New­co­mer Day: Ken­nen­ler­nen Veranstaltung
  • 14 Uhr: Pilz-Work­shop (bereits ausgebucht)
  • 15 Uhr: Offi­zi­el­le Ein­wei­hung des Garten-Bereichs
  • 15.30–17 Uhr: Podi­ums­dis­kus­si­on zum neu­en Him­mel­beet mit ver­schie­de­nen Gäs­ten (Abschluss­ver­an­stal­tung des Pro­jekt GartenLeistungen)
  • ab 17.30 Uhr: Live Musik
  • Außer­dem: Mini-Aus­stel­lung zur Flä­chen­su­che, Pop-Up Fahr­rad-Werk­statt der br*m, tuml Lesung “Kli­ma-Schutz für jeden Tag”, Kin­der­ecke, Tom­bo­la, Geträn­ke & Kuchen

Das Team weist dar­auf hin, dass sich das Pro­jekt aktu­ell noch im Auf­bau befin­det. Momen­tan gebe es daher lei­der noch kei­ne bar­rie­re­ar­men Toi­let­ten auf der Fläche.

Wie es jetzt weitergeht

Ab der Eröf­fung gibt es täg­li­che Öff­nungs­zei­ten im Gar­ten, die unge­fähr von 10 bis 20 Uhr sind (wird noch spe­zi­fi­ziert und hier kor­ri­giert falls nötig). In die­ser ers­ten Sai­son in der Gartenstraße/Ecke Grenz­stra­ße soll es auch bereits eini­ge Work­shops geben, zum Bei­spiel einen Mosa­ik- oder einen Pflan­zen­far­ben­work­shop. Work­shops zu gärt­ne­ri­schen The­men sind eben­falls geplant und wer­den auf der Web­sei­te ver­öf­fent­licht. Mit­mach­ta­ge fin­den immer Mitt­woch von 14 bis 20 Uhr sowie anfangs auch sams­tags (12–18 Uhr) statt. Hel­fen­de sind sehr will­kom­men. Aktu­ell gibt es auch noch eini­ge Pacht­bee­te und auch kos­ten­freie für sozia­le Ver­ei­ne für die­se Sai­son. Interessent:innen kön­nen sich direkt im Gar­ten oder per E‑Mail mel­den: [email protected]. Aktu­el­le Ter­mi­ne und wei­te­re Infor­ma­tio­nen gibt es unter ande­rem online unter www.himmelbeet.de.

Himmelbeet woanders

Die Flä­che in der Gar­ten­stra­ße ist nun das neue Haupt­quar­tier des Gar­ten­kol­lek­tivs. In einem der bei­den Bau­con­tai­ner vor der Flä­che soll spä­ter noch eine Büro ent­ste­hen, wo die ver­schie­de­nen Pro­jek­te koor­di­niert und ver­wal­tet wer­den sol­len. Zwi­schen­zeit­lich ist das Team näm­lich noch auf wei­te­ren Flä­chen aktiv gewor­den. So betreibt es aktu­ell den Gemein­schafts­gar­ten Eli­sa­Beet im Sol­di­ner Kiez (Bei­trag Eli­sa­Beet-Plan: Son­nen­wie­se und Gemü­se­gar­ten). Außer­dem unter­stützt das Team mit sei­ner Exper­ti­se das städ­ti­sche Woh­nungs­un­ter­neh­men dege­wo bei der Grün­dung von Anwohner:innengärten in der gan­zen Stadt. Im Haus der Lebens­hil­fe am Doh­na­ge­stell wird mit Hil­fe des Him­mel­beets gemein­schaft­lich und inklu­siv gegärt­nert. Wei­te­re Pro­jek­te sind in Vorbereitung.

Blühender Klee im Elisabeet-Garten im Mai 2022. Foto: Hensel
Him­mel­beet woan­ders: Blü­hen­der Klee im Eli­sa­beet-Gar­ten im Sol­di­ner Kiez im Mai 2022. Foto: Hensel

Der Wed­ding­wei­ser hat seit 2012 regel­mä­ßig über das Him­mel­beet berich­tet. Die Bei­trä­ge fin­den sich hier: alle Him­mel­beet-Bei­trä­ge

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Jeden zweiten Sonntag gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil. Die gelernte Journalistin schreibt für den Blog gern aktuelle Texte - am liebsten zu den Themen Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat Dominique es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

5 Comments

  1. Hal­lo

    eine Fra­ge… und ich seh schon wie in der Redak­ti­on die Augen rol­len ob mei­ner Fra­ge… was bit­te ist eine : „Dort wird die Diver­si­täts­ecke sein, ????

    helft doch mal einem alten wei­ßen Mann auf die Sprün­ge :))) und was hät­te das mit einem Himm­ebeet zu tun!!??

    vie­len Dank im vor­aus und noch eine erfolg­rei­che Woche

    • Hal­lo Rein­hard, nein, da rol­len wir nicht mit den Augen. Neu­gier ist immer gut. Ehr­lich gesagt, habe ich ver­ges­sen, nach­zu­fra­gen, was das in dem Fall kon­kret sein soll. Ich habe die Fra­ge mal ans Him­mel­beet-Team wei­ter­ge­reicht. Ich bin auch ein wenig gespannt auf die Antwort. 😉 

      PS: Man könn­te sagen, Du hast mich erwischt. Schlam­pig recher­chiert… Sorry.

      • nee dar­auf bin ich nicht aus jeman­dem beim schlam­pi­gen recher­chie­ren zu erwischen

        die sel­be Idee hat­te ich auch … na dann war­ten wir mal ab

        • Doch, doch, das war schon nicht so das, was man von einer gelern­ten Jour­na­lis­tin erwar­ten darf. 😉 Vor allem, wenn man die Ant­wort des Him­mel­beets bedenkt, die inzwi­schen da ist. Es han­delt sich näm­lich nicht um eine Diver­si­täts­ecke, son­dern um eine Bio­di­ver­si­täts­ecke. Was das sein soll, ver­steht man in dem Kon­text auch: eine Ecke für Insek­ten, Bie­nen und so. Ich kau­fe mir dem­nächst ein Hörrohr. 😉

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