Ringen ums Parkcafé Rehberge

Wie bereits im Juni berich­tet, soll­te das Trau­er­spiel um das Gebäu­de des seit 2014 geschlos­se­nen Park­ca­fés Reh­ber­ge an der Cat­cher­wie­se eigent­lich ein abrup­tes Ende fin­den: Statt Gas­tro­no­mie hät­te der Box­sport des Ver­eins Her­tha BSC eine neue Heim­statt gefun­den . Einen Beschluss über die sport­li­che Nut­zung hat­te das Bezirks­amt Mit­te am 28. Juli gefasst. Doch die Umwand­lung in eine Box­hal­le woll­te die ört­li­che SPD Reh­ber­ge nicht hin­neh­men. Das Gebäu­de soll­te für alle nutz­bar blei­ben, für die gan­ze Wed­din­ger Bevöl­ke­rung. Jetzt heißt es: Alles auf Anfang.

K.o. fürs Parkcafé Rehberge?

Das Parkcafé an der Catcherwiese in den Rehbergen
Das Park­ca­fé an der Cat­cher­wie­se in den Reh­ber­gen. Wer hier eine Tas­se Tee möch­te, muss sie sich selbst mit­brin­gen. Foto: Hensel

Es gab eine Zeit, da hat es Kaf­fee und Kuchen an der Cat­cher­wie­se im Volks­park Reh­ber­ge gege­ben. Doch das Park­ca­fé ist nun schon seit Jah­ren geschlos­sen. Für vie­le Wed­din­ger das unver­ständ­lich und eine Nut­zung des Gebäu­des scheint nicht in Sicht zu sein. Wer­den die aktu­el­len Über­le­gun­gen des Bezirks­amts Rea­li­tät, dann wür­de das belieb­te Park­ca­fé gar nicht mehr öffnen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

9.11.2019 Vor 30 Jah­ren fiel die Mau­er, direkt hin­ein in den Wed­ding sozu­sa­gen, denn am 9. Novem­ber 1989 um 22.41 Uhr wur­den die Tore an der Böse­brü­cke geöff­net und die Ost­ber­li­ner ström­ten an der Born­hol­mer Stra­ße in den Wes­ten. Ber­lin fei­ert das denk­wür­di­ge Ereig­nis mit einer Fes­ti­val­wo­che; die spek­ta­ku­lärs­ten Aktio­nen fin­den mit Pro­jek­tio­nen am Alex und mit der Insta­gram-taug­li­chen Akti­on “Visi­ons in Moti­on” auf der Stra­ße des 17. Juni statt. Moment? War da nicht was an der Böse­brü­cke? Nun, in der Fes­ti­val­wo­che hat man die­sen Ort ein­fach mal kom­plett ausgelassen. 

Das Wichtigste der Woche im Wedding

2.11.2019 Ist die Cat­cher­wie­se im Volks­park Reh­ber­ge, die im Herbst mit ihren Nebel­schwa­den immer wie­der ein Hin­gu­cker ist, eigent­lich ein ver­wil­der­tes Stück Natur, wich­tig für Insek­ten und ande­re Tier­ar­ten? Aber alte Wed­din­ger (und die CDU) ver­drü­cken hier eine Trä­ne, weil die vier Spiel­fel­der, die es frü­her ein­mal gab, so zuge­wu­chert sind. Das The­ma ist zwie­späl­tig, denn hier wer­den Natur­schutz und der berech­tig­te Wunsch nach mehr Sport­flä­chen gegen­ein­an­der aus­ge­spielt. Die BVV hat jeden­falls beschlos­sen, dass die Wie­se unan­ge­tas­tet bleibt.

Hat das Parkcafé Rehberge eine Zukunft?

(c) Marie Wieland
© Marie Wieland

aktua­li­siert Febru­ar 2017

Seit dem 31. Dezem­ber 2014 ist das belieb­te Aus­flugs­lo­kal im Volks­park Reh­ber­ge nun schon geschlos­sen. Fri­scher Kuchen, hei­ßer Kaf­fee und bei Bedarf eine küh­le Ber­li­ner Wei­ße mit Schuss? Das Park­ca­fé im Her­zen der Reh­ber­ge, direkt an der Cat­cher­wie­se gele­gen, war über vie­le Jah­re hin­weg der Garant für einen gemüt­li­chen Nach­mit­tag in der Son­ne. Wer einen Aus­flug in den Volks­park unter­nahm oder das Wild­tier­ge­he­ge besuch­te, der lan­de­te spä­ter oft an einem der Tische des Park­ca­fés. Seit der Schlie­ßung ver­fällt die bau­li­che Sub­stanz zuse­hends, obwohl sich die Wed­din­ger nichts sehn­li­cher wün­schen, als dass es mit dem zur Insti­tu­ti­on gewor­de­nen Aus­flugs­lo­kal end­lich wei­ter gehen kann.

Rehberge und Plötzensee: Rudern inmitten Weddings grüner Lunge

Auf Sand gebaut

(C) Linn Asmuß
© Linn Asmuß

Das heu­ti­ge Park­ge­län­de ist Teil des frü­her aus­ge­dehn­ten Wald­ge­bie­tes Jung­fern­hei­de. Die sprich­wört­li­che mär­ki­sche Streu­sand­büch­se präg­te das Land­schafts­bild auf dem Gebiet des heu­ti­gen Volks­parks Reh­ber­ge und des Goe­the­parks in beson­de­rer Wei­se. Denn in der spä­ten Eis­zeit abge­la­ger­ter Flug­sand hat­te sich dort zu gan­zen Sand­dü­nen for­miert. Dar­auf wuch­sen zum Teil Kie­fern und Eichen, doch spä­tes­tens nach­dem die­se nach dem ers­ten Welt­krieg von der frie­ren­den Bevöl­ke­rung abge­holzt wur­den, lag die Sand­flä­che kom­plett frei. Der Sand beein­träch­tig­te die benach­bar­ten Wohn­ge­bie­te erheb­lich – er war allen­falls als Scheu­er­sand zu gebrau­chen. “Der Volks­aus­druck Ber­li­ner Schnee, womit das Trei­ben des Flug­san­des gemeint ist, schreibt sich von den Reh­ber­gen her”, schrieb der Stadt­rat Ernst Frie­del im Jahr 1899. Es muss­te also etwas mit die­ser Flä­che geschehen.…