Ringen ums Parkcafé Rehberge

Wie bereits im Juni berichtet, sollte das Trauerspiel um das Gebäude des seit 2014 geschlossenen Parkcafés Rehberge an der Catcherwiese eigentlich ein abruptes Ende finden: Statt Gastronomie hätte der Boxsport des Vereins Hertha BSC eine neue Heimstatt gefunden . Einen Beschluss über die sportliche Nutzung hatte das Bezirksamt Mitte am 28. Juli gefasst. Doch die Umwandlung in eine Boxhalle wollte die örtliche SPD Rehberge nicht hinnehmen. Das Gebäude sollte für alle nutzbar bleiben, für die ganze Weddinger Bevölkerung. Jetzt heißt es: Alles auf Anfang.

SPD Rehberge triumphiert

Ehemaliges Parkcafé

In der Sitzung am 20. August ist die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einem Dringlichkeitsantrag der SPD-Fraktion gefolgt und hat den Beschluss des Bezirksamtes zurückgenommen, der die Übertragung des Parkcafés in das Fachvermögen Sport vorsieht. Zugleich wird das Bezirksamt aufgefordert, ein Interessenbekundungsverfahren zur Nutzung des Gebäudes unter Beteiligung der Bevölkerung zu initiieren. Hierzu erklärt der Bezirksverordnete Daniel Schwarz: „Es ist ein wichtiges Signal für den Volkspark Rehberge, dass die BVV diesen ärgerlichen Beschluss des Bezirksamtes aufgehoben hat.“ Auch der stellvertretende Vorsitzende der SPD Mitte Mathias Schulz freut sich, dass die BVV dem Antrag  gefolgt ist und ergänzt:  „Wir haben ein umfangreiches Konzept für die Zukunft des ganzen Volksparks erarbeitet. Uns ist dabei wichtig, dass dieses historische Gebäude mit der angrenzenden Catcherwiese wieder ein Ort wird, an dem sich Menschen gerne aufhalten und der auch für sie nutzbar ist. Gemeinsam mit den Anwohner:innen und den vielen Nutzer:innen des Parks wollen wir die Zukunft des Parkcafés gestalten.“

Wer zahlt’s?

Foto: Hensel

Schon in der Vergangenheit waren durchaus Interessenten vorhanden, die auch bereit waren, Geld für die Sanierung in die Hand zu nehmen. Über einen solchen Bewerber hatten wir letztes Jahr berichtet. Bei aller Freude über den BVV-Beschluss darf aber nicht vergessen werden, dass sich nicht alle Beteiligten zwangsläufig eine Nutzung als Parkcafé vorstellen können. Klar ist, dass der bestehende Flachbau saniert und instandgesetzt werden muss. „Die Kosten und die dafür notwendige Finanzierung sind noch zu klären“, hieß es im Frühjahr es aus dem Bezirksamt. Der Sanierungsaufwand wurde in der Vergangenheit auf 100.000 Euro geschätzt. Eine gastronomische Nutzung war in der Vergangenheit nie tragfähig, stellten die Bezirksstadträte Sabine Weißler (Grüne) und Carsten Spallek (CDU) Anfang des Jahres fest.

Ring frei zur nächsten Runde. Nach dem Beschluss des Bezirksparlaments geht es nun wieder zurück auf „Los“. Wir dürfen gespannt sein, ob am Ende die Parknutzerinnen und -nutzer zu den Gewinnern gehören.


2 Kommentare
  1. Kann man das Haus nicht aufteilen? Vorneraus ein Cafe, und der große Veranstaltungssaal als Sporthalle?

  2. Und erneut darf man der SPD dafür danken, dass sie mal wieder auf ein bereits totes Pferd eingeschlagen hat!

    Da hätte beinahe aus dem jetzigen Schandfleck etwas entstehen können – aber die SPD schafft es in ihrer unnachahmlichen Geschicklichkeit, dieses kleine Pflänzchen kaputt zu treten.

    Eine neue Gastronomie wird es dort wohl nie mehr geben (s. Berichterstattung zu den Kosten und der Tragfähigkeit eines Nutzungskonzepts)! Und die Stadt hat ohnehin kein Geld, um die Ruine dauerhaft zu sichern! Also ist der weitere Verfall gesichert, wenn den Boxern die Tür vor der Nase zugeschlagen wird!

    Danke SPD – für GARNICHTS!!

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