Wedding kurz & knapp

Wedding kurz & knappDass der Wedding cool ist, wissen die Weddinger. Nun haben sie mal wieder eine Bestätigung bekommen – vom TimeOut-Magazin in Großbritannien. Genau, das sind die, die den Wedding im vergangenen Jahr zum viertcoolsten Kiez der Welt (!) gekürt hatten. Schmunzeln, Kopfschütteln und vor Stolz geschwellte Brüste waren nach dieser Boulevardmeldung im Stadtteil zu verzeichnen. Nun gab es ein neues Ranking, und wieder ist der Wedding dabei…

Doch das ist natürlich bei Weitem nicht alles, was seit unseren letzten Meldungen vor zwei Wochen geschehen ist. Hier kommt der Nachrichtenüberblick mit vielen ernsten und unterhaltenden Neuigkeiten.

Stadtteilvertretung fordert: Ein Rathausvorplatz für alle!

Die Stadtteilvertretung ‚mensch.müller‘ zeigt sich entsetzt über die Beschilderung des neu gestalteten Rathausvorplatzes. Auf mehreren Infostelen wird die neue Platzordnung angezeigt – die vor allem durch die vielen Verbote auffällt. Wir hatten im Juli schon einmal darüber berichtet.  Wir geben hiermit die Stellungnahme der Stadtteilvertretung wieder.

Kleine Bibliothek für Kinder und Jugendliche eröffnet

Die kleine Kinder- und Jugendbibliothek in der Literaturwerkstatt. Foto: Tuncay Gary
Die kleine Kinder- und Jugendbibliothek in der Literaturwerkstatt. Foto: Tuncay Gary

Wenn Kinder lesen, dann lesen sie meist ein Buch nach dem anderen. Da wird immer wieder Nachschub benötigt. Für diese Leseratten gibt es ab November unabhängig von der großen Bibliothek am Luisenbad in Gesundbrunnen einen neuen Anlaufpunkt. Am 9. November eröffnet um 13 Uhr in der Heidebrinker Straße 19 eine kleine Kinder- und Jugendbibliothek in der Literaturwerkstatt der Lichtburg Stiftung.

Internationaler Tag gegen Homophobie und Transphobie

lsvd4Alljährlich am 17. Mai findet der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie statt. Durch Aktionen, Kundgebungen und Workshops soll auf die Diskriminierung von Verfolgung von Menschen gedacht werden, die schwul, lesbisch, bi- oder trans*sexuell sind. Seit dem 17. Mai 1990 stuft die Weltgesundheitsorganisaton WHO Homosexualität nicht mehr als Krankheit ein. Unter den Nazis wurden viele Homosexuelle aufgrund des damaligen § 175 im KZs verschleppt und ermordet, noch bis in die 1960er Jahre mussten schwule Männer mit Gefängnisstrafen rechnen.

5 Stellen, wo der Wedding echt unterirdisch ist

Bücherreihen in der Bibliothek am Luisenbad. Foto: Hensel
Bibliothek am Luisenbad, Foto: Hensel

Zeitweise war der Ruf unseres Stadtteils so dermaßen im Keller, dass manche Bewohner ihren Wohnort schamhaft verschwiegen oder mit einer diffusen Ortsangabe verschleierten. Über eine besonders gute Reputation verfügt der Wedding in der öffentlichen Meinung nicht.  Ja, geradezu unterirdisch geht es im Wedding zu – wie wir anhand einiger Beispiele zeigen…

Bibliotheken heißen Flüchtlinge willkommen

Schiller-BibliothekAus der Heimat fliehen, in einer unbekannten Welt stranden. Alles ist neu: Sprache, Kultur, Stadt, Alltag. Die ersten Wochen und Monate sind für Asylbewerber geprägt von Terminen, Zurechtfinden und gleichzeitigem Nichtstun können oder dürfen, oft auch von dem Bewältigen von Erlebtem.Die Bibliotheken in Mitte (Schiller-Bibliothek, Bibliothek am Luisenbad usw.) geben unbürokratisch Nutzungsausweise heraus, um Flüchtlingen beim Ankommen zu helfen…

Schiller-Bibliothek: Messingfarbener Leuchtturm

Schiller-BibliothekDie Metallfassade bringt eine ungewöhnliche Optik an diese unscheinbare Ecke der Müllerstraße. Große, versetzt übereinander angeordnete Fenster dürften aber dafür sorgen, dass die Schiller-Bibliothek kein dunkler Rückzugsort für Bücherwürmer wird. Die Bibliothek könnte – nicht nur zu dunklen Stunden – tatsächlich ein Leuchtturm für den als bildungsarm wahrgenommenen Wedding sein. Auch wenn er zur Eröffnung noch als Baustelle daherkam, ist der Bibliotheksneubau ein Grund zu großer Freude. Was lange währt, wird endlich gut: Die Städtebauförderung, Mittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Zentren“ Müllerstraße, das Programm „Bibliothek im Stadtteil“ des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie bezirkliche Mittel machen es möglich.