Ein Vierteljahrhundert Bibliothek am Luisenbad

Die Bibliothek am Luisenbad in der Travemünder Straße. Foto: Andrei Schnell
Die Biblio­thek am Lui­sen­bad in der Tra­ve­mün­der Stra­ße. Foto: And­rei Schnell

Wenn man die­se Biblio­thek von außen sieht, spürt man sofort: Die­se Gebäu­de haben Geschich­te. Und doch ist es erst 25 Jah­re her, dass aus den ver­blie­be­nen Gebäu­de­res­ten eines frü­he­ren Bads, eines Ver­gnü­gungs­lo­kals und eines Kinos eine städ­ti­sche Biblio­thek wur­de. Die­se wur­de über­wie­gend unter der Erde ange­legt und ist in ihrer halb­kreis­för­mi­gen Lese­hal­le durch­aus modern. 

Wechselvolle Geschichte des Gebäudes

Lese­saal; Foto: Hensel

Die belieb­te Biblio­thek an der Pan­ke im Wed­ding fei­ert im Novem­ber Ihren 25. Geburts­tag. Die gro­ße Geburts­tags­fei­er muss wegen der Coro­na-Pan­de­mie lei­der aus­fal­len, aber die Aus­zu­bil­den­den der Stadt­bi­blio­thek Ber­lin-Mit­te haben einen klei­nen Film gemacht, der die Biblio­thek vor­stellt. https://youtu.be/fzl8OkTHA4I

Die Geschich­te des Grund­stücks geht auf das Jahr 1760 zurück, als hier eine Heil­quel­le ent­deckt wur­de und dar­auf­hin die Bade­an­stalt Fried­richs-Gesund­brun­nen errich­tet wur­de. Anfang des 19. Jahr­hun­derts wur­de die Anla­ge erwei­tert und zu Ehren der Köni­gin Lui­se von Preu­ßen in Lui­sen­bad umbenannt.

1874 grün­de­te der Unter­neh­mer Ernst Gus­tav Otto Oscho­linski in der Nach­bar­schaft das Mari­en­bad, einen Kom­plex aus Schwimm­bad, Restau­rant, Café und Bier­gar­ten. Der Bau­un­ter­neh­mer Carl Galusch­ki ließ 1888 vor dem Fest­saal das „Ves­ti­bül“ errich­ten. Nun ent­stand hier ein Musik­ca­fé und spä­ter ein Kino. Die eigent­li­che Bade­an­stalt wur­de im Zwei­ten Welt­krieg 1945 fast voll­stän­dig zer­stört. Ende der 1970er Jah­re wur­den die Vor­der­häu­ser in der Bad­stra­ße im Bereich der Biblio­thek saniert, das Kino und der ehe­ma­li­ge Fest­saal wur­den abge­ris­sen. Mit Unter­stüt­zung der Denk­mal­pfle­ge wur­de beschlos­sen, die Gebäu­de im Hof zu erhal­ten und einer neu­en Nut­zung als Biblio­thek zuzuführen.

Verbindung von Alt und Neu

Das vor dem Abriss bewahr­te Ein­gangs­ge­bäu­de des ehe­ma­li­gen Kino­saals, das „Ves­ti­bül“, und ein klei­ne­res frei­ste­hen­des Gebäu­de zur Stra­ße hin, das „Comp­toir“ wur­den unter Denk­mal­schutz gestellt. Die bei­den selb­stän­di­gen Gebäu­de soll­ten erhal­ten, erwei­tert und mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den. 1988 wur­de ein Wett­be­werb für das Bau­vor­ha­ben aus­ge­schrie­ben, der von den Archi­tek­ten Rebec­ca Ches­t­nutt und Robert Niess gewon­nen wur­de. Nach der Grund­stein­le­gung 1993 und dem Richt­fest 1994 konn­te die Biblio­thek am 1. Novem­ber 1995 für den Publi­kums­ver­kehr geöff­net wer­den. 1996 wur­den die Archi­tek­ten mit dem Archi­tek­tur­preis des BDA Ber­lin / Aner­ken­nung für „Die Biblio­thek am Lui­sen­bad” ausgezeichnet.

Die Biblio­thek zeich­net sich durch vie­le Ange­bo­te für die Lese­för­de­rung von Kin­dern aus, beher­bergt die Schul­bi­blio­the­ka­ri­sche Kon­takt­stel­le, die Bücher­bus­se der Stadt­bi­blio­thek, bie­tet Aus­stel­lun­gen, ein Geo­caching-Spiel mit dem Quel­len­geist Lui­se, ein Escape Game und hat sich in den letz­ten Jah­ren, unter­stützt durch eini­ge Comic­ver­la­ge, zu einem Hot­spot für Bookre­lease-Par­ties der Comic-Sze­ne, ent­wi­ckelt. Coro­nabe­dingt wer­den die Spie­le und Ver­an­stal­tun­gen momen­tan nicht ange­bo­ten, aber ein Besuch der Biblio­thek zur Aus­lei­he ist mög­lich. (Text: Pres­se­mit­tei­lung des Bezirks­amts Mitte)

Rück­ga­be­au­to­mat; Foto: Hensel
Biblio­thek am Lui­sen­bad, Bad­str. 39, Tra­ve­mün­der Str., Öff­nungs­zei­ten: Mo/Mi/Fr 10–19:30 Uhr

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