Cozymazu: Feinster Ooloong-Tee im Einklang mit taiwanesischer Küche

Der Sprengelkiez ist für seine vielen asiatischen Restaurants bekannt, aber ein Juwel sticht besonders heraus – das Cozymazu. Auch wenn das kleine Teehaus mit dem vielleicht feinsten Ooloong-Tee der Stadt, in hochwertiger Keramik, aufwartet, steht die angebotene traditionelle, zum Teil neu interpretierte, taiwanesische Küche dem in nichts nach.

4 x Korea im Wedding

Wegen der vielen Geschmackserlebnisse wird die koreanische Küche auch bei uns immer beliebter. Die Gerichte sind würzig, scharf und heben sich von dem ab, was man landläufig als asiatisches Essen kennt. Das Nationalgericht Kimchi – marinierter, vergorener Chinakohl – hasst man oder man liebt es. Auch bei uns im Wedding kann man in die koreanische Esskultur eintauchen. Wir haben vier Orte herausgesucht.

Wenn die Studenten kommen oder: Asiatisch in der Brunnenstraße

Eines der Menüs in der Nguyen Kitchen mit Sauer-Scharf-Suppe, Reis und Fleischgericht. Dazu ein Ingwertee mit Zitrone und Honig. Foto: Hensel
Eines der Menüs mit Sauer-Scharf-Suppe, Reis und Fleischgericht. Dazu ein Ingwertee mit Zitrone und Honig. Foto: Hensel

Neue Studentenwohnungen sind für einige Weddinger ein Zeichen für den Anfang vom Ende. Steigende Mieten, drohendes Hipstertum, Verdrängung, sowas. Für die Gastronomen in der Brunnenstraße könnten sie aber die Rettung sein, denn sie sind Kundschaft in einem Kiez, in dem man nicht viel Geld fürs Auswärtsessen ausgeben kann. Seit einigen Monaten ist das große Haus mit den Studentenappartments an der Ecke Stralsunder Straße fertig. 700 potentielle neue Kunden wohnen nun dort. Sie bezahlen viel für die Miete und vielleicht auch den einen oder anderen Euro fürs Mittagessen. Auch die Nguyen Kitchen in der Brunnenstraße 63 kann darauf hoffen.

O-Slow: Aromenreiche Überraschungen

Seit Jahren nutze ich die Schwedenstraße eher für Foto-Touren oder als Abkürzung, um in die Badstraße und zur Panke zu kommen. Gastronomisch gab es bis jetzt keinen wirklichen Anreiz, diese Straße direkt anzusteuern – bis jetzt.

 Fast schon versteckt liegt in der Nummer 3b das O-Slow, das im November 2018 eröffnet hat. Kein Außenschild weist auf dieses kleine Restaurant hin, welches eingequetscht zwischen den Häusern liegt.
 Um aromenreiches, frisches japanisches oder libanesisches Essen zu genießen, könnte man im Reisebüro ein Flugticket kaufen und sich in die nächste Maschine setzen. Oder man geht ins O-Slow, wo vorher viele Jahre ein Reisebüro war, und tritt die Reise vor Ort kulinarisch an.



ULT Ramen: In den Ramen gefallen

ULT Ramen lässt einen kurz orientierungslos. Ein langer Flur, dunkelgrüne und lilafarbene Wände. Keine Musik ist zu hören, nur das Gemurmel der Gäste und Löffel, die an Schüsseln schlagen. Ab und zu kläfft ein unsichtbarer Hund (oder bildet man sich das ein?). Man ist an einem Zwischenort gelandet, doch das ULT Ramen nimmt den Gast an die Hand und erklärt sich selbst: Im Menü und an den Wänden sind Zeichnungen zu finden, welche die Zutaten der einzelnen Gerichte entschlüsseln. Gemalt an die Wand: Eine Roboterfigur, die in der Ramenbrühe schwimmt. Es ist Ultraman, der Held einer japanischen Anime-Serie und Namensgeber des Restaurants. Ultra stark, ultra scharf, ULT Ramen.

Chibee: Einfach koreanisch

In Korea selbst sind Chicken-and-Beer-Lokale sehr beliebt, dort heißen sie Chi-maek. Man braucht aber kein Koreanisch zu können, um die Herkunft des Namens Chibee im Wedding zu verstehen. Er setzt sich nämlich aus CHIcken und BEEr zusammen, den wichtigsten Produkten des Restaurants an der Tegeler Straße, das früher einmal das Café Hubert war. Für viele Hähnchenfreunde gilt die koreanische Form der Zubereitung als eine besonders leckere.

Hanoi St.16: Fusions-Küche mit Straßenatmosphäre

Einmal Berlin – Hanoi und zurück bitte. Vietnamesisches oder indonesisches Essen kennt man. Aber bei diesem Lokal handelt es sich um etwas Besonderes. Schon aus der Entfernung erkennt man es. Das Logo prangt an einer aufrecht stehenden rot-weißen Schranke neben einem altem Propaganda-Lautsprecher. Auf den letzten Metern wandert der Blick über die Terrasse und entdeckt bunte Lampions, einen strahlend grünen Terrassenzaun, Massivholzmöbel und einen Roller. Wer denkt, dass das schon etwas Besonderes ist, wird spätestens beim Betreten des Restaurants sein wahres Wunder erleben.

2 in 1: Koreanischer oder japanischer Mittagstisch

koreanisch japanisches Restaurant
Fast läuft man daran vorbei

Im Wechsel: Endlich kann man unter der Woche in Gesundbrunnen gut und authentisch asiatisch essen. Dabei wechseln sich die koreanische und japanische Küche ab. Es gibt zwar jeweils nur ein Menü am Tag, doch das unscheinbare Mini-Restaurant mit zwei Namen in der Prinzenallee ist ein echter Geheimtipp.

Hubertha: Vietnamesische Küche in der Tegeler Straße

Im Hubertha. Foto: Marco Kaufmann, www.marcokaufmann.de
Betreiberin Thi Thuy Giang Dingh im Hubertha. Foto: Marco Kaufmann, www.marcokaufmann.de

Wenn man die Tegeler Straße entlanggeht und einen Moment nicht aufpasst, könnte man denken, das Lokal Feiner Hubert existiert wieder. Aber nix da. An seiner Stelle ist jetzt das Hubertha. Ein authentisches, vietnamesisches Restaurant – welches dann doch nichts mit dem Vorgänger am Platze zu tun hat.