Kommentar zur Lebensmittelverschwendung

Meinung Es war einer dieser Abende, an denen alles mit einem unverfänglichen Gespräch zwischen Fremden begann und mit einer leeren Weinflasche endete. Irgendwann drehte sich das Gespräch um die Verschmutzung der Meere, Klimawandel und das eigene Konsumverhalten. Hitzig wurden Maßnahmen debattiert, für die jedoch immer ein Gegenargument in irgendeinem Teil der Wertschöpfungskette lauerte. Fast zynisch schauten wir alle auf die leere Flasche Wein, bis sich eine der Beteiligten verabschiedete: „Das, was momentan passiert, ist schrecklich, aber was kann ich tun?“

Die Kolumne: Aus Liebe zum Wedding

S Bahnhof WeddingDer Wedding verändert sich. Und ich behaupte mal: Er wird dabei nicht immer, aber oft ein wenig liebenswerter, interessanter, weltoffener. Tatsache ist, dass viele Engagierte, die hier leben und weiterhin leben möchten (und werden), daran mitarbeiten. Zum Beispiel an der Tour-App fürs Afrikanische Viertel. Tolle Erklärstücke zu Straßennamen und historischen Hintergründen. Gemacht auch für Menschen, die diesen Kiez im Leben noch nicht besucht haben und jetzt neugierig gemacht werden. Oder nehmen wir die Bemühungen, der Müllerstraße und dem Leopoldplatz ein Mehr an Lebensqualität zu erkämpfen. Da sind keine Verdränger am Werk, sondern Leute, die ihren Wedding lieben. Menschen wie SabrinaPützer zum Beispiel. Einst Mit-Macherin beim Weddingmarkt und Erfinderin von Diorama. Am 18. Mai feiert ihre Kombination aus Designmarkt und Mitmach-Workshops im Supermarkt in der Brunnenstraße 64 zweiten Geburtstag. Und beweist zugleich, wie kreativ es im Wedding zugeht. Auch wenn der eine oder andere extra dafür aus Mitte anreist.

Autor: Ulf Teichert

DIORAMA am 18. Mai

Die Kolumne erscheint ebenfalls im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding