Baukulturelles Erbe – Schmuckausstattung in Weddinger Mietshäusern

  Der Wed­ding wird zumeist mit Ver­wahr­lo­sung und sozia­len Pro­ble­men gleich­ge­setzt. Die­ses Stig­ma ver­deckt den Blick auf das bau­kul­tu­rel­le Erbe des Miet­woh­nungs­baus, das es zu doku­men­tie­ren, zu erfor­schen und zu erhal­ten gilt. Unse­re Autorin hat sich umgesehen.

Eine Führung durch den Roten Wedding

Zu sehen ist ein großer Stein, liegend. Auf ihm steht geschrieben: Anfang Mai 1929 fanden hier bei Straßenkämpfen 19 Menschen den Tod, 250 wurden verletzt.
Ste­le am Gedenk­stein Blut­mai 1929. Foto: August-Bebel-Institut

 

Wie wur­de der Wed­ding eigent­lich „rot“?
Was war der „Blut­mai 1929“?
Und wer war Wal­ter Nicklitz?
Das August-Bebel-Insti­tut (ABI) lud am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ zu einer Füh­rung zur Geschich­te des sozia­len Wan­dels und poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Wed­ding ein.

 

Die Füh­rung wur­de von Mitarbeiter*innen und Besucher*innen des Tagungs­zen­trums in der Wie­sen­stra­ße 30 (TAZ), die vom gemein­nüt­zi­gen KBS e.V. betrie­ben wird, gestal­tet. Unse­re Autorin war dabei.

„Spurensuche Armer Wedding“ – Erinnerungsorte der Armut

Denk­mal an der Stel­le der Schrippenkirche

Wie wohn­ten die Men­schen in „Mey­ers Hof“? Wer ging in die „Schrip­pen­kir­che“? Und an wen konn­ten sich obdach­lo­se Frau­en um 1900 wen­den? Die „Ber­li­ner Spu­ren­su­che“ lud am 15. August 2020 zu einer Füh­rung zur Geschich­te der Armut im Wed­ding an. Ein Dut­zend Inter­es­sier­te kamen, um sich bei schöns­tem Son­nen­schein vom His­to­ri­ker Ste­fan Zoll­hau­ser über das Leben armer Men­schen, über soli­da­ri­sches Mit­ein­an­der und Erin­ne­rungs­or­te der Armut infor­mie­ren zu las­sen. Unse­re Autorin war dabei.

Der sehenswerte Urnenhain im Antonkiez

Eine der steinernen UrnenAn der Gericht­stra­ße 37–38 liegt ein Fried­hof. Er zeich­net sich durch meh­re­re Beson­der­hei­ten aus: Die Stadt Ber­lin hat ihn 1828 als ers­ten städ­ti­schen Fried­hof anle­gen las­sen. Gut acht­zig Jah­re spä­ter, 1909/1910, wur­de auf dem Gelän­de das ers­te Kre­ma­to­ri­um Ber­lins errich­tet. Daher gibt es hier kei­ne Begräb­nis­stät­ten mit wuch­ti­gen Grab­stei­nen und gewal­ti­gen Wand­grä­bern, wie man sie von Fried­hö­fen für Erd­be­stat­tun­gen kennt.

“Spurensuche Kolonialer Sprengelkiez” – deutscher Kolonialismus in Samoa und China

Spren­gel-/Sa­moa­stra­ße

War­um gibt es im Wed­ding eine Samoa­stra­ße und einen Pekin­ger Platz? Aktu­ell wird in den Medi­en viel über deut­schen Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus debat­tiert. Daher lud das Inter­kul­tu­rel­le Gemein­we­sen­zen­trum „Spren­gel­haus“ in der Spren­gel­stra­ße 15 am 17. Juni zur Füh­rung “Spu­ren­su­che Kolo­nia­ler Spren­gel­kiez” ein. Unse­re Autorin war mit von der Partie.

Kurze Schrift, langes Gedenken – Grabstätten berühmter Stenografen

Grabmal eines StenografenIn unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Wed­ding, auf den Fried­hö­fen des Ber­li­ner Doms und des Fran­zö­si­schen Doms an der Lie­sen­stra­ße 6/7 gibt es fünf Grab­stät­ten, die zwei Erfin­dern und drei Fach­schrift­stel­lern der Ste­no­gra­fie ein ewi­ges Andenken sichern sol­len. Die His­to­ri­ke­rin Ute Poth­mann stellt uns die Ste­no­gra­fen vor.

Wasser marsch! – Straßenbrunnen im Wedding

Straßenbrunnen Foto Ute Pothmann
Tege­ler Straße

Vor dem Haus Nr. 34 in der Tege­ler Stra­ße steht ein Stra­ßen­brun­nen. Er ist einer von gut 50 Schwen­gel­pum­pen­brun­nen, die in den ver­schie­de­nen Wed­din­ger Kiezen ste­hen. Die meis­ten die­ser Brun­nen kom­men recht unspek­ta­ku­lär in der Form schlan­ker, unver­zier­ter Säu­len daher, deren zylin­dri­sche Bau­kör­per über­wie­gend aus einem Stück fabri­ziert wur­den. Doch die Unter­schie­de lie­gen, wie so oft, im Detail: Die Brun­nen unter­schei­den sich durch die Form der Hand­grif­fe und die Form der Beschwe­rungs­kör­per, die das Pum­pen erleich­tern. Sie unter­schei­den sich durch die Form des Schwen­gel­an­sat­zes und des Was­ser­aus­tritts­rohrs sowie die Mul­den­form am Brun­nen­fuß, in der Fach­spra­che „Tränk­stein“ genannt. Auch die Posi­ti­on von Schwen­gel und Rohr zuein­an­der ist nicht immer gleich.

Spaziergang übern Friedhof – Alte Grabsteine an der Turiner Straße

GrabsteineAn der Turi­ner Str. 9–17 liegt ein Fried­hof. Er wur­de 1866 ange­legt und ist unter dem Namen Gar­ni­sons­fried­hof bekannt. Hun­der­te Grab­stät­ten erin­nern an getö­te­te Sol­da­ten des Ers­ten (1914–1918) und des Zwei­ten (1939–1945) Welt­krie­ges. Sie erin­nern durch recht­ecki­ge, stei­ner­ne Boden­plat­ten, die, jede für sich, in eine schma­le, stei­ner­ne Umfas­sung ein­ge­las­sen wur­den. Zu lesen sind dar­auf die Namen der Toten, der Tag ihrer Geburt und der Tag ihres Todes. Es ste­hen aber auch das ers­te und das letz­te Jahr des Krie­ges dar­auf. Wie die leben­den Sol­da­ten einst in Reih und Glied stan­den, so sind auch die Grab­plat­ten in Reih und Glied angeordnet.