AmMa65: Es kommt nicht zum Vorkauf

Amma65
Das Amma65 in der Ams­ter­da­mer Stra­ße Ecke Mal­plaquet­stra­ße. Foto: Toni Karge

Stadt­rat Ephraim Gothe (SPD), zustän­dig für Stadt­ent­wick­lung in Mit­te, freut sich: “Im Bezirk Mit­te ist es nun­mehr erst­mals gelun­gen, eine Abwen­dungs­ver­ein­ba­rung mit einem Käu­fer abzu­schlie­ßen.” So schreibt es der Stadt­rat stolz auf der offi­zi­el­len Web­sei­te des Bezirks­amt am 19. Janu­ar. Kri­tisch dage­gen beur­teilt die Haus­ge­mein­schaft AmMa65 die neu­es­te Ent­wick­lung: “Lang­fris­ti­ger Schutz von Wohn­raum bedeu­tet für uns etwas ande­res.” Es geht um das Miet­haus in Mal­plaquet­stra­ße 25 Ecke Ams­ter­da­mer Stra­ße 14. Die Mäh­ren AG (Wer­be­spruch: Wir kau­fen Miet­häu­ser) hat­te das Haus 2017 gekauft. Der Bezirk Mit­te hat­te dar­auf­hin sein Vor­kaufs­recht ins Spiel gebracht.

Warum AmMa65 am Ende jeden angeht

 

Amma65 © Andaras Hahn

Über­all wer­den momen­tan Häu­ser ver­kauft, oft­mals auch die Mie­ter ver­trie­ben – sei es durch bewuss­te Schi­ka­ne oder das lega­le Ein­set­zen von Miet­stei­ge­run­gen. Meist hört man Fäl­le aus Kreuz­berg, doch jedes Bau­ge­rüst vor einem Haus in unse­rem Wed­ding ruft in mir ein komi­sches Gefühl hervor.
Der aktu­ell pro­mi­nen­tes­te Fall ist der bevor­ste­hen­de Ver­kauf des Eck­hau­ses Amsterdamer/Malplaquetstraße, kurz AmMa65. Am Sonn­tag lud das Haus zum Advent­s­um­trunk in die Mon­ta­ge­hal­le ein.

AmMa65: Vorkaufsrecht des Bezirks ist jetzt gefordert

Hausgemeinschaft AmMa65 vor dem Haus
Foto: AmMa65

Wir hat­ten vor zwei Wochen über die Bemü­hun­gen der Mie­te­rin­nen und Mie­ter des Eck­hau­ses Ams­ter­da­mer / Mal­plaquet­stra­ße berich­tet, den Ver­kauf ihres Hau­ses abzu­wen­den und selbst gemein­schaft­lich als Käu­fer auf­zu­tre­ten. Nun ist das Haus ver­kauft wor­den. Der Bezirks­stadt­rat Ephraim Gothe (SPD) hat­te sich im Vor­feld dafür aus­ge­spro­chen,  erst­mals das Vor­kaufs­recht des Bezirks anzu­wen­den. Doch dafür drängt die Zeit, wie der Ver­ein der Haus­be­woh­ner AmMa65 mitteilt. 

AmMa65: Herz statt Profit

AmMa65 Haus
Foto: AmMa65

“Zunächst leben wir. Und das nicht irgend­wo – nein, wir leben in unse­rem gelieb­ten Kiez, dem Wed­ding 65. In den Eck­häu­sern der Ams­ter­da­mer Stra­ße 14 und Mal­plaquet­stra­ße 25. Für uns ist es die schöns­te Ecke der Welt – na gut, viel­leicht auch nur die schöns­te Ecke, die wir ken­nen.” Das schrei­ben die Haus­be­woh­ner, die sich im Ver­ein AmMa65 orga­ni­siert haben. Denn sie haben ein Ziel: ihr Haus selbst kau­fen, damit es nicht zum Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt Ande­rer wird.

Anmerkung der Redaktion: 
Wir vom Weddingweiser verzichten auf die übliche Wochenschau und machen Platz für den Aufruf, mit dem die wehrhafte Hausgemeinschaft an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Unser Zuhause: Dzień dobry, Wedding!

Wenn man lan­ge an einem Ort lebt, emp­fin­det man die­sen irgend­wann ganz selbst­ver­ständ­lich als Hei­mat. Den Wed­ding kön­nen nur die weni­ge sei­ner Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner als Geburts­ort ange­ben, die­ser Stadt­teil ist schon immer ein Ort der Ein­wan­de­rung und des Tran­sits gewe­sen. Wie­der ande­re Ber­li­ner sind hier auch nur gebo­ren, weil sich vie­le Kran­ken­häu­ser im Wed­ding befin­den, und haben nie im Stadt­teil gewohnt. Der Zuge­zo­ge­nen­at­las 2016 weist für den Wed­ding aus, dass über die Hälf­te sei­ner Bewoh­ner nicht in Ber­lin gebo­ren ist – nur rund um den Schil­ler­park lag die Quo­te der Ur-Ber­li­ner etwas höher.So ver­wun­dert es nicht, dass auch die meis­ten der Redak­ti­ons­mit­glie­der beim Wed­ding­wei­ser nicht aus der Regi­on Ber­lin-Bran­den­burg stam­men. In unse­rer Serie berich­ten wir von unse­ren Her­kunfts­or­ten  – und war­um wir in unse­rem Stadt­teil Wur­zeln geschla­gen haben.

Füttern an den Weddinger Seen verboten

Grau­rei­her am Möwen­see © Kat­ja Witt

Im Volks­park Reh­ber­ge und im Park am Plöt­zen­see ist das Füt­tern von Wild­tie­ren künf­tig grund­sätz­lich ver­bo­ten. Das beschloss das Bezirks­amt Mit­te im Janu­ar. Ähn­li­che Rege­lun­gen gel­ten auch für den Gro­ßen Tier­gar­ten sowie das Engel­be­cken und den Lui­sen­städ­ti­schen Kanal. Dort wer­den jetzt ent­spre­chen­de Hin­weis­schil­der angebracht.Zwar sind sich Natur- und Tier­schüt­zer grund­sätz­lich dar­in einig, dass man frei­le­ben­de Tie­re in der Stadt nicht füt­tern soll­te. Aber ver­bo­ten ist das in Ber­lin bis­lang nicht – oder bes­ser gesagt: nicht so rich­tig eindeutig.