Mietenwahnsinn bringt alle auf die Straße

Am Samstag gingen Zehntausende auf die Straße, um ein Zeichen gegen den Verknappung des Wohnraums, die unbezahlbar werdenden Mieten  von Wohnungen und die unerbittliche Verdrängung von Bestandsmietern aus der Innenstadt zu setzen. Für manche war es sogar die erste Demo ihres Lebens, und so kamen Menschen aus allen Schichten und Stadtteilen zusammen. Auch Initiativen aus dem Wedding waren natürlich auf dieser Demonstration vertreten, die am Potsdamer Platz startete. Unser Autor Andaras Hahn hat Impressionen mit der Kamera eingefangen.

Diesterweg-Gelände: Dornröschen schläft weiter

Hier war mal das Diesterweg-Gymnasium. Seitdem es weg gezogen ist, steht das markante Gebäude leer. Foto: Ostertag

Das geplante Bauprojekt in der ehemaligen Schule in der Putbusser Straße kommt nur langsam voran. Hier will die Degewo zusammen mit den Architekten der Non-Profit-Initiative von ps wedding Wohnungen und ein soziokulturelles Zentrum bauen. Zum 1. Juli sollte die Degewo Eigentümerin des Grundstücks werden und damit eine ungewöhnliche Kooperation beginnen. Doch bis jetzt wurde der Schlüssel nicht übergeben.

Kooperation von Degewo und ps.wedding ist „Zukunftsmodell“

Zeichnung
ps.wedding möchte aus einem orangefarbenden Schulgebäude ein Kulturzentrum machen. Zeichnung: Rochus Wiedemer.

Information 325 Wohnungen und ein soziales Zentrum könnten auf dem Gelände des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel entstehen. Bauen wollen die Initiative ps.wedding und die Degewo. Die Zahl 325 wäre selbst für den regen Neubau, der im Viertel zu beobachten ist, sehr hoch. Der Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), ist von der Zusammenarbeit der beiden Partner überzeugt. Er spricht von einem Zukunftsmodell.

Pläne zur Weiterentwicklung der Wiesenburg werden weiter entwickelt

Die Wiesenburg
Die Wiesenburg

Vier Architekturbüros hatten sich bis zum 28. April Zeit genommen, um Ideen zum Umbau der Wiesenburg zu entwickeln. Nun wurden die vier Entwürfe einer Jury präsentiert. „Es gibt keinen eindeutigen Siegerentwurf“, befand die Jury. Es darf vermutet werden, hinter den Kulissen wird weiterhin um die richtige zukünftige Bebauung des 12 500 Quadratmeter großen Geländes gerungen. Die Beteiligten wollen:

Das erste Jahr im Wedding

Unsere Autorin ist von Hamburg nach Berlin gezogen. Die Wahl der Wohnlage fiel auf den Wedding. Nach einem Jahr zieht sie eine Bilanz….

Oudenarder StrDie Wohnung liegt nicht in Prenzlberg, Kreuzberg oder Mitte, sondern im Wedding. Und das auch nicht im bereits gut durchgentrifizierten Sprengelkiez oder irgendwie dicht genug dran an Mitte oder Prenzlberg, dass die Hipster es noch akzeptabel finden (ein Kollege wollte sich neulich ernsthaft lieber in Mitte treffen, den Wedding möge er nicht so).

Warum wohnst Du im Wedding?

Vor Jahren noch war der Wedding einer derjenigen Kieze, die von der Mehrheit der Berliner und Wahlberliner als Wohnort abgelehnt wurde, mit dem schlichten wie pauschalen Argument, der Wedding sei ein sozialer Brennpunkt und schon allein deshalb unattraktiv. Trifft man Ur-Weddinger, die nun in anderen Stadtteilen Berlins leben, hört man zumeist ähnliche Aussagen. Manch einer schämt sich noch heute für den ehemaligen Arbeiterkiez. Und warum leben nun wir hier, die meisten von uns sicherlich sogar Wahlberliner? Das haben die Leserumfragen des Weddingweisers herauszufinden versucht. Ein Überblick über die nicht als repräsentativ zu verstehenden Ergebnisse seit Frühjahr 2012 und ein paar subjektive Wahrnehmungen…