Noch ist vieles grau, kantig und unfertig. Bauzäune versperren den Weg, Paletten stehen herum, schwere Maschinen rangieren zwischen den Neubauten. Doch wer heute durch die Iranische Straße läuft, bekommt bereits eine Ahnung davon, wie sich dieser Teil des Weddings in den kommenden Jahren verändern wird. Zwischen den strahlend hellen Fassaden und den neuen Innenhöfen entsteht derzeit eines der größten Wohnungsbauprojekte im nördlichen Wedding.

Dort, wo früher ein Seniorenwohnheim stand, baut die landeseigene berlinovo ein neues Quartier mit fast 1.000 Wohnungen und Apartments. Die Dimensionen sind gewaltig: Mehrere sechsgeschossige Gebäude ziehen sich über das Gelände nahe dem Jüdischen Krankenhaus. Die Fassaden wirken modern und funktional, die Innenbereiche großzügiger, als man es von vielen Neubauprojekten kennt. Noch fehlt das Grün, noch dominieren Sand, Rohre und Baucontainer – doch genau hier sollen ab Ende des Jahres Menschen unterschiedlichster Generationen leben.
Geplant sind unter anderem Servicewohnungen für Senior:innen, Apartments für Studierende bzw. Azubis sowie Wohnungen für Landesbeschäftigte. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen und begrünte Innenhöfe. Das Quartier soll bewusst verschiedene Lebenswelten zusammenbringen.

Während in vielen Teilen Berlins über fehlenden Wohnraum diskutiert wird, entstehen hier in kurzer Zeit mehrere hundert neue Einheiten auf landeseigenem Boden. Gleichzeitig zeigt das Projekt aber auch einen Trend, der sich seit Jahren beobachten lässt: Gebaut werden vor allem kleinere Wohnungen und Apartments – klassische große Familienwohnungen spielen bei vielen Neubauvorhaben weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Auch architektonisch setzt das Projekt eher auf Zurückhaltung als auf große Gesten. Weiße Fassaden, klare Linien, viel Funktionalität. Manche würden sagen: typisch Berliner Neubau der 2020er Jahre. Andere sehen darin genau die ruhige, sachliche Architektur, die sich unauffällig in den Kiez einfügt.


Die Lage dürfte für viele zukünftige Bewohner:innen attraktiv sein. Die U-Bahnhöfe Nauener Platz, Osloer Straße, die Berliner Hochschule für Technik und mehrere Klinikstandorte liegen in unmittelbarer Nähe. Gleichzeitig verändert sich damit auch das Umfeld rund um die Iranische Straße: Wo früher eher abgeschlossene soziale Einrichtungen standen, entsteht nun ein deutlich dichteres und urbaneres Wohnquartier.


Sich über die Architektur zu beschweren, ist einfach. Problematisch ist aber insb., dass dieses Projekt exemplarisch für die zunehmende Umwandlung von Wohnraum in hochpreisige, möblierte Mikroapartments, die vor allem auf kurzfristige und zahlungskräftige Zielgruppen ausgerichtet sind. Der Mietpreis wird locker bei min. 30 Euro/qm stehen. Das wird auch Auswirkungen auf die Umgebung haben und diese werden nicht positiv sei.
Ich bin dafür, dass Berlin nicht weiter verdichtet wird. Man muss nicht, ausser man lebte schon immer hier oder man arbeitet hier, nicht in Berlin leben. Die Sommer werden immer heisser und wir stellen hier einen Betonklotz nach dem anderen auf. Hässlich sind die noch dazu. Wie eine Legebatterie. Wer will denn so wohnen????? Furchtbar.
Hallo an Alle. auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
Nachweislich gab es den Weddingweiser weder in der Gründerzeit noch in den Nachkriegsjahren der ‘50iger Jahre.
Allerdings gab es immer Anmerkungen, Kommentare und JA!, auch Kritik, wenn in Berlin/Wedding “Neu Gebaut wurde”.
Frei nach dem Motto “Früher war mehr Lametta”.
Die vergangene Vergangenheit war noch Nie die zukünftige Zukunft, schon gar nicht in der Gegenwart, dem Jetzt.
Zu Pfingsten würde ich gerne Herrn Herman Hesse zitieren, der vieles hiervon abdeckt:
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, / Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben“.
Immer dieses Gemecker. Die heute begehrten Gründerzeitgebäude wurden auf Kosten derer, die kaum was hatten gebaut und trocken gewohnt. Berlin braucht Wohnraum, da geht an Verdichtung kein Weg vorbei. Ich denke, man kann es schlimmer haben. Muss ja auch keiner dort einziehen.
Icke noclmal
dit is keene ruhige, sachliche Architektur, dit is unpersönliche hässliche tote Architektur
Tach
iiieeeehhhh was für ein hässlicher Betonklotz… hab mal eine Doku über die härtesten Gefängnisse gesehen, die hatten auch so schmale Fensrer wo kein Sonnenlicht einfallen kann. Aber für Studierende und alte Menschen scheint das wohl ausreichend zu sein : einfach nur eklig… bin dafür das der Architekt zur Strafe darin wohnen darf, und nicht in seiner Villa am Strand mit 30 Meter langer und 4m Hoher Panoramaglasscheibe
sonnige Pfingsten
Es ist mir ein Rätsel warum man solche steril wirkenden Neubaublöcke nicht zumindest farbenfroh (jeder Block mit einem anderen das Auge und die Psyche erwärmenden Farbton) gestaltet werden.
Die enorme Wohnungsknappheit und die hohen Baukosten resultieren in den fast immergleichen seelenlosen Schlafschachteln.
Was zum Beispiel in der Europa-City entstanden ist ist städtebaulich ja fast ein „Verbrechen“.
Traurig, wieder die einfallslose Quader-mit-Schießscharten-Architektur. Bleibt zu hoffen, dass das nicht die Slums von morgen werden.
Ich nenne das Strichcode-Architektur. Die städtebauliche Verdichtung zieht stets soziale und gesellschaftliche Verwerfungen mit sich, die Stadtplaner gern verdrängen. Die Folgen fallen ja nicht in ihre Kompetenz.
Das Ensemble des abgerissenen Seniorenheims Wedding war dagegen sehr schön anzusehen. Klassische Bauhausarchitektur im Speisesaal. Abriß, weil man jahrzehntelang die notwendigen Sanierungen und Instandsetzungen vermieden hat.