Verschwundener Wedding

Verschwunden: das Stattbad
Adieu Statt­bad!

Frü­he­re Fabri­ken, in die neu­es Leben ein­zieht, alte Gebäu­de, die eine künst­le­ri­sche Nut­zung erfah­ren oder Brach­flä­chen, auf denen Gemein­schafts­gär­ten ent­ste­hen: Der Wed­ding ist voll von schö­nen Orten, die Geschich­te und Flair haben. Doch erstaun­lich viel ist erst in der Nach­kriegs­zeit oder in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit ver­schwun­den, rück­sichts­los abge­ris­sen und durch wesent­lich unin­ter­es­san­te­re Gebäu­de ersetzt. Da fragt man sich unwill­kür­lich: Hat das so kom­men müs­sen, war das wirk­lich nötig? Wir erzäh­len euch ein paar Geschich­ten – mit Trä­nen in den Augen.

Mit dem Skizzenbuch durch die Stadt

Katrin Merle mit ihren Zeichnungen
Kat­rin Mer­le mit ihrer Zeich­nung, mit der sie den Pla­kat­wett­be­werb gewon­nen hat. Foto: Hensel

Ein alter Back­stein­bau steht male­risch inmit­ten von Büschen und Bäu­men. Wie ein ver­wun­sche­nes Schloss sieht das Gebäu­de aus. Im ver­gan­ge­nen Som­mer hing das Bild von Kat­rin Mer­le rie­sen­groß auf dem Mit­tel­strei­fen der Mül­ler­stra­ße. Mit ihrer kolo­rier­ten Zeich­nung der Wie­sen­burg hat­te die Künst­le­rin aus Herms­dorf den Pla­kat­wett­be­werb „Mein Wed­ding“ gewon­nen. Ein Atelierbesuch.

Eine Führung durch den Roten Wedding

Zu sehen ist ein großer Stein, liegend. Auf ihm steht geschrieben: Anfang Mai 1929 fanden hier bei Straßenkämpfen 19 Menschen den Tod, 250 wurden verletzt.
Ste­le am Gedenk­stein Blut­mai 1929. Foto: August-Bebel-Institut

 

Wie wur­de der Wed­ding eigent­lich „rot“?
Was war der „Blut­mai 1929“?
Und wer war Wal­ter Nicklitz?
Das August-Bebel-Insti­tut (ABI) lud am „Tag der Deut­schen Ein­heit“ zu einer Füh­rung zur Geschich­te des sozia­len Wan­dels und poli­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen im Wed­ding ein.

 

Die Füh­rung wur­de von Mitarbeiter*innen und Besucher*innen des Tagungs­zen­trums in der Wie­sen­stra­ße 30 (TAZ), die vom gemein­nüt­zi­gen KBS e.V. betrie­ben wird, gestal­tet. Unse­re Autorin war dabei.

„Spurensuche Armer Wedding“ – Erinnerungsorte der Armut

Denk­mal an der Stel­le der Schrippenkirche

Wie wohn­ten die Men­schen in „Mey­ers Hof“? Wer ging in die „Schrip­pen­kir­che“? Und an wen konn­ten sich obdach­lo­se Frau­en um 1900 wen­den? Die „Ber­li­ner Spu­ren­su­che“ lud am 15. August 2020 zu einer Füh­rung zur Geschich­te der Armut im Wed­ding an. Ein Dut­zend Inter­es­sier­te kamen, um sich bei schöns­tem Son­nen­schein vom His­to­ri­ker Ste­fan Zoll­hau­ser über das Leben armer Men­schen, über soli­da­ri­sches Mit­ein­an­der und Erin­ne­rungs­or­te der Armut infor­mie­ren zu las­sen. Unse­re Autorin war dabei.

Wiesenburg “vorsichtig zuversichtlich”

Dirk Feistel
Dirk Feis­tel unter­schreibt die Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung im Namen des Wie­sen­burg e.V. Foto: And­rei Schnell

06.07.2020 Es ist ein wei­te­rer Schritt auf dem Weg zur künf­ti­gen Wie­sen­burg. Am 17. Juni haben alle Betei­lig­ten fei­er­lich eine Koope­ra­ti­ons­ver­ein­ba­rung unter­schrie­ben. Dirk Feis­tel vom Vor­stand des Wie­sen­burg e.V. ist an die­sem Tag “vor­sich­tig zuver­sicht­lich”. Es könn­te nun klap­pen, dass die Wie­sen­burg zu einem Modell wird “für urba­ne, selbst­be­stimm­te Räu­me in unse­rer Stadt”. Nun soll bis zum Herbst über kon­kre­te Details zur Zukunft des ehe­ma­li­gen Obdach­lo­sen­asyls ver­han­delt werden.

Kultur pur: “2 Tage Wedding” zum Dritten!

Konzert vorm Kakadu in der Soldiner Straße. Foto: Patrick Albertini
Kon­zert vorm Kaka­du in der Sol­di­ner Stra­ße. Foto: Patrick Albertini

Das Kul­tur­fes­ti­val 2 Tage Wed­ding, eine unab­hän­gi­ge Kul­tur – und Gewer­be­initia­ti­ve, geht in sein drit­tes Jahr. Über 40 Akti­ve tra­gen am Wochen­en­de (8./9.9.) dazu bei, einen Kon­tra­punkt zur bezirk­lich gesteu­er­ten Kul­tur­po­li­tik zu set­zen und zei­gen, dass Ver­net­zung und Eigen­in­itia­ti­ve kei­ne lee­ren Wor­te sein müssen. 

Was, wann, wo Wedding (34. Woche)

Veranstaltungstipps - InformationMei­ne Damen und Her­ren, lie­be Wed­din­ger und Wed­din­ge­rin­nen … wir prä­sen­tie­ren in die­ser Woche das Som­mer­fest im Him­mel­beet, das Wie­sen­burg-Fes­ti­val, den Auf­takt des phi­lo­so­phi­schen Stamm­tischs “Pla­tons Tafel­run­de” und Ernsts Geburts­tag. Denn Ernst von der gleich­na­mi­gen (aber lei­der geschlos­se­nen) Knei­pe im Spren­gel­kiez lädt den Wed­ding zu sei­nem Geburts­tag ein. Das ist nett. Nur hof­fent­lich ist die Kur­ku­ma Bar groß genug für sei­ne Fei­er! Die­se gro­ßen und klei­nen Momen­te, die sind All­tag im Wed­ding. Ach ja, und die Lan­ge Nacht der Muse­en hat auch wie­der zwei Außen­stel­len im Wed­ding. Herz­lich willkommen!

Wiesenburg On Air: Festival mit Musik und Kunst

Schon zum drit­ten Mal fin­det am Sams­tag und Sonn­tag (25./26.8.) auf der Wie­sen­burg ein Open Air-Fes­ti­val statt. Auf dem Gelän­de des ehe­ma­li­gen Obdach­lo­sen­asyl von 1896 tei­len sich beim “Wie­sen­burg On Air | Music & Art Fes­ti­val #3” an den bei­den Tagen New­co­mer und eta­blier­te Bands die Büh­ne. Ergänzt wird das Pro­gramm um Kunst- und Tanz­per­for­man­ces sowie inter­ak­ti­ve Instal­la­tio­nen. Auch Kunst-Work­shops für und mit Kin­dern und Erwach­se­nen sind geplant. Das Mot­to der zwei wil­den Tagen lau­tet “Viva la Wie­sen­burg!” – der Ein­tritt ist frei.

Was, wann, wo Wedding (27. Woche)

Ach­tung, Som­mer­loch! Wo es sich genau befin­det, das gefürch­te­te Phä­no­men, das wis­sen wir aller­dings nicht. Wir kön­nen aber mit Sicher­heit sagen: Im Wed­ding ist es nicht. In unse­rem Stadt­teil fal­len wir viel­leicht um vor Lachen (Come­dy) oder wir fal­len begna­de­ten Pia­nis­ten oder sin­gen­den Punks zu Füßen. Manch­mal las­sen wir auch beim Boule eine Kugel fal­len oder wir fal­len oder sprin­gen vom Drei­er ins küh­le Nass. Aber ins Som­mer­loch fal­len wir bestimmt nicht. Es fol­gen als Beweis die Aus­geh­tipps für die nächs­ten sie­ben Tage.