Schlagwörter: Voltastraße

Weddingmelder-Wochenschau #13/17

Holger Happel von den Unterwelten führt durch den AEG-Versuchstunnel.
Foto: Andrei Schnell

Na, schön in den April geschickt worden? Der Frühling erlaubt sich zur Zeit hoffentlich nicht bloß einen Scherz mit uns, sondern bleibt uns noch ein Weilchen länger erhalten. Die Kinder müssen trotz Sonnenscheins indes auf zwei ihrer heiß geliebten Spielplätze verzichten. Am Nauener Platz sowie dem Zeppelinplatz haben die Ratten Besitz von Rutsche, Wippe und Korbschaukel ergriffen. Immer nur unter Tage ist ja auch langweilig. Apropos: Schon mal im ältesten U-Bahn-Tunnel Deutschlands unter der Voltastraße gewesen? Was sonst noch so unter Weddings Wolken los war, das erfahrt ihr wie immer in der schauerfreien Wochenschau. Weiterlesen

Medien im Wedding

Kirche St. SebastianIn den klassischen Medien wird gerne über den Wedding berichtet – vor allem, wenn es um Kriminalität, soziale Probleme oder Migranten geht. Doch nur wenige wissen, dass es im Wedding auch Medien gibt, die ihre Zielgruppen nicht nur im Kiez, sondern rund um den Globus haben. Weiterlesen

7 namhafte Weddinger Unternehmen

glaskiste exrotaprintDer Wedding war nicht nur Wohnort von Arbeitern, sondern auch ein bedeutender Produktionsstandort. Klangvolle Namen lassen sich ebenso mit dem Stadtteil verbinden wie eher lokal bekannte Firmen. Schwerpunkte der Industrie waren im südlichen Teil des Wedding, im heutigen Ortsteil Gesundbrunnen und an der See- bzw. Osloer Straße. Nördlich der Seestraße gab es hingegen so gut wie keine Industrie. Doch die Zeiten, in denen es im Wedding Arbeitsplätze in Hülle und Fülle gab, sind vorbei. Einige wenige Beispiele aus einer langen Liste – die sich noch fortsetzen ließe – reichen aus, um Glanz und Niedergang der Industrie im Wedding und in Gesundbrunnen aufzuzeigen: Weiterlesen

Cantinerie: Mensa für Erwachsene

Cantinerie im AEG-Gelände - Foto Andrei Schnell
Cantinerie auf dem AEG-Gelände – Foto: Andrei Schnell

Cantinerie heißt ein Restaurant – man könnte auch sagen, ein vor kurzem eröffneter Speisesaal auf dem ehemaligen AEG-Gelände. Die über 100 Sitzplätze sind nötig, denn die Lokalitäten im Brunnenviertel sind zur Mittagszeit schnell gefüllt. Offenbar arbeiten immer mehr Leute in dem heute als Technologiepark bezeichneten Gebiet zwischen Voltastraße und Gustav-Meyer-Allee. Die Cantinerie gibt sich italienisch und der Name verrät, dass es wie in einer Kantine zugeht – nur eben ein klein wenig gehobener. Weiterlesen

Das Café & Bistro Freysinn schließt eine Marktlücke

Es gibt Menschen, die meinen, das Besondere am Café Freysinn wäre das Essen. Das wollen sie an einem Wochentag um die Mittagszeit erschmeckt haben. Andere behaupten, hier an der Grenze zum „hippen Mitte“, in der stillen Nebenstraße des Brunnenviertels gäbe es den besten Kaffee der Gegend. Wieder andere schwören, dass das internationale Team um Kathi und Marta in der Miniküche das netteste in ganz Berlin sei … Alles ist vielleicht ein wenig richtig, aber dennoch ist es falsch. Das Besondere am Freysinn ist, dass man hier etwas Überraschendes über den südlichsten Süden des Wedding lernen kann.

Foto: D. Hensel
Inhaberinnen Ann-Kathrin Mäsold (links) und Marta Susid (Foto: D. Hensel)

Was man noch vor drei Jahren über das Brunnenviertel dachte, war, dass hier nicht Wedding ist und nicht Mitte, ein Niemandsland zwischen Mauerpark und Bahnhof Gesundbrunnen. Man dachte, dass dies eine reine Wohngegend ist, dass man im Höchstfall in der Brunnenstraße Döner verkaufen könnte, dass hier ein Problemviertel mit größtenteils arbeitsloser Bevölkerung stünde. Dann eröffnete das Freysinn und alle, die dachten, sie würden das Brunnenviertel ganz genau kennen, wurden eines besseren belehrt.

Jeden Wochentag um die Mittagszeit bilden sich vor dem kleinen Tresen in dem viel zu kleinen, aber sehr gemütlichen Café-Bistro lange Schlangen mit Menschen, die vorher noch nie jemand gesehen hatte, obwohl sie immer da waren. Dann kommen nämlich die Mitarbeiter der Deutschen Welle aus dem Gewerbekomplex, in dem früher einmal die AEG große Maschinen baute. Es kommen Menschen, die Modemagazine produzieren, Redakteure diskutieren über Sendemodelle, Werbegrafiker stellen sich hübsch in die Reihe zu Programmierern von Internetfirmen. Alle drängen sich um die handgeschriebene Karte, die jeden Tag acht bis zehn neue Gerichte auflistet. Alle mit ganz viel Salat, mit ganz viel Saison, mit ganz viel Geschmack und mit ganz viel Pfiff. Gekocht, gebraten und gebacken wird, was der einen deutschen und der anderen polnischen Inhaberin, dem türkischen Küchenchef, dem deutschen Koch oder der vietnamesischen Köchin in den Sinn kommt.

Das beste kleine Eckcafébistro im Brunnenviertel

Foto: D.Hensel
Foto: D.Hensel

Die erste Reaktion des Kiezes bei der Eröffnung vor drei Jahren war: Das ist nicht das Brunnenviertel. Dann: Das sind die Vorboten der Gentrifizierung des Kiezes. Doch Marta Susid und Ann-Kathrin Mätzold sind zu ihrer eigenen Überraschung in eine lange bestehende Marktlücke gestolpert, die so groß ist, dass sie jeden Tag Mühe haben, sie mit ihren Pfannen, Töpfen und Kuchenblechen zu schließen. Und so kommt es, dass manch einer um die Mittagszeit noch immer ein wenig verwundert am besten kleinen Eckcafébistro des südlichen Wedding vorbeigeht, während drinnen das andere Brunnenviertel ganz selbstverständlich aufs Mittagessen wartet.

Autor: Dominique Hensel

www.freysinn.com

Jasmunder Straße 6, Ecke Usedomer Straße

Montag bis Freitag 8-18 Uhr

Telefon: (030) 68 32 87 74