Die Wende aus Sicht des RIAS TV

Cover Zeuge der Wende
Cover des Buches “Zeu­ge der Wen­de” von Ger­hard Specht. Gra­fik: Omnio-Verlag

„Kein Bild für RIAS“ hat Ger­hard Specht ein Kapi­tel sei­ner Erin­ne­run­gen an die Arbeit beim „Feind­sen­der“ über­schrie­ben. Der Rund­funk im ame­ri­ka­ni­schen Sek­tor (RIAS) war für die DDR-Behör­den die gefähr­lichs­te Rund­funk­an­stalt, der Erfolg der bei­den älte­ren RIAS-Radio­sen­der war im Osten enorm. Unter Jugend­li­chen war RIAS 2 ver­mut­lich Leit­me­di­um. Kein Wun­der, dass die Ver­ant­wort­li­chen in der DDR dem 1988 in der Vol­ta­stra­ße gestar­te­ten RIAS-Fern­se­hen (heu­te: Deut­sche Wel­le) so vie­le Stei­ne in den Weg leg­ten wie nur mög­lich. Ger­hard Specht beschreibt kon­kret, wie sei­ne Arbeit mit Hin­hal­te­tak­tik behin­dert wur­de. Kon­se­quenz: „Uns man­gel­te es schlicht an Bewegt­bild-Mate­ri­al von jen­seits der Mauer.“ 

Nach wem sind diese Straßen benannt? (Teil 3)

Im Afri­ka­ni­schen, im Eng­li­schen oder im Brüs­se­ler Vier­tel, aber auch im Brun­nen­vier­tel oder im Sol­di­ner Kiez sind vie­le Stra­ßen nach Län­dern, Orten oder mit Bezug auf Kriegs­schau­plät­ze benannt. Da kann man eine klei­ne Welt­rei­se machen.

So man­cher Stra­ßen­na­me im Wed­ding und Gesund­brun­nen klingt merk­wür­dig. Nicht weni­ge sind nach Per­so­nen benannt – mit teil­wei­se sehr frag­wür­di­gen Bio­gra­phien. Wer dahin­ter steckt, dürf­te aller­dings kaum jemand wis­sen. Wir erklä­ren euch kurz, mit wem wir es zu tun haben.

DW TV: Aus’m Wedding in die Welt

„Made in Wed­ding“– Bier, Gin, Kunst, zwei Tage kalt fer­men­tier­ter Piz­za­teig, pro­du­ziert wird hier aller­hand. Aber nur sel­ten schaf­fen es wah­re Wed­din­ger Ori­gi­na­le über die Gren­zen Ber­lins oder sogar Deutsch­lands. Dabei gibt es einen wah­ren Export­schla­ger, der aus dem Wed­ding kommt und schon lan­ge sämt­li­che Lan­des­gren­zen über­wun­den hat. Aber kaum ein Wed­din­ger weiß, wovon hier die Rede ist: Die TV-Pro­duk­ti­on von Deut­sche Welle.

Weddingmelder-Wochenschau #13/17

Holger Happel von den Unterwelten führt durch den AEG-Versuchstunnel.
Foto: And­rei Schnell

Na, schön in den April geschickt wor­den? Der Früh­ling erlaubt sich zur Zeit hof­fent­lich nicht bloß einen Scherz mit uns, son­dern bleibt uns noch ein Weil­chen län­ger erhal­ten. Die Kin­der müs­sen trotz Son­nen­scheins indes auf zwei ihrer heiß gelieb­ten Spiel­plät­ze ver­zich­ten. Am Naue­ner Platz sowie dem Zep­pe­lin­platz haben die Rat­ten Besitz von Rut­sche, Wip­pe und Korb­schau­kel ergrif­fen. Immer nur unter Tage ist ja auch lang­wei­lig. Apro­pos: Schon mal im ältes­ten U‑Bahn-Tun­nel Deutsch­lands unter der Vol­ta­stra­ße gewe­sen? Was sonst noch so unter Wed­dings Wol­ken los war, das erfahrt ihr wie immer in der schau­er­frei­en Wochenschau. 

7 namhafte Weddinger Unternehmen

glaskiste exrotaprintDer Wed­ding war nicht nur Wohn­ort von Arbei­tern, son­dern auch ein bedeu­ten­der Pro­duk­ti­ons­stand­ort. Klang­vol­le Namen las­sen sich eben­so mit dem Stadt­teil ver­bin­den wie eher lokal bekann­te Fir­men. Schwer­punk­te der Indus­trie waren im süd­li­chen Teil des Wed­ding, im heu­ti­gen Orts­teil Gesund­brun­nen und an der See- bzw. Oslo­er Stra­ße. Nörd­lich der See­stra­ße gab es hin­ge­gen so gut wie kei­ne Indus­trie. Doch die Zei­ten, in denen es im Wed­ding Arbeits­plät­ze in Hül­le und Fül­le gab, sind vor­bei. Eini­ge weni­ge Bei­spie­le aus einer lan­gen Lis­te – die sich noch fort­set­zen lie­ße – rei­chen aus, um Glanz und Nie­der­gang der Indus­trie im Wed­ding und in Gesund­brun­nen aufzuzeigen:

Cantinerie: Mensa für Erwachsene

Cantinerie im AEG-Gelände - Foto Andrei Schnell
Ein­gang der Can­ti­ne­rie. Foto: And­rei Schnell

Can­ti­ne­rie heißt ein Restau­rant – man könn­te auch sagen, ein vor kur­zem eröff­ne­ter Spei­se­saal auf dem ehe­ma­li­gen AEG-Gelän­de. Die über 100 Sitz­plät­ze sind nötig, denn die Loka­li­tä­ten im Brun­nen­vier­tel sind zur Mit­tags­zeit schnell gefüllt. Offen­bar arbei­ten immer mehr Leu­te in dem heu­te als Tech­no­lo­gie­park bezeich­ne­ten Gebiet zwi­schen Vol­ta­stra­ße und Gus­tav-Mey­er-Allee. Die Can­ti­ne­rie gibt sich ita­lie­nisch und der Name ver­rät, dass es wie in einer Kan­ti­ne zugeht – nur eben ein klein wenig gehobener.

Das Café & Bistro Freysinn schließt eine Marktlücke

Foto: D. Hensel
Inha­be­rin­nen Ann-Kath­rin Mät­zold (links) und Mar­ta Sus­id. Foto: D. Hensel

Es gibt Men­schen, die mei­nen, das Beson­de­re am Café Frey­sinn wäre das Essen. Das wol­len sie an einem Wochen­tag um die Mit­tags­zeit erschmeckt haben. Ande­re behaup­ten, hier an der Gren­ze zum hip­pen Mit­te, in der stil­len Neben­stra­ße des Brun­nen­vier­tels gäbe es den bes­ten Kaf­fee der Gegend. Wie­der ande­re schwö­ren, dass das inter­na­tio­na­le Team um Kathi und Mar­ta in der Mini­kü­che das net­tes­te in ganz Ber­lin sei … Alles ist viel­leicht ein wenig rich­tig, aber den­noch ist es falsch. Das Beson­de­re am Frey­sinn ist, dass man hier etwas Über­ra­schen­des über den süd­lichs­ten Süden des Wed­ding ler­nen kann.