Familienfreundlicher Wedding? Drei Cafés zeigen wie es geht

IMG_6759Früher war es mir egal, ob ein Café eine Wickelmöglichkeit hat, barrierefrei ist oder Spielzeug für Kinder bietet. Seit einigen Monaten ist das anders. Unser Sohn ist jetzt fünf Monate alt und zu Hause werden die Tage da wirklich lang zu zweit. Deshalb gehen wir gerne mindestens einmal am Tag raus und treffen uns mit anderen Mamis und Babys zum Quatschen und Spielen. Im Sommer waren die Rehberge da eine super Anlaufstelle. Wir konnten stundenlang gemeinsam spazieren gehen und zwischendurch Pausen zum Wickeln und Stillen auf Parkbänken einlegen. Mit Beginn der kalten Jahreszeit wurde das schwieriger und wir mussten auf drinnen ausweichen – das bedeutet, entweder zu Hause oder in einem Café bzw. Restaurant.

GESCHLOSSEN: Die „Schwäbische Bäckerei“

Was haben die Weserstraße in Neukölln, die Samariterstraße in Friedrichshain und die Wrangelstraße in Kreuzberg neuerdings mit der Triftstraße im Sprengelkiez gemeinsam? Die Antwort: Die „Schwäbische Bäckerei“. Seit dem 16. November 2015 werden in der Triftstraße 37 neben Kuchen, Brötchen und Broten nun auch täglich Seelen, Brezeln und Semmel im Schaufenster angeboten. Wir reiben uns verwundert die Augen und stellen fest: Gutes Handwerk steht dem Wedding und zwar egal, woher es kommt.

Ankündigung: Pop-Up-Dinner im Weinkontor „Die drei Lügner“

(c) Die Drei Lügner
(c) Die Drei Lügner

Was gibt es Besseres gegen den kommenden November-Blues als eine festliche, lange Tafel mit köstlichen Speisen, einem flackerden Kaminfeuer und netten Gesprächen? Dazu ein feines 5-Gänge-Menü, das saisongemäß um frisches Wild kreist. Kurz gesagt: Ein Abend, eine Location, eine Gastköchin: Das sind die Zutaten für zwei Pop-Up-Dinner am Freitag und Samstag, den 23. und 24. Oktober um 19:00 und 20:00 Uhr. Veranstaltet wird das kulinarische Event im Weinkontor „Die Drei Lügner“ von der Gastköchin Nina Marisa.

Wie geht es weiter mit der Weddinger Kinderfarm?

Weddinger KinderfarmBereits am 3. September 2015 hat der Jugendhilfeausschuss entschieden: Es geht weiter für den so genannten Minitierpark auf der Luxemburger Straße und zwar mit einem neuen Träger. Als Sieger nebst drei weiteren Bewerbern ging der Verein „Kunterbunter Bauernhof Wedding“ hervor. Das wird besonders die zwei jüngsten Zugänge der Kinderfarm erfreuen. Erst im Juni bezogen die beiden Ferkel Peggy und Mini ihr neues Quartier im Sprengelkiez. Ist mit der Entscheidung des Jugendhilfeausschusses der Betrieb der Kinderfarm aber wirklich gesichert? Oder müssen sich nicht nur die beiden Ferkel Sorgen um die Zukunft machen?

Lindengarten: Traditionshaus am Nordufer

Lindengarten NorduferHinter dem Zaun an Weddings großzügigster Bummelmeile, dem Nordufer am Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, befindet sich an der Spitze eines denkmalgeschützten Genossenschaftsbaus von 1905 ein traditionsreiches Restaurant. Im Außenbereich gibt es einen „Biergarten“, dem die Gaststätte den klangvollen Namen verdankt. Davon, wie wichtig früher große Gaststätten für das Umfeld waren, legt der geräumige und repräsentative Festsaal am Eckbau mit dem aufwendigen Giebel Zeugnis ab. Hier finden samstags Tangoveranstaltungen statt. Der Gastraum selbst strahlt mit seinen hohen Decken eine urbane Gelassenheit und mondäne Atmosphäre aus, wie man sie im Wedding selten findet. Zu essen gibt es moderne deutsche Küche – daran hat auch das neue Team festgehalten, das diese Kiez-Institution seit 2015 weiterführt.

Alles auf eine Karte gesetzt

Aktualisiert 2018: Um es kurz zu machen:  Genau so stelle ich mir eine ideale Kiezkarte vor. Auf den ersten Blick wirken die Orientierungspläne der Quartiersmanagements wie ein Produkt für Kinder. Wer genauer hinschaut, erkennt aber, dass sie maßstabsgetreu sind, so gut wie jedes Gebäude im Kartenausschnitt ist dreidimensional dargestellt – aber das, worauf es ankommt, was einen Ort aus der grauen Masse hervorstechen lässt, ist farblich und detailreich hervorgehoben. Der Weddinger Illustrator Burkhard Piller hat wunderbare Karten geschaffen. Ausgaben sind inzwischen für das QM-Gebiet Pankstrae, den Sprengelkiez und das QM-Gebiet Pankstraße erschienen.

Centre Français und anderswo: die Fête de la Musique wird bunt!

NettelbeckplatzDie Skandinavier begehen am 21. Juni seit Menschengedenken Mittsommer – während die Franzosen seit 1982 auf Initiative des damaligen Kulturministers Jack Lang ein landesweites, kostenloses Open-Air-Musik-Festival feiern. In keiner französischen Altstadt kann man an diesem längsten Tag des Jahres den musikalischen Klängen entgehen. Ab dem Jahr 1995 hat auch Berlin mit zahllosen Bühnen nachgezogen, und seit ein paar Jahren gibt es auch im Wedding ein paar Ableger dieses stimmungsvollen Festivals.

Die Kolumne: Wenn ein Kiez erwachsen wird

Verstetigung – oder was auch immer das bedeutet

Auch ein Produkt der Förderung: der Sprengelkiez
Auch ein Produkt der Förderung: der Sprengelkiez

So ein Quartiersmanagement ist eine feine Sache. In Stadtgebieten eingesetzt, in denen der soziale Schnellkochtopf gehörig unter Dampf steht, soll es lokale Akteure vernetzen, Geld für Nachbarschafts- und andere Projekte verteilen und am Ende eine lebenswerte Alltags-Atmosphäre herbeiführen. Wenn das nach Meinung der Verwaltung gelungen ist, zieht sie sich zurück und überlässt es den Einwohnern, sich um sich selbst zu kümmern. Das Ganze nennt sie Verstetigung. Die hat nun den Sprengelkiez erreicht, Anfang 2017 ist Schluss mit lustig.

Was passiert mit der Weddinger Kinderfarm?

Weddinger KinderfarmDie Weddinger Kinderfarm ist eine Institution an der Ecke Luxemburger Straße / Tegeler Straße. Allerlei Kleintiere und Ponys erfreuen seit über dreißig Jahren das Herz von Kindern aus dem ganzen Bezirk. „Leider ist es im vergangenen Jahr zu erheblichen Störungen in der Zusammenarbeit mit dem Träger Weddinger Kinderfarm e.V. gekommen, die eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich machen“, teilt die SPD-Bezirksstadträtin Sabine Smentek in einem offenen Brief mit. „Vor allem liegen vertraglich vereinbarte Sachberichte über die Arbeit und der Nachweis der Verwendung der vom Jugendamt bezahlten öffentlichen Mittel nicht vor.“ Dies erklärt der Sozialpädagoge Siegfried Kühbauer vom Verein in einem Artikel des Berliner Kuriers so: „Unser Kassenwart, ein vielbeschäftigter Ingenieur mit drei Kindern, dazu Friedensaktivist während der Ukraine-Krise, war enorm eingespannt. Er schaffte seine Arbeit nicht. Wir haben eine Überlastungsanzeige beim Bezirksamt gestellt.“ ¹