„Bélaplume“: Französisch designt, im Wedding bedruckt

In der Drontheimer Str. 34 befindet sich mit dem Stattlab eine große Siebdruckwerkstatt, in der verschiedenste Künstler und Designer Postkarten, Plakate oder auch Textilien bedrucken können. In Workshops kann man die Technik des Siebdrucks selbst erlernen. Auch nach der Schließung des Stadtbads Wedding, in der sich der Verein Stattlab e.V. gegründet hatte, ist das Künstlerkollektiv dem Wedding treu geblieben. Gemeinsam mit vielen anderen Künstlern arbeitet auch der 35-jährige Digitaldesigner Maxime Rabot in der Siebdruckwerkstatt – vor allem T-Shirts bilden den Grundstock seines Labels Bélaplume.

Europäische Tage des Kunsthandwerks im Wedding

Der Wedding ist nicht nur Heimat von 180.000 Menschen, sondern auch mit seinen vielen Remisen, Ateliers, Ladengeschäften und Hinterhöfen Arbeits- und Wirkungsstätte von zahlreichen Gestalterinnen und Gestaltern. Aus den Materialien Textil, Keramik und Metall stellen hier Designer und Kunsthandwerker erstaunliche und einmalige Produkte her. An diesem Wochenende geben viele von ihnen in ganz Berlin Einblick in ihre Arbeit und öffnen ihre Ateliers aus Anlass der Europäischen Tage des Kunsthandwerks. Wir haben die Weddinger Teilnehmer einmal aufgelistet.

Druckbar Wedding: Nicht einfach nur Siebdruck

Der Siebdruck ist dank der vielen Designermärkte und auch Etsy & Co. für viele kein Fremdwort mehr. Bis zum Format DIN A3 plus bei maximal drei Farben zu drucken kann eigentlich jeder. 
Dass diese Kunstform Passion, „Wahnsinn“ und auch Demut fordert, ist vielen aber nicht bewusst.
 Einer dieser „Siebdruck-Wahnsinnigen“ ist Leo Kloster mit seiner Druckbar Wedding.

 In der Gerichtstraße befindet sich nicht nur die Werkstatt, sondern dort ist auch ein Ort für den ganzen Kiez entstanden.

Ein Abend mit „ART & PIZZA“

Es ist Donnerstagabend, 18 Uhr. Noch schnell beim Supermarkt einkaufen. In diesem Fall beim Netto um die Ecke, in der Gerichtstraße. Aber anstatt mich in die Kassenschlange einzureihen, sehe ich eine Menschentraube vor der Druckbar Wedding. Leute sitzen auf der Straße. Ein Hund rennt hinter einem Stöckchen her. Ein Kind krabbelt munter auf dem Asphalt. Auf den Tischen liegen Holzbretter mit einer zungenförmigen Pizza. Unter den Holzbrettern ist jeweils ein Klarsichtfolie mit einem Siebdruck zu sehen. Auf einer Tafel steht: Art und Pizza.

Unverblümt durch die Gerichtstraße

Plakat11_5_Unverbluemt_DINA2_RZ_PF_161108.inddDie Tage werden kürzer und grauer, die Nächte länger und der Wind kälter. Zur Zeit Karls des Großen wurde der November auch „Windmond“ oder „Nebelung“ genannt und trägt heute aufgrund der zahlreichen Totengedenktage den Beinamen „Trauermonat“. Auf der letzten unverblümt-Kulturexpedition in diesem Jahr (18. November, Start: 17:30 Uhr) kommt ein wenig Farbe ins Novembergrau.