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Außergewöhnliches Textildesign und mehr:
Studio Akzynth: In Phantasie abtauchen

3. Februar 2024

Im Wedding könnt ihr jetzt eine bizarre Welt entdecken – die Produkte des Studios Akzynth in der Kameruner Straße verbinden Digital Art, surreale Illustrationen und Textildesign in einmaliger Weise.

Die Welt auf den Illustrationen von Evelina Palakartcheva ist eine absurde alternative Realität. Oft werden Tiere mit mechanischen Dingen verbunden, werden vermeintlich detailgetreue Darstellungen zu Ausflügen in eine andere Dimension. Dabei folgt die bulgarische Künstlerin, die Kunst in Sofia und Modedesign in Florenz studiert hat, keiner klaren Linie, sondern lässt sich zunächst von der Natur inspirieren. „Ich verarbeite meine Erfahrungen und Gedanken in den Phantasiegestalten, die auf meinen Zeichnungen entstehen“, sagt die sympathische 45-Jährige. Gemeinsam mit ihrem gleichaltrigen Mann Jean-Michel, der aus der Provence stammt, hat sie das Label Akzynth gegründet. Wenngleich sie nicht die Kunst, sondern ein Deutschkurs an der Volkshochschule zusammengeführt hat.

Jean-Michel Argaud hat sich eher auf Digital Art spezialisiert. Dabei spielt Berlin die Hauptrolle, die Stadt, in der er seit zehn Jahren wohnt. Auf seinen fantasievoll mit dem Computer gestalteten Bildern wuchert das Brandenburger Tor zu oder ranken sich Lianen vom Fernsehturm. Oder die Kugel des Fernsehturms ragt aus einer Wüste. Er schafft am Computer genauso absurde und surreale Welten wie seine Partnerin. Die Motive kann man als Postkarten, Poster oder Leinwände kaufen.

Seit ein paar Jahren vertreibt das bulgarisch-französische Künstlerpaar die Produkte auf dem Flohmarkt an der Museumsinsel, wo es viele Touristen gibt. Aber auch Berliner kaufen die Dinge mit Motiven aus ihrer Heimatstadt, denn sie fallen aus dem Rahmen und gehen über die üblichen Ampelmänner und Mauerbrocken weit hinaus. Evelina und Jean-Michel sind froh, in ihrem Wunschbezirk Wedding angekommen zu sein, den beide für seine Offenheit und Vielfalt schätzen. Und bald soll es auch Weddinger Motive geben.

Seit einem Jahr befindet sich die Siebdruckwerkstatt von Akzynth im Afrikanischen Viertel, seit Dezember ist auch ein Shop angegliedert. Und dort kann man die T-Shirts, Hoodies, Turnbeutel, Einkaufstaschen und sogar Kochschürzen direkt bei den Künstlern kaufen. Hier hat man denn auch Gelegenheit, in die absurde Welt, die ein bisschen an Jules Vernes Frühwerke der Science Fiction erinnert und stilistisch zum Steampunk gezählt wird, eintauchen. Viktorianische und Jugendstil-Ästethik verbindet sich mit naiv anmutenden Berlin-Collagen (ein entsprechendes an Holzschnittdruck erinnerndes Motiv ist der Verkaufsschlager). Postkarten und Poster runden das sehr preiswerte Angebot ab. Beutel kosten 8, T-Shirts 12 und Kissen 15 Euro. Bei Abnahme von 3 T-Shirts müsst ihr sogar nur 30 Euro zahlen.

Fotos: Jean-Michel Argaud

Studio Akzynth, Kameruner Straße 15, Öffnungszeiten (Boutique/Galerie): Dienstag bis Freitag 14-19 Uhr, Samstag 14-18 Uhr, Instagram-Profil, Website mit Online-Shop

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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