Schlagworte: Manufaktur

“stocubo”: So flexibel wie Weddinger eben sind

Wer auf der Suche nach dem selten gewordenem Alt-Berliner Flair ist, der wird in der Gottschedstraße 4 garantiert nicht enttäuscht. Das Gelände des ehemaligen Druckmaschinenherstellers Rotaprint präsentiert sich mit der besonderen Kulisse eines Stücks hauptstädtischer Industriegeschichte. Vieles scheint provisorisch, einiges unfertig, wieder anderes wirkt irgendwie wie selbstgebaut. Und genau das macht das Gelände so sympathisch.  Der Gebäudekomplex mit Denkmalstatus beherbergt neben Künstlern und Kreativen vor allem traditionelle Handwerksunternehmen wie beispielsweise den kleinen Möbelbetrieb „stocubo“ mit 15 Mitarbeitern. Weiterlesen

Eisladen Fehmarner Straße: Echte Profis für Eis und Kuchen

Schoko und Luise GästeEigentlich würde man in der ruhigen Fehmarner Straße kein Café erwarten. Doch auf halber Höhe zwischen der lauten Föhrer Straße und der Flaniermeile Nordufer springt dem Spaziergänger plötzlich eine große Eistüte ins Auge.
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Die Kolumne: Ist Handarbeit noch zeitgemäß?

Logo_ManufakturenSchon verrückt: Auf der einen Seite ist Wedding ganz offensichtlich ein idealer Nährplatz für Kreative, die mit Köpfchen und eigener Hände Arbeit so ziemlich alles herstellen, was das Konsumentenherz erfreut – vom aufgehübschten Möbel bis hin zu angesagter Mode. Nun aber müssen wir mit Erschrecken feststellen, dass gutes altes Handwerk offensichtlich nicht mehr gefragt ist. Wie anders lässt sich erklären, dass der geneigte Genießer schon sehr, sehr genau suchen muss, um in Wedding und Gesundbrunnen noch eine Bäckerei zu finden, die ihren Namen zu Recht trägt. Die also selbst den Teig für Brötchen, Brot und Kuchen knetet und dann erst den Ofen anwirft. Weiterlesen

Auf der Suche nach dem perfekten Geschenk im Kiez

Ja, das muss auch einmal gesagt werden: Nur um schöne und originelle Geschenke zu finden, muss der Weddinger oder die Weddingerin unseren schönen Ortsteil nicht mehr verlassen. Hier unsere Liste der Einkaufstipps für Wedding und Gesundbrunnen! Weiterlesen

Der Schirmmacher

Der Wedding ist einer jener liebenswerten Orte innerhalb Berlins, in dem es noch richtige Manufakturen gibt. Und dabei denke ich nicht an die Tortenwerkstatt, sondern an den Schuster umme Ecke, den Blechbläser (der Blechblasinstrumente repariert) oder eben den Schirmmacher. Wer ganz nach unten scrollt auf der Seite schirmmitcharme.de sieht Rolf Lippke, den Schirmmacher, in seiner Manufaktur in der Transvaalstraße. Weiterlesen

KeKu: Kerzen-Kunst aus der Brüsseler Straße

Kerzenmacher 4Auf der Suche nach einer Taufkerze habe ich den kleinen Laden im Brüsseler Kiez entdeckt. Wer – wie ich – den Laden zum ersten Mal betritt, bemerkt auf Anhieb den Unterschied zu konventionellen Kerzen aus dem Drogeriemarkt. In allen Farben, oft wie ein Regenbogen, sind die Kerzen gestaltet. Die Kerzen werden in einer eigenen Werkstatt hergestellt – in ganz besonderen Techniken. Diese hat Rainer Schweizer in vielen Jahren beim Kerzenmachen gelernt, weiterentwickelt und perfektioniert.

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“Preußische Spirituosenmanufaktur”: Hundertprozentig hochprozentig

Mit verstaubten Exponaten hinter Vitrinen lassen sich Geschmacksrichtungen schlecht erlebbar machen. Wenn aber mit museumsreif aussehenden Kupferkesseln, seltsam anmutenden Destillierapparaturen und Steinkrügen nach 140 Jahre alten Rezepten Spirituosen von Hand hergestellt werden, die man probieren und käuflich erwerben kann, handelt es sich um eine besonders kuriose Form der Traditionspflege im Berliner Stadtteil Wedding.

Preußische SpirituosenmanufakturWer den unscheinbaren Zweckbau im Hof der Seestraße 13 betritt, erwartet an dieser Stelle ganz bestimmt keine Sammlung origineller technischer Geräte. Zur Sicherheit steht an der Klingel der Spirituosenmanufaktur im Treppenhaus eine Telefonnummer, denn die Destillateure könnten sich ja im Kellergewölbe befinden, wo die Destillation stattfindet. Bereits im Jahr 1874 wurde die Versuchs- und Lehranstalt für Spiritusfabrikation eingerichtet – der preußische Staat dachte damals ganz praktisch an die Weiterverwertung eventueller Kartoffel- oder Getreideüberschüsse in Form von Alkohol. Der auf die Tradition weisende Schriftzug “Institut für Gärungsgewerbe” prangt jedenfalls noch heute auf dem über hundert Jahre alten Backsteingebäude, zur verkehrsumtosten Seestraße hin.

Preußische SpirituosenmanufakturDas Institut gibt es in anderer Form noch immer, doch seine historischen Apparaturen werden seit 2008 von einem Vier-Personen-Betrieb verwendet, der “Preußischen Spirituosen-Manufaktur” (PSM). Die Räumlichkeiten des kleinen, aber traditionsreichen Betriebs kann man übrigens nach Voranmeldung und gegen Eintritt besichtigen, und eine Verkostung einiger Spirituosensorten gehört selbstverständlich zum Besuchsprogramm. Schon der erste Institutsleiter, Max Delbrück, stellte mit seinen Studenten Liköre und Obstbrände her und verewigte die Ergebnisse seiner Experimente im “Brevier der flüssigen Freuden”.

Historische Rezepte, neu interpretiert

Preußische SpirituosenmanufakturÜber 80 Rezepte, darunter das Urrezept für den “Adler-Gin” und den “Adler-Wodka”, und auch viele Apparaturen stammen aus dieser Zeit. Doch die beiden Betreiber der Manufaktur, Ulf Stahl, Professor für Mikrobiologie, und Gerald Schroff, langjähriger Barmann, prägen die geerbten Rezepturen für die Verfeinerung traditioneller hochprozentiger Getränke mit ihrem eigenen Sachverstand. Eine Destillateurin und ein Auszubildender komplettieren das Experten-Quartett.

Die Bandbreite der von Hand hergestellten Spirituosen ist enorm: Kräuter-, Obst-, Rosen- und Zimtliköre, Magenbitter, Danziger Goldwasser, Getreidekümmel, Wodka – und der Delbrücksche Adler Gin in der charakteristischen Flasche. Da traf es sich gut, dass die beiden Geschäftsführer ausgesprochene Liebhaber des Wacholderschnaps’ Gin sind –  ihr gemeinsames Interesse haben sie allerdings erst nach einem schmerzhaften Zusammenstoß auf einer Skipiste abends an einer  österreichischen Hotelbar entdeckt. Das Ergebnis dieses Crashs war ein Glücksfall für den Wedding.

Preußische SpirituosenmanufakturLogo_ManufakturenDer Alkohol als Grundlage wird in der PSM übrigens nicht selbst hergestellt. Dort konzentriert man sich eher auf die Herstellung der Pflanzenessenzen, Mazerate und Destillate. Etwa 200 verschiedene “Drogen” stehen für die Weiterverarbeitung zur Verfügung. Durch Hinzugabe von Alkohol entstehen daraus die 35 verschiedenen Spirituosen, die die PSM im Angebot hat.

Die Tradition im Wissenschaftsviertel zwischen Amrumer Straße und Seestraße bleibt uns hoffentlich noch eine Weile erhalten!

Preußische Spirituosenmanufaktur

Seestr. 13 (Hof, links), 13353 Berlin

Tel.: 030 – 450 28 537, Fax: +49 30 – 450 28 539

Spirituosenverkauf: Mo-Fr 9-19 Uhr, bzw. nach Vereinbarung

Website mit Online-Shop

“Wedding Works”: von Hand gemacht im nördlichen Wedding

In diesem Blog haben wir schon über einige der Manufakturen im Wedding berichtet, die hier günstige Produktionsbedingungen für ihre Nischenprodukte gefunden haben. Nun arbeiten vier räumlich nah beieinander liegende Manufakturen zusammen. Den Produkten ist eines gemeinsam: sie sind alle handgemacht und haben mit Massenware nichts zu tun.

Uta Koloczek und ihr ErfolgsproduktWer sich für Kreatives im Wedding interessiert, sollte sich den 23., 24. und 25. November für die „Wedding Works“ vormerken. Etwas abseits der Müller- und der Seestraße haben sich um die Kameruner Straße herum einige Manufakturen angesiedelt. Dabei dienen den Kreativen die Ladenlokale in erster Linie als Produktionsorte. Dadurch sind leider keine regelmäßigen Öffnungszeiten möglich. Deshalb laden sie erstmalig gemeinsam am letzten November-Wochenende unter dem Titel „Wedding Works“ zu sich ein. Der Titel ist zugleich auch Programm, denn im Mittelpunkt steht das Handwerk. Jeder produziert selbst und zwar vor Ort. Es ist, wenn man so mag, der Gegenentwurf zur Welt der Massenproduktion.

Den Kreativen über die Schulter schauen

Haus der feinen Kost (Foto: Elke Stamm)
Haus der feinen Kost (Foto: Elke Stamm)

Die Stadtteilvertretung Müllerstraße, die als Jury über die Gelder des Gebietsfonds wacht, fand die Idee spannend und unterstützt somit das Projekt auch finanziell. Das Ganze war zunächst für den Sommer geplant, die Haushaltssperre führte zu einer mehr monatlichen Verzögerung.„Wedding Works“ beinhaltet eine Eröffnung, ein Kulturprogramm und Führungen. Im Vordergrund stehen die handwerklichen Techniken, vor allem am Samstag und Sonntag. Da kann jeder, der mag, den Kreativen über die Schulter schauen. Es soll aber auch mitgemacht, mitgedacht und probiert werden z.B. bei der Herstellung von Gürteln, dem Gießen von Porzellan, dem Entwerfen von Kleidern oder bei der Verkostung von Salatsoßen und Gewürzmischungen.

In Zukunft gemeinsam

Für die Zukunft wird als ein verbindendes Element ein Label entwickelt und ein Flyer mit den Standorten der Beteiligten herausgegeben. Es soll eine einheitliche Fahne für die Läden erstellt werden. Diese soll dann den Besuchern helfen, die Werkstätten zu finden und darauf hinweisen, dass sie geöffnet sind. Mit dabei sind das „Haus der feinen Kost“, die „manuFACTORY“, die „Montagehalle-Berlin“ sowie „Leevenstein“.
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Wedding Works

23. – 25. November

verschiedene Läden im Afrikanischen Viertel

“ManuFactory”: Die Porzellan-Werkstatt im Wedding

Die Werkstatt in der Lüderitzstr. 13
Die Werkstatt in der Lüderitzstr. 13

Uta Koloczek bietet im unscheinbaren Afrikanischen Viertel etwas ganz Besonderes an: eine Werkstatt für Künstler, Designer oder Privatleute, die einmal gerne selbst mit dem Werkstoff Porzellan arbeiten möchten.

Eine Gussform für Porzellan
Eine Gussform für Porzellan

Schräg gegenüber einer Töpferei in der Lüderitzstraße hat die 32-jährige Keramik-Designerin eine auf Porzellan spezialisierte Werkstatt eingerichtet. “Porzellan hat andere Eigenschaften als Ton und ist nicht einfach zu bearbeiten”, sagt Uta Koloczek. Porzellan besteht aus weißem Kaolin-Gestein und ist weniger porös als Tonerde. Es wird flüssig in Gipsformen gegossen, die man bis zu 70 Mal wiederverwenden kann., “Ein Töpfer fährt seinen Ofen nicht auf die Temperatur von 1300 Grad Celsius hoch, die für das Brennen von Porzellan erforderlich ist”, erklärt die gebürtige Thüringerin, die in Halle an der Burg Giebichenstein und in den USA studiert hat. Im Hobbybereich ist die komplizierte Porzellanherstellung daher eine Seltenheit, und auch Künstler, die mit dem Material einmal experimentieren wollen, stehen bei den bekannten Porzellan-Manufakturen oft vor verschlossenen Türen. Hier setzt Uta Koloczeks Geschäftsidee an, ihre spezialisierte Werkstatt für Kurse zu öffnen und Künstlern auch einen Arbeitsplatz in ihren Räumen für eine Tagesmiete von 20 Euro anzubieten. Sie empfindet ihre Werkstatt für Keramik als Schnittstelle, die es in dieser Form in Berlin kein zweites Mal gibt. Gleich nebenan befindet sich eine Manufaktur für Lederwaren, deren Betreiberin in vielerlei Hinsicht auf eine ähnliche Art arbeitet und ihre Waren verkauft wie Uta Koloczek.


Ironisch-verspielte Porzellan-Chihuahuas
Ironisch-verspielte Porzellan-Chihuahuas

“Die Arbeit mit Porzellan ist im Wesentlichen eine sehr handwerklich-technische”, sagt die Werkstattbetreiberin, die seit 2010 im Weddinger Sprengelkiez lebt. Doch sie ist eben auch Designerin und vertreibt ihre eigenen Kollektionen. “Porzellan-Figurinen kennt man aus Omas Vitrine, aber nur wenige haben eine Neuinterpretation gewagt”, beschreibt Uta Koloczek ihre Herangehensweise. Herausgekommen sind originelle Vierbeiner wie Möpse und Chihuahuas, die in ihrer Grundform in der Thüringer Manufaktur Reichenbachgegossen werden. Dabei müssen die Füße und der Schwanz einzeln an den Körper angebracht werden, weshalb Uta Koloczek diese Arbeit ausgelagert hat. “Ich arbeite mit einer großen Bandbreite an Mustern”, erzählt die Designerin, “das geht von kitschig-ironisch bis schick. Es sollen Wohnaccessoires sein, die Spaß machen sollen.”

Uta Koloczek und ihr Erfolgsprodukt
Uta Koloczek und ihr Erfolgsprodukt

Mit Humor hat sie die Hunde und auch Totenkopfäffchen entworfen und verziert. Auch wenn sie weiß, dass es nur wenige Menschen im Wedding geben dürfte, die sich solche Figurinen leisten können – über die Mitarbeit bei der renommierten Porzellanfabrik Goebel ist es ihr aber immerhin gelungen, dass einige der Porzellanhunde auch schon bei Karstadt am Leopoldplatz verkauft wurden.

ManuFactory Kurse + Werkstatt

Uta Koloczek

Lüderitzstr. 13

Mail: utakoloczek@gmx.de 
Tel.: 0178-3725521