Europäische Tage des Kunsthandwerks im Wedding

Der Wedding ist nicht nur Heimat von 180.000 Menschen, sondern auch mit seinen vielen Remisen, Ateliers, Ladengeschäften und Hinterhöfen Arbeits- und Wirkungsstätte von zahlreichen Gestalterinnen und Gestaltern. Aus den Materialien Textil, Keramik und Metall stellen hier Designer und Kunsthandwerker erstaunliche und einmalige Produkte her. An diesem Wochenende geben viele von ihnen in ganz Berlin Einblick in ihre Arbeit und öffnen ihre Ateliers aus Anlass der Europäischen Tage des Kunsthandwerks. Wir haben die Weddinger Teilnehmer einmal aufgelistet.

Versteckt im Wedding (Teil 1)

Der Garten des Hotel Grenzfall. Foto: S. Ostertag
Foto: S. Ostertag

Der Wedding ist übersichtlich in ein paar Kieze eingeteilt, dazu ein paar Parks und Plätze. Fertig ist das Bild vom grauen Ghetto am Rand der Berliner Innenstadt. So scheint es zumindest. In Wirklichkeit ist der Wedding ein riesiger grüner Dschungel voller großer und kleiner Besonderheiten. Die Kleinode und höchst bemerkenswerten Schätze erschließen sich aber nicht jedem oberflächlichen Betrachter. Deshalb helfen wir mit unserer Serie ein bisschen dabei, sie aufzuspüren.

KeKu: Kerzen-Kunst aus der Brüsseler Straße

Auf der Suche nach einer Taufkerze habe ich den kleinen Laden im Brüsseler Kiez entdeckt. Wer – wie ich – den Laden zum ersten Mal betritt, bemerkt auf Anhieb den Unterschied zu konventionellen Kerzen aus dem Drogeriemarkt. In allen Farben, oft wie ein Regenbogen, sind die Kerzen gestaltet. Die Kerzen werden in einer eigenen Werkstatt hergestellt – in ganz besonderen Techniken. Diese hat Rainer Schweizer in vielen Jahren beim Kerzenmachen gelernt, weiterentwickelt und perfektioniert.

„stocubo“: So flexibel wie Weddinger eben sind

(C) stocubo

Wer auf der Suche nach dem selten gewordenem Alt-Berliner Flair ist, der wird in der Gottschedstraße 4 garantiert nicht enttäuscht. Das Gelände des ehemaligen Druckmaschinenherstellers Rotaprint präsentiert sich mit der besonderen Kulisse eines Stücks hauptstädtischer Industriegeschichte. Vieles scheint provisorisch, einiges unfertig, wieder anderes wirkt irgendwie wie selbstgebaut. Und genau das macht das Gelände so sympathisch. Der Gebäudekomplex mit Denkmalstatus beherbergt neben Künstlern und Kreativen vor allem traditionelle Handwerksunternehmen wie beispielsweise den kleinen Möbelbetrieb „stocubo“ mit 15 Mitarbeitern. Jetzt gibt es in der Exerzierstr. 14 auch einen Showroom.