„Vorkaufsrecht für das Eckhaus Kolonie- Ecke Osloer nutzen!“

Mieterinnen und Mieter eines aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplexes an der Koloniestraße / Osloer Straße bangen um ihre Wohnungen und Gewerberäume. Sie haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, um sich für einen Kauf des Hauses durch den Bezirk stark zu machen. Ihr Appell an den Bezirksstadtrat Ephraim Gothe und an den Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel: Machen Sie Gebrauch vom Vorkaufsrecht! Heute Abend um 18 Uhr findet eine Protestaktion statt.

Neues vom Problemhaus Kameruner Str. 5

Foto Luise Graeff

Viel wurde schon geschrieben über die Zustände in dem Eckhaus in der Weddinger Kameruner Straße 5. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres häuften sich die Medienberichte über Müllberge im und vor dem Haus, in dem sich Ratten tummeln, und unzumutbare Wohnzustände. Die Mieter klagten zudem über fehlendes warmes Wasser und abgestellten Strom.

Regelmäßig kommt es unter den Bewohnern zu Streit, Polizeieinsätze sind fast an der Tagesordnung. Der Bezirk möchte dem Chaos in dem Haus schon lange ein Ende setzen. Zuletzt war auch der Einsatz von Sozialarbeitern im Gespräch. Versuche des Bezirksamts, mit dem Eigentümer in Kontakt zu treten, scheiterten zunächst. Nun aber äußerte sich dieser über seine Mieter: Er sieht den Bezirk in der Pflicht, sein Haus jetzt räumen zu lassen.

AmMa65: Herz statt Profit

AmMa65 Haus
Foto: AmMa65

„Zunächst leben wir. Und das nicht irgendwo – nein, wir leben in unserem geliebten Kiez, dem Wedding 65. In den Eckhäusern der Amsterdamer Straße 14 und Malplaquetstraße 25. Für uns ist es die schönste Ecke der Welt – na gut, vielleicht auch nur die schönste Ecke, die wir kennen.“ Das schreiben die Hausbewohner, die sich im Verein AmMa65 organisiert haben. Denn sie haben ein Ziel: ihr Haus selbst kaufen, damit es nicht zum Spekulationsobjekt Anderer wird.

Anmerkung der Redaktion: 
Wir vom Weddingweiser verzichten auf die übliche Wochenschau und machen Platz für den Aufruf, mit dem die wehrhafte Hausgemeinschaft an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Rosa Parks‘ Zufluchtsort steht jetzt im Wedding

Rosa Parks HausKunst Ryan Mendoza, ein amerikanischer Künstler, hat ein Holzhaus mitten im Soldiner Kiez gebaut. Dabei gehört das marode wirkende Haus eigentlich gar nicht in den Wedding, denn es ist ein Teil der Geschichte der USA. Zwar gibt es nicht viele Häuser, die es über den Ozean geschafft haben. Doch das Besondere daran ist die mutige Frau, die in dem Haus Zuflucht gefunden hatte: Rosa Parks.

Zerlegtes Rosa Parks -Haus im Wedding wieder aufgebaut

Rosa Parks Haus Foto: Fabia Mendoza
Foto: Fabia Mendoza

AKTUALISIERT MÄRZ 2017: Häuser werden abgerissen, wenn sie im Weg stehen. Das ist in Berlin bei der Verlängerung der Stadtautobahn, beim Neubau von Eigentumswohnungen oder bei zu langer Vernachlässigung der Bausubstanz der Fall. Auch im US-amerikanischen Detroit ist ein solches Haus verschwunden, nämlich das von Rosa Parks.