Auf Abruf: Kugelbahn Wedding

Außenansicht der Kugelbahn in der Grüntaler Straße. Foto: Sandy Stöckel
Foto: Sandy Stöckel

Die Kugelbahn Wedding ist ein Faszinosum. Ihre Architektur ist so selten und ausgefallen wie ein kostenloser Parkplatz in Prenzlauer Berg. Der verglaste Flachbau, ihr Interieur und die 50 Jahre alte Kegelbahn im Keller erinnern an ein amerikanisches 60er Jahre Film-Set. Rustikal und kultig. Besonders, weil die Konstruktion der Kegelbahn im Keller – vorne schmal, im Mittelteil ausgehöhlt, hinten breiter – eine echte historische Rarität ist. Der Keller bietet nicht nur Platz für Präzisionssportart, sondern auch eine kleine Bühne für Konzerte, Lesungen oder Comedy. Allen, die es bis jetzt noch nicht hingeschafft haben, sei geraten das in naher Zukunft nachzuholen, denn die beliebte Location in der Grüntaler Straße schließt Ende 2019 (2019 aktualisiert, die Red.).

Wandern rund um den Wedding (Teil 2)

Parks im Wedding: Frühling im Humboldthain. Foto: Hensel
Frühling im Humboldthain. Foto: Hensel

… und auf grünen Wegen mitten durch die Stadt! Denn dass der Wedding nicht überall ein tristes Häusermeer ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Jede Menge Gewässer, Parks, Grünzüge und Kleingärten durchbrechen das Straßen- und Gebäudegewirr. Verbindet man die vielen grünen Wege zu einem 11 Kilometer langen Rundwanderweg, kann der Wanderer mitten in der Großstadt erstaunlich viele ruhige Ecken entdecken. Diesmal umrunden wir den Soldiner Kiez, den Bahnhof Gesundbrunnen und das Brunnenviertel.

Grüntaler Straße: Der Wandel kommt von Süden

Eckkneipe Beim Dicken Grüntaler Straße Gesundbrunnen
Foto: Samuel Orsenne

Lange war sie eine unauffällige Wohnstraße, nur wenige hundert Meter von der ehemaligen Zonengrenze an der Bornholmer Brücke entfernt. Doch seit einigen Jahren tut sich etwas in der Grüntaler Straße in Gesundbrunnen– vor allem an ihrem südwestlichen Ende. Neben neuen Bars gibt es auch einen Laden mit Büchern über elektronische Musik und die Möglichkeit, in eine Performance zu geraten.

Ein Spaziergang durch Gesundbrunnen

St Paul BadstraßeUnser Rundgang beginnt an der Badstraßenbrücke über die Panke. Wir biegen in die Badstraße ein, wo es auf dem Abschnitt bis zur Pankstraße noch eine geschlossene gründerzeitliche Bebauung mit reich verzierten Wohnhäusern gibt (z.B. Vorderhaus des Marienbads Badstraße 35-36; aus dem Jahr 1904/05 mit einer Hermes-Skulptur über einem Bogen). Ein stilprägender Kirchenbau ziert die Ecke Badstraße/Pankstraße. Die St.Pauls-Kirche von 1835 wurde als eine von vier Nordberliner Kirchen durch Karl Friedrich Schinkel geplant. Der klassizistisch-nüchterne Hallenbau wurde erst 1889/90 um einen Glockenturm und 1910/11 durch ein Gemeindehaus ergänzt. Da die Kirche im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt war, wurde sie äußerlich originalgetreu, innen aber von 1952-57 im zeitgenössischen Stil wieder aufgebaut (Architekt H.Wolff-Grohmann). Dieser steht als Zeugnis der Architektur der 1950er Jahre selbst unter Denkmalschutz.

Bücher, Essen, Musik und Kunst – ein Tag für alle Sinne bei „Echo Bücher“

Samstagnachmittag, Gesundbrunnen, Grüntaler Straße, Buchladen – bei diesen Worten nimmt ein unbestimmtes Bild von buntem Menschengewusel, einer scheinbar ruhigen Nebenstraße mit wenigen Bars und Kneipen und einem kleinen, vielleicht etwas chaotischen Buchladen vor dem geistigen Auge Gestalt an.