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Der etwas andere Spaziergang:
Wandern rund um den Wedding (Teil 2)

Ein Rundweg, der die grünen (und blauen) Seiten des Gesundbrunnen zeigt.

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Parks im Wedding: Frühling im Humboldthain. Foto: Hensel
Früh­ling im Hum­boldt­hain. Foto: Hensel

… und auf grü­nen Wegen mit­ten durch die Stadt! Denn dass der Wed­ding nicht über­all ein tris­tes Häu­ser­meer ist, dürf­te inzwi­schen all­ge­mein bekannt sein. Jede Men­ge Gewäs­ser, Parks, Grün­zü­ge und Klein­gär­ten durch­bre­chen das Stra­ßen- und Gebäu­de­ge­wirr. Ver­bin­det man die vie­len grü­nen Wege zu einem 11 Kilo­me­ter lan­gen Rund­wan­der­weg, kann der Wan­de­rer mit­ten in der Groß­stadt beim Wan­dern erstaun­lich vie­le ruhi­ge Ecken ent­de­cken. Dies­mal umrun­den wir den Sol­di­ner Kiez, den Bahn­hof Gesund­brun­nen und das Brunnenviertel. 

Die Stre­cke zum Wan­dern als Karte

Klar, wir befin­den uns in einer Groß­stadt. Des­halb ist es an der ein oder ande­ren Stel­le grau in grau, aber im Gro­ßen und Gan­zen ver­fügt der Wed­ding über recht vie­le Quer­ver­bin­dun­gen, die die Parks und Grün­zü­ge zusam­men­brin­gen. An den mit einem Stern gekenn­zeich­ne­ten Stel­len könnt ihr gut ein­keh­ren und mit­ten in der Groß­stadt wandern.

Grüner als an der Panke geht’s kaum

Los geht es am reprä­sen­ta­tiv gestal­te­ten Brun­nen­platz, wo das Wed­din­ger Wap­pen in Form eines Stra­ßen­pflas­ters ange­legt ist. Wir gehen hin­ter das pom­pö­se “Schloss” des Amts­ge­richts Wed­ding und sto­ßen auf die kanal­ar­ti­ge Pan­ke. Hal­ten wir uns rechts, geht es jetzt bis zur Bad­stra­ßen­brü­cke. Es ist kein Ver­gnü­gen, die ver­kehrs­rei­che Kreu­zung* lin­ker­hand an der Ampel zu über­que­ren. Geht man gera­de­aus hin­ter das rote Back­stein­haus und biegt dann nach rechts in den klei­nen Tram­pel­pfad, kann man die auf ein­mal male­risch vor sich hin plät­schern­de Pan­ke auf einer klei­nen Brü­cke über­que­ren. Das Lui­sen­bad, heu­te die his­to­ri­sche Fas­sa­de einer moder­nen Biblio­thek, kann mit Fug und Recht als das schöns­te Klein­od des gan­zen Stadt­teils bezeich­net werden.

Panke Radweg Franzosenbecken
Am Fran­zo­sen­be­cken, Foto: Samu­el Orsenne

Links geht es am Fluss ent­lang, über die auto­bahn­ar­ti­ge Oslo­er Stra­ße und spä­ter muss noch die Sol­di­ner Stra­ße* gekreuzt wer­den. Immer hält sich der Fuß­weg am Was­ser, immer ist es grün. Am Fran­zo­sen­be­cken, einem auch “Olymp” genann­ten Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­cken, öff­net sich der Blick auf eine vor­städ­ti­sche wei­te Land­schaft. Auf Höhe Gott­schalk­stra­ße wech­seln wir wie­der die Pan­ke­sei­te auf einer Brü­cke und fol­gen dem Fluss bis zur Küh­ne­mann­stra­ße. Wie­der geht es über die Pan­ke, doch gleich danach unter der Nord­bahn­brü­cke hin­durch. Hier ist der (grü­ne) Mau­er­strei­fen mit sei­nen schö­nen Kirsch­bäu­men. Wir hal­ten uns rechts bis zur Wollank­stra­ße*, unter­que­ren erneut die Bahn und bie­gen hin­ter der Ampel links in die ruhi­ge Steegerstraße.

Der Name Grüntaler sagt alles

Hier muss ein paar hun­dert Meter lang auf Parks ver­zich­tet wer­den. Doch die Stee­ger­stra­ße biegt sanft nach rechts und wird zur brei­ten Grün­ta­ler Stra­ße, die ihrem Namen alle Ehre macht! Ein frü­he­res Gleis­bett hat sich näm­lich in eine brei­te Grün­an­la­ge ver­wan­delt, die wir – über die Oslo­er Stra­ße hin­weg – beim Wan­dern entlangstreifen.

In die brei­te Bel­ler­mann­stra­ße gehen wir links hin­ein, hier steigt der Weg leicht an. Das muss er auch, denn gera­de­aus geht es zur beein­dru­cken­den Mil­lio­nen­brü­cke auf der Swi­ne­mün­der Stra­ße, mit der die Glei­se der Ring‑, der Stet­ti­ner und der Nord­bahn über­quert wer­den. Ihren Namen ver­dankt sie ent­we­der der (gefühl­ten) 1 Mil­li­on Nie­ten oder den explo­die­ren­den Bau­kos­ten. Immer gera­de­aus wird die Swi­ne­mün­der im Brun­nen­vier­tel zu einer grü­nen und fuß­gän­ger­freund­li­chen Bum­mel­mei­le. Vor­bei am oran­ge­far­be­nen Raum­schiff des frü­he­ren Ranke‑, spä­ter Dies­ter­weg-Gym­na­si­ums bie­gen wir in die Lort­zing­stra­ße, die gera­de­wegs in den Mau­er­park führt. Vor der Schme­ling-Hal­le rechts stür­zen wir uns ins Gewim­mel des gut besuch­ten Parks. Auf der ande­ren Sei­te der Ber­nau­er Stra­ße beginnt der Kolon­nen­weg ent­lang des frü­he­ren Mau­er­strei­fens*, der an der Kapel­le der Ver­söh­nung und der Mau­er­ge­denk­stät­te vor­bei­führt. Am Nord­bahn­hof lohnt sich ein Abste­cher in den Park am Nord­bahn­hof, der vor eini­gen Jah­ren auf dem Gleis­vor­feld des frü­he­ren Stet­ti­ner Bahn­hofs ange­legt wurde.

Rostige Brücken, roter Steg

Humboldtsteg-Brücke-GesundbrunnenRechterhand führt am (vor­läu­fi­gen) Ende des Parks eine Ram­pe hin­ab zur Gar­ten­stra­ße. Folgt man der Gar­ten­stra­ße links und biegt unter den impo­san­ten Lie­sen­brü­cken rechts in die Sche­ring­stra­ße, kommt man an der Ecke Hus­si­ten­stra­ße in den Volks­park Hum­boldt­hain. Zwi­schen den bei­den Trüm­mer­ber­gen kann man her­vor­ra­gend durch den von der Außen­welt abge­schot­te­ten Land­schafts­park strei­fen, Haupt­sa­che, man lan­det am Schluss auf dem roten Hum­boldt­steg, der unter­halb der Klet­ter­wand über die Glei­se der Nord­süd-S-Bahn führt. Kurz rechts in die Hoch­stra­ße, dann aber gleich in die Bött­ger­stra­ße abbie­gen, und berg­ab geht es zum Aus­gangs­punkt der Tour, den Brunnenplatz.

Län­ge: ca. 11,3 km

Teil 1 der Wan­de­rung durch den west­li­chen Wedding

weddingweiserredaktion

Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

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