4 Tipps für regionale Lebensmittel

Sechs von zehn Befragten legen beim Einkauf Wert darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen. Und der Handel nutzt dieses neu entstandene Bewusstsein des Kunden auch aus. Manchmal findet das Niederschlag im Verkauf von wirklich vor Ort produzierten Lebensmitteln. Oder es wird ein Regionalsiegel vergeben und die Preisschilder enthalten eine Kennzeichnung des Herkunftsortes. Mit etwas mehr Aufwand ist es jedoch möglich, gezielt tatsächlich in der Region produzierte Lebensmittel zu kaufen und manchmal sogar den Produzenten selbst kennenzulernen.

Too Good to Go: Mit einer App Weddinger Lebensmittel retten

Jährlich werden mehr als ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weltweit weggeworfen. Die App Too Good To Go versucht dem entgegenzuwirken, indem Betriebe überschüssiges Essen kurz vor Ladenschluss zu einem günstigeren Preis anbieten. Besonders Cafés, Supermärkte und Bäckereien im Wedding stehen nun im Fokus des Managements. Bereits 17 Betriebe – darunter Cafés, Ketten und Caterer – haben ein Profil in der App. 

Für wen sich der Ökomarkt auf dem Leo lohnt

Auf dem Leopoldplatz befindet sich, man mag es kaum glauben, der älteste noch bestehende Ökomarkt der Stadt. Dienstags und freitags gibt es hier Biobrot, Bio-Obst und -Gemüse, Bio-Milch und -Käse und frische Säfte. Nur Freitags werden auch regionale Fleischprodukte verkauft und es gibt einen Räucherfischstand. Das alles ist sehr übersichtlich, aber wer sich mit den Marktständen auskennt, wird ein ausreichendes Angebot vorfinden. Für wen ist dieser Markt denn genau das Richtige?

Weddinger Wochenmärkte

Wochenmarkt Genter Str„Ham‘ Se schon jehört?“ Tja, auf einem Markt werden eben nicht nur Waren ausgetauscht, sondern auch Informationen. Besonders heute, in Zeiten von Onlinehandel und recht anonymen Supermärkten, ist ein Marktbesuch eine gute Möglichkeit, Produzenten und Händlern wieder Auge in Auge gegenüberzustehen, ein Gespräch zu führen und Fragen zu den Produkten zu stellen. Einkaufen hat so auch wieder etwas mit Sozialkontakten zu tun, und teurer ist ein Markteinkauf auch nicht unbedingt. Seit dem Verschwinden der alten Müllerhalle gibt es keinen überdachten Markt mehr im Wedding. Somit ist der Marktbesuch eher etwas für Tage mit trockenem Wetter. Doch wo gibt es im Wedding Wochenmärkte und an welchen Tagen? Hier ein Überblick…

Marktschwärmer: Gib deinem Bauern die Hand!

Obst Gemüse[Aktueller Beitrag vom 2. Mai 2017: Bitte, erkläre mir Marktschwärmer] – Produkte aus der Region gibt es jetzt direkt vom Erzeuger. Immer mehr Menschen schätzen frische und gesunde Lebensmittel aus der Region. Im Haus der Jugend und im Castle Pub findet in der Winterzeit jeden Mittwochabend ein Bauernmarkt mit regionalen Produkten aus Berlin und Brandenburg statt.

Der Kartoffelladen von Bauer Reppin: Direkt vom Hof in den Wedding

Bauer Reppin 2Wen die Weddinger in ihr großes Herz geschlossen haben, den lassen sie nicht so leicht wieder ziehen. Ein bekannter Marktstand aus der alten Müllerhalle – wer erinnert sich nicht an ihren rauen Charme – ist durch den Abriss und Neubau der Markthalle als Einkaufszentrum heimatlos geworden. In der neuen Müllerhalle sind keine geeigneten Gewerbeflächen für ein solches Angebot vorhanden. Anfangs hat der Bauer Heiko Reppin aus der Altmark noch auf dem Bürgersteig vor der Müllerhalle Eier und Kartoffeln verkauft. Später gehörte sein Gemüsestand vier Jahre lang zum Inventar der schummrigen Einkaufshöhle, bis das legendäre Gebäude im Jahr 2012 seine Pforten für immer schloss. Doch die Stammkunden, überwiegend ältere Kiezbewohner des nördlichen Wedding, trauerten „ihrem“ Bauern nach. Für sie muss es kein Biogemüse sein, kein Wohlfühlambiente geben, keine Treuepunktaktion für die Bindung sorgen – sie wünschen sich einfach nur die bewährte Qualität aus der Region, ein freundliches Gespräch mit der Verkäuferin und verlässliche Preise.

Das erste Jahr im Wedding

Unsere Autorin ist von Hamburg nach Berlin gezogen. Die Wahl der Wohnlage fiel auf den Wedding. Nach einem Jahr zieht sie eine Bilanz….

Oudenarder StrDie Wohnung liegt nicht in Prenzlberg, Kreuzberg oder Mitte, sondern im Wedding. Und das auch nicht im bereits gut durchgentrifizierten Sprengelkiez oder irgendwie dicht genug dran an Mitte oder Prenzlberg, dass die Hipster es noch akzeptabel finden (ein Kollege wollte sich neulich ernsthaft lieber in Mitte treffen, den Wedding möge er nicht so).