“Bioladen”: Das Wohlfühl-Konzept

Auf­ge­räumt, struk­tu­riert, hell: so prä­sen­tiert sich der “Bio­la­den”. Zugleich ist die Atmo­sphä­re ein­la­dend – hier soll man es sich auch bei einem Heiß­ge­tränk gemüt­lich machen können.

“Zu mir kom­men auch Leu­te, denen Bio total egal ist – ein­fach, weil ihnen der Kaf­fee schmeckt”, sagt Mar­ti­na Mar­ggraf. Die 27-Jäh­ri­ge betreibt seit Som­mer 2011 in der Tege­ler Stra­ße 30 im Spren­gel­kiez den “Bio­la­den und Café”. Dar­in ist alles ziem­lich lokal oder regio­nal, was der Laden­in­ha­be­rin beson­ders wich­tig ist: “Vie­le Pro­duk­te kom­men aus Ber­lin, zum Bei­spiel das Brot aus der Bio­bä­cke­rei Buc­co im Wed­ding.” Sogar der fair gehan­del­te Kaf­fee wird aus der Rös­te­rei eines Kiez­be­woh­ners gelie­fert. Mar­ti­na Mar­ggraf kennt vie­le Lie­fe­ran­ten – und damit die Her­kunft ihrer Pro­duk­te – per­sön­lich, allein schon aus ihrer Zeit als Ver­käu­fe­rin auf dem Öko­markt am Leo­pold­platz. Und auch jetzt ist sie noch bei vie­len Ver­an­stal­tun­gen wie dem Weih­nachts­markt oder der Fête de la Musi­que mit einem Markt­stand dabei.

Kein Wun­der, dass der Bio­la­den im Kiez dank ihrer Kon­tak­te mitt­ler­wei­le so etwas wie eine Anlauf­stel­le gewor­den ist, um Infor­ma­tio­nen aus­zu­tau­schen. “Hier riecht es so gut, das muss ja ein Erfolg wer­den, sag­te ein Ur-Wed­din­ger, als er mei­nen Laden zum ers­ten Mal betrat”, erzählt die Laden­be­sit­ze­rin lachend. Und in der Tat: es duf­tet nach fri­schen Franz­bröt­chen, die es im Kiez nur hier geben dürf­te. Als Oase emp­fin­den auch vie­le Müt­ter den Café­be­reich, zum Bei­spiel wenn sie mit ihren Kin­dern vom Spiel­platz kom­men. Die Kund­schaft ist in der Tat sehr gemischt. Der jun­ge Mann namens Richard aus der Spren­gel­stra­ße, der gera­de an der Kas­se bezah­len will, beschreibt sei­nen Lieb­lings­la­den nur mit drei Buch­sta­ben: “W.O.W.!”

Dass der Spren­gel­kiez im Umbruch ist und im Moment vie­le jun­ge, gebil­de­te Men­schen anzieht, ist der lang­jäh­ri­gen Kiez­be­woh­ne­rin Mar­ti­na Mar­ggraf bewusst. Trotz­dem hat sie fest­ge­stellt: “Erstaun­li­cher­wei­se besteht mei­ne Kund­schaft zu 90 % aus alt­ein­gesse­nen Wed­din­gern, die hier ein­fach ger­ne woh­nen, weil es ein super Wohn­be­zirk ist!” Sie hat vier­ein­halb Jah­re am Laden­kon­zept her­um­ge­tüf­telt und kann inzwi­schen vom Bio­la­den leben: “Ich weiß, dass ich hier nicht reich wer­de. Aber wich­ti­ger ist mir, dass ich glück­lich bin” sagt Mar­ti­na Mar­ggraf und ver­kauft einer Kun­din fri­sches Gemü­se aus Bran­den­burg. Die Mischung macht’s in die­sem Bio­la­den, der auch für Men­schen offen sein soll, denen die Her­kunft der Lebens­mit­tel nicht so wich­tig ist. Mar­ti­na Mar­ggraf bringt es auf den Punkt. “Atze und Kal­le füh­len sich hier genau­so wohl wie Frau Dok­tor Müller!”

“Der Bio­la­den”

Face­book­sei­te

Tege­ler Stra­ße 30

Mo-Fr 10–18 Uhr, Sa 9–14 Uhr

 


Weitere Bioläden und Naturkostgeschäfte in Berlin-Wedding:

Natürlich Bio, Kameruner Str. 12 Ecke Togostr., Afrikanisches Viertel

Ein ungewohntes Bild im WeddingNatur­kost­ge­schäft mit umfang­rei­chem Ange­bot, vor allem was Obst und Gemü­se betrifft. Dabei kom­men 40 % der Frisch­wa­ren aus dem Ber­li­ner Umland. Das Sor­ti­ment ist ziem­lich groß – von den Och­sen­herz­to­ma­ten über Limet­ten bis zur Soja­eis­krem. Auch Klei­dung und Kos­me­tik ist im Ange­bot und ver­schie­de­ne Zei­tun­gen laden zum Ver­wei­len vor dem Geschäft ein. Bio­land, Deme­ter, Gäa-Qua­li­tät im Ange­bot. Mit­glie­der (Bei­trä­ge ab 10,20 EUR im Monat für WG-Bewoh­ner) zah­len den redu­zier­ten Mit­glie­der­preis, mit dem Ein­kaufs­vor­tei­le wei­ter­ge­ge­ben werden.

Ökomarkt auf dem Wochenmarkt Leopoldplatz

Wochenmarkt auf dem LeopoldplatzDi und Fr von 10–18 Uhr; u.a. Stand von Mär­ki­sches Land­brot, regio­na­ler Obst- und Gemüsehändler

 

 

Bio-Supermärkte

Bio-Com­pa­ny, Mül­ler­str. 141

denn’s Bio­markt, Bahn­hof Gesundbrunnen


10 Kommentare
  1. […] inzwi­schen ist der Long­board-Laden umge­ben von Cafés, einem Wein­la­den, einem Blu­men­ge­schäft, dem Bio­la­den, der Zweig­Stel­le, einem Pub und eini­gen Spe­zia­li­tä­ten­re­stau­rants wie dem Korea­ner Shik­goo und dem […]

  2. […] Bio­la­den gibt es nicht nur die bes­ten selbst­ge­ba­cke­nen Franz­bröt­chen, son­dern auch eine richtig […]

  3. […] gibt es sie als orga­ni­sier­te Grup­pen; wer das nicht mag, für den ist viel­leicht der Bio­markt „Natür­lich Bio“ in der Kame­ru­ner Str. 12/Ecke Togo­stra­ße eine Alter­na­ti­ve;  gewährt Mit­glie­der erhal­ten einen […]

  4. […] groß­zü­gi­ge und doch über­schau­ba­re Kreu­zung. In einem der Eck­lä­den ist ein tra­di­ti­ons­rei­cher Bio­markt – der ältes­te und für lan­ge Zeit sogar der ein­zi­ge Natur­kost­la­den im Wed­ding. Mit einer […]

  5. […] der Wochen­markt (diens­tags und frei­tags) auf dem Leo­pold­platz (Mär­ki­sches Land­brot-Stand) sowie Bio­lä­den und ‑super­märk­te. Doch die Bezeich­nung “bio” garan­tiert nicht, dass nicht auch nur […]

  6. […] ist jetzt der ehe­ma­li­ge Arbei­ter­be­zirk reif für ein sol­ches Expe­ri­ment – klei­ne Bio­lä­den, Food-Koope­ra­ti­ven und den Öko­markt auf dem Leo­pold­platz gibt es hin­ge­gen bereits seit […]

  7. […] in der Ravené­stra­ße 1 (nahe Net­tel­beck­platz) die Gele­gen­heit dazu. In ande­ren Kiezen muss man auf Bio­märk­te oder Reform­häu­ser aus­wei­chen. Kla­rer Fall: im Wed­ding fehlt ein […]

  8. […] Zudem bie­tet die Zweig­stel­le durch die Dyna­mik ihrer Kiez­um­ge­bung – mit dem klei­nen Bio-Laden direkt auf der ande­ren Stra­ßen­sei­te und der Kin­der­farm an der Kreu­zung Tegeler […]

  9. […] kau­fen. Und gleich neben­an, an der Ecke Togo­stra­ße, befin­det sich auch einer der weni­gen Bio­lä­den im […]

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