Verkehr: Die Ausnahme ist im Wedding die Regel

Parken ohne Nummernschild auf der Badstraße. Foto Andrei Schnell.
Zweite-Reihe-Parker in der Badstraße. Foto Andrei Schnell.

Manchmal staunt man, wie nah eine gefühlte Realität der Wirklichkeit kommt. Beispiel: Verkehr. Am Freitag (12.1.) hat die Polizei fast vier Stunden auf den Hauptstraßen im Wedding und in Gesundbrunnen Autos kontrolliert. Man vermutet schon, dass die Beamten bei einem Teil der Wagen Grund zur Beanstandung gehabt hätten – Falschparken und so. Tatsächlich waren es, man glaubt es kaum, 80 Prozent!

Nextbike und Lidl-Bike, hängt den Wedding nicht ab!

Nextbike-Leihräder an der Ostender Straße
Einzige Station: Ostender Straße

Vélib‘ sei Dank braucht in Paris kein Mensch ein eigenes Fahrrad. Diebstahl, Verkehrstüchtigkeit des Drahtesels oder ausreichend Abstellplätze sind dort überhaupt kein Thema. Denn an 1.800 Stationen stehen über 20.000 Leihfahrräder bereit und sind, gegen eine geringe Jahresgebühr von wenigen Euro, in der ersten halben Stunde immer kostenlos nutzbar. Auch in Berlin gibt es mit gleich zwei Anbietern, Lidl-Bike und nextbike, ein vermeintlich ähnliches Konzept. Letzteres System soll am Ende 5.000 Räder an 725 Stationen bieten (wobei nextbike dafür auch Subventionen vom Land Berlin erhält). Nur: Der Wedding ist meist ein weißer Fleck.

Togo- und Antwerpener Straße werden zu Fahrradstraßen

Die Straßenzüge Togo- und Antwerpener Straße sollen noch in diesem Jahr zu Fahrradstraßen erklärt werden. Und auch ein Radschnellweg soll entstehen. Keine schlechte Wahl: Sie führen durch Wohngebiete, verlaufen parallel zur stark befahrenen Müllerstraße und sind so etwas wie die grüne Hauptschlagader des Afrikanischen und des Brüsseler Viertels. An einer Stelle werden Radler aber unnötig lange ausgebremst.

Autos können wieder durch Gleimtunnel fahren

Früher gab es im Tunnel auch Parties

Nach einem Ortstermin von Bezirks- und Landespoltikern am 3. Januar wurde die Wiedereröffnung des Gleimtunnels für den 13. Januar vorbereitet. Bei einem Unwetter am 27. Juli war der Gleimtunnel, der eigentlich eine 130 Meter lange Bahnunterführung mit 80 denkmalgeschützten, gusseisernen Säulen ist, überflutet worden. Dutzende geparkte Autos wurden durch die Wassermassen zusammengeschoben.

Verkehrskonzept für TXL-Gelände wirkt sich auf den Wedding aus

Flugzeug TegelOb 2017 oder erst 2018 – wenn der Flughafen Tegel seine Pforten schließt, steht die Tegel Projekt GmbH mit einem Nachnutzungskonzept in den Startlöchern. Berlin TXL soll ein Schaufenster und praktisches Experimentierfeld für Zukunftstechnologien werden – doch was heißt das für den Wedding?

Machen wir es den Fahrraddieben ein bisschen schwerer

Inzwischen ebenfalls geklaut! (Quelle: Weddingweiser Pinnwand)
Inzwischen ebenfalls geklaut! (Quelle: Weddingweiser Pinnwand)

Auf unserer Weddingweiser-Pinnwand liest man es ständig: „Mein geliebtes Fahrrad wurde geklaut!“ „Wer hat meinen Drahtesel gesehen?“ Nicht nur gefühlt ist es so, sondern es lässt sich auch statistisch nachweisen: Mit 32 244 Fällen hat der Diebstahl von Fahrrädern in Berlin 2015 einen Rekordwert erreicht. Und das sind nur die Fälle, die der Polizei gemeldet wurden!

(Stadt-)Landschaft unter Schutz

Schild geschützte Grünanlage Landschaftsschutzgebiet
Was genau ist der Unterschied?

Wenn Berlin sich mit Paris oder London vergleicht, dann kann Berlin vor allem punkten mit dem Schlagwort „Grüne Stadt“. Allein auf den 15 Quadratkilometern Wedding und Gesundbrunnen haben 180.000 Menschen ihr Grün mit dem Humboldthain, dem Schillerpark, dem Volkspark Rehberge und mit den vielen Kleingärten quasi vor der Haustür.  Damit das so bleibt und diese Flächen als Freiraum erhalten bleiben, hat der Gesetzgeber für verschiedene Formen des Schutzes gesorgt. Was bedeuten eigentlich die Schilder, die an den Eingängen der Grünflächen allgegenwärtig sind? Was ist erlaubt, was ist verboten – und warum?

Volksentscheid Fahrrad: Damit Berlin sich dreht

Wegweiser RadZugeparkte Radfahrstreifen auf der Müllerstraße, holprige Radwege wie auf der Luxemburger Straße und konfliktträchtige Kreuzungssituationen mit dem Autoverkehr wie an der Seestraße: um die selbsternannte „Fahrradstadt Berlin“ steht es nicht gut, auch nicht im Wedding.  Mit einem Volksentscheid, für den im Frühjahr 2016 Unterschriften gesammelt werden, sollen der Verkehrspolitik nun Beine gemacht werden…