Wohnen im Wedding: Die Mies van der Rohe-Häuser

Kon­trast in der Sambesistraße

Ber­lin ist bekannt für sei­ne nach dem Ers­ten Welt­krieg gebau­ten Wohn­an­la­gen. Am nord­west­li­chen Rand der Grün­der­zeit­be­bau­ung des Wed­ding, ent­lang der 1906 ange­leg­ten Afri­ka­ni­schen Stra­ße, wur­de eines der frü­he­ren Woh­nungs­bau­vor­ha­ben der Wei­ma­rer Repu­blik rea­li­siert. 1919 wur­den die schma­len Quer­stra­ßen Tanga‑, Uganda‑, Dua­la- und Sam­be­si­stra­ße von den Archi­tek­ten Mebes und Emme­rich mit nied­ri­gen Dop­pel­häu­sern bebaut.

St. Paul – Friedhof mit Zukunft

Friedhof St. Paul
© HORTEC Esther Bertele

Auf dem Fried­hof St. Paul an der See­stra­ße sol­len im Rah­men des Ber­li­ner För­der­pro­gramms für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (BENE) auf einer rund 1,2 Hekt­ar gro­ßen Teil­flä­che neue grü­ne Nut­zun­gen ent­ste­hen. Gemein­sam mit Anwoh­nern, Fried­hofs­be­su­chern, Kitas, Schu­len, sozia­len und kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen, dem NABU, Künst­le­rin­nen und Künst­lern aus der Umge­bung sol­len die Berei­che Umwelt­bil­dung und Natur­schutz, Kunst und Kul­tur auf dem Fried­hof ent­wi­ckelt und neue Ange­bo­te und Auf­ent­halts­qua­li­tä­ten geschaf­fen wer­den. Dazu fin­det am Sams­tag, den 22.Februar von 11 bis 12 Uhr eine Info­ver­an­stal­tung an der See­stra­ße 124 statt.

Neue Straßennamen: Die Chance der Debatte

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Info­s­te­le “Afri­ka­ni­sches Viertel”

Aktua­li­siert: Kom­men­tar Wir haben vie­le Jah­re Dis­kus­si­on hin­ter uns, in denen es um die gut gemein­te Umbe­nen­nung von Stra­ßen im Afri­ka­ni­schen Vier­tel geht. Nie­mand will, dass mit Stra­ßen­na­men Kolo­ni­al­ver­bre­cher geehrt wer­den. Die aktu­el­le Debat­te kann viel dazu bei­tra­gen, hand­werk­li­che Feh­ler bei den neu­en Stra­ßen­na­men zu vermeiden.

U 6‑Ersatzverkehr: “Wir haben beim Personal noch mal aufgestockt”

Schnell geht es nur bei der U 8 und der U 9

Die Haupt­schlag­ader des Nah­ver­kehrs im Wed­ding, die U 6, ist noch bis 29. Janu­ar wegen Bau­ar­bei­ten zwi­schen S+U Wed­ding und Kurt-Schu­ma­cher-Platz unter­bro­chen. Ersatz­bus­se fah­ren theo­re­tisch in dich­tem Abstand, doch die BVG wird auf der Stra­ße gehö­rig aus­ge­bremst. Grund für uns, den BVG-Pres­se­spre­cher Mar­kus Falk­ner ein­mal zu fra­gen, war­um die Sper­rung so lan­ge dau­ert und ob beim Ersatz­ver­kehr nach­ge­bes­sert wird.

Sperrung auf der nördlichen U 6

U-Bahnhof Afrikanische StraßeAch­tung BVG-Fahr­gäs­te im Ber­li­ner Nor­den, ihr müsst sehr tap­fer sein! Am U‑Bahnhof Afri­ka­ni­sche Stra­ße wird ein Fahr­stuhl ein­ge­baut und Wei­chen wer­den erneu­ert. Um Bau­frei­heit zu haben, wird der U‑Bahnverkehr der Linie U 6 vom Mon­tag, 7. Novem­ber bis ein­schließ­lich Don­ners­tag, 24. Novem­ber dort unter­bro­chen. Es wird Ersatz­bus­se Rich­tung Tegel und Pen­del­ver­kehr bis zur See­stra­ße geben. Wer irgend­wie kann, soll­te den Bereich umfah­ren. Oder bes­ser noch: umgehen. 

Sonntag bis Donnerstag abends kein U‑Bahnverkehr auf U 6‑Teilstück

U-Bahn-WagenWegen Gleis­bau­ar­bei­ten wird der U‑Bahn-Betrieb auf dem Wed­din­ger Abschnitt der U 6 in der Woche abends unter­bro­chen und ein Ersatz­ver­kehr mit Bus­sen ange­bo­ten. Los geht es am Abend des Sonn­tag, den 7. Febru­ar. Bis Frei­tag, den 22. April tauscht die BVG zwi­schen den U‑Bahnhöfen Kurt-Schu­ma­cher-Platz und Wed­ding Glei­se aus. Gleich­zei­tig fin­den auf dem U‑Bahnhof Afri­ka­ni­sche Stra­ße Grund­in­stand­set­zungs­ar­bei­ten statt. 

Der Musensohn des Wedding: Jonny Liesegang

Eingang Afrikanische Str. 146c
Ein­gang Afri­ka­ni­sche Str. 146

Möch­te man des Wed­dings Kern und Wesen ergrün­den, so begeg­net man auf sei­ner Rei­se zu den his­to­ri­schen Quel­len unwei­ger­lich zwei Din­gen. Zum einen dem Mythos des roten Wed­dings sowie zum ande­ren dem Wed­din­ger  Mund­art­dich­ter Jon­ny Lie­se­gang. Von letz­te­rem, fast ver­ges­se­nen Musen­sohn des Wed­dings han­delt die­ser Artikel.

»Sehn’se, det is Berlin«

Der soge­nann­te Rote Wed­ding. Es ist die Geschich­te eines Bezirks sowie des­sen auf­müp­fi­gem Arbei­ter­mi­lieus, auf das man sich auch heu­te noch all­zu ger­ne beruft. Es ist eine Geschich­te von den Schat­ten­sei­ten einer Indus­tria­li­sie­rung und dem poli­ti­schem Wider­stand der 1920er bis 1940er Jah­re. Um es kurz zu hal­ten sei an die­ser Stel­le dem Zuge­zo­ge­nen wie dem »inna- und außahalb­schen Ber­li­na« die Schrift zum The­ma »Wider­stand im Arbei­ter­be­zirk« von Hans-Rai­ner Sand­voß sowie der Abschnitt Indus­trie­ge­schich­te »Vom Wed­ding in alle Welt« in: »Der Wed­ding. Auf dem Weg von Rot nach Bunt« von Ger­hild H. M. Koman­der empfohlen.

Keiner will die Kameruner Straße umbenennen

CDU-Plakat
CDU pla­ka­tiert fal­sches Bild

Eine Wahl­kampf­pos­se im Afri­ka­ni­schen Vier­tel: die CDU Wed­ding bezieht Posi­ti­on zu den mög­li­chen Umbe­nen­nun­gen von drei Stra­ßen im Afri­ka­ni­schen Vier­tel. Sie ist aus Kos­ten­grün­den dage­gen. Zu die­sem The­ma hat die loka­le CDU ein Pla­kat dru­cken las­sen. Lei­der ist auf dem Bild ein Schild von der Kame­ru­ner Stra­ße zu sehen, die gar nicht umbe­nannt wer­den soll. Geplant ist die Umbe­nen­nung von Lüde­ritz­stra­ße, Nach­tig­al­platz und Peter­s­al­lee, da mit die­sen Namen Per­so­nen geehrt wer­den, die zu den nega­ti­ven Prot­ago­nis­ten der deut­schen Kolo­ni­al­ge­schich­te gehö­ren. Die ande­ren Stra­ßen­na­men sol­len nicht nur bestehen blei­ben – sie sol­le im Gegen­teil sogar zum Kern eines deutsch­land­weit ein­ma­li­gen Lern- und Gedenk­orts für die deut­sche Kolo­ni­al­ge­schich­te wer­den. Will die CDU mit dem “fal­schen” Stra­ßen­na­men etwa alle Anwoh­ner, auch die der nicht betrof­fe­nen Stra­ßen, auf­schre­cken und gegen ein Gedenk­stät­ten­kon­zept stim­men lassen?