Der etwas andere Spaziergang:
Wandern rund um den Wedding (Teil 1)

Ein Rundweg, der die grünen (und blauen) Seiten des Wedding zeigt.

7

… und auf grü­nen Wegen mit­ten durch die Stadt! Denn dass der Wed­ding nicht über­all ein tris­tes Häu­ser­meer ist, dürf­te inzwi­schen all­ge­mein bekannt sein. Jede Men­ge Gewäs­ser, Parks, Grün­zü­ge und Klein­gär­ten durch­bre­chen das Stra­ßen- und Gebäu­de­ge­wirr. Ver­bin­det man die vie­len grü­nen Wege zu einem 12 Kilo­me­ter lan­gen Rund­wan­der­weg, kann der Wan­de­rer mit­ten in der Groß­stadt erstaun­lich vie­le ruhi­ge Ecken entdecken.

Kartenbasis: Openstreetmap
Kar­ten­ba­sis: Openstreetmap

Klar, wir befin­den uns in einer Groß­stadt. Des­halb ist es an der ein oder ande­ren Stel­le grau in grau, aber im Gro­ßen und Gan­zen ver­fügt der Wed­ding über recht vie­le Quer­ver­bin­dun­gen, die die Parks und Grün­zü­ge zusam­men­brin­gen. An den mit einem Stern gekenn­zeich­ne­ten Stel­len könnt ihr gut einkehren.

Im Uhr­zei­ger­sinn

Wir haben ein­mal den Pekin­ger Platz* im Spren­gel­kiez als Start­punkt für eine Umrun­dung gewählt. Hier folgt das Nord­ufer dem Ber­lin-Span­dau­er Schif­fahrts­ka­nal. Seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts trennt er Wed­ding und Moa­bit. Wer mag, kann hier direkt ans Ufer hin­ab­stei­gen, denn dort ist der frü­he­re Trei­del­pfad auf wei­ten Tei­len begeh­bar. Wer dem Nord­ufer* nach Wes­ten folgt, kommt am Robert-Koch-Insti­tut, am Virchow-Kli­ni­kum und am gegen­über­lie­gen­den West­ha­fen vor­bei. Bis zum Wäld­chen am Eckern­för­der Platz ist der Weg gut aus­ge­baut, dann muss die ver­kehrs­rei­che See­stra­ße über­quert werden.

See, Parks, Kleingärten

Ole von Voßkuhl hat’s mit dem Plötzensee

Gera­de­aus geht es hin­ab zum Ufer­weg am Plöt­zen­see, doch wer sich nach 100 Metern schräg rechts hält, kommt nach Über­que­rung des Doh­na­ge­stells in den Goe­the­park. Die­ser klei­ne Park ist hin­ter der Trans­vaal­stra­ße mit dem Volks­park Reh­ber­ge ver­bun­den, den wir an sei­nem Rand strei­fen. Nach einer klei­nen Anhö­he geht es gera­de­aus zum Möwen­see, einem natür­li­chen wild­ro­man­ti­schen See, an dem man sich nicht mehr in der Groß­stadt wähnt.

Rathen­au­brun­nen Rehberge

Der Ufer­weg endet am Frei­luft­ki­no*, und nach rechts geht es zwi­schen Möwen­see und Sper­ling­s­ee wei­ter auf die Peter­s­al­lee. An der Ecke Nach­tig­al­platz über­quert man die Afri­ka­ni­sche Stra­ße, geht für 100 Meter in die Togo­stra­ße und biegt gleich links in die Klein­gar­ten­an­la­ge Togo e.V. An der Mül­ler­stra­ße kommt links schon der Eif­fel­turm vor dem Cent­re Fran­cais* in Sicht – auf dem klei­nen Weg vor der Holz­kon­struk­ti­on gelangt der Wan­de­rer zur Them­se­stra­ße und biegt dann in die Edin­bur­ger Stra­ße ein. Die­se führt bald zum Schil­ler­park. Egal, auf wel­chem Weg man die­sen durch­streift, in jedem Fall ist die Bar­fus­stra­ße zu überwinden.

Vom Schillerpark zum Pankeufer

Der Schil­ler­park

Ein schma­ler Strei­fen Schil­ler­park zieht sich auf der Höhe von der Bas­ti­on mit dem Schil­ler­denk­mal bis zur Bri­en­zer Stra­ße. Wer in die­se links ein­biegt, gelangt auf einem Abste­cher bald zum kreis­run­den Schä­fer­see, der schon zu Rei­ni­cken­dorf gehört. In der ande­ren Rich­tung umrun­det man auf der Ungarn­stra­ße und der Arme­ni­schen Stra­ße das Kom­bi­bad. Die Ver­kehrs­schnei­se See­stra­ße lässt sich auf Höhe Arme­ni­sche Stra­ße dank einer Fuß­gän­ger­am­pel über­que­ren. Die Ira­ni­sche Stra­ße beginnt als klei­ner Fuß­weg und führt schnur­ge­ra­de vor­bei am Jüdi­schen Kran­ken­haus. Nun gilt es, gar nicht grün, die Exer­zier­stra­ße bis zu der Bad­stra­ßen­brü­cke* über die Pan­ke zu über­win­den, doch ab jetzt wird es wie­der parkartig.

Immer an der Panke lang

Ent­lang der Gro­pi­us­stra­ße geht es hin­ter dem impo­san­ten Amts­ge­richts­ge­bäu­de ent­lang, und ab der Schöns­tedt­brü­cke* man kann auf bei­den Sei­ten des Flüss­chens fla­nie­ren. An der Wie­sen­stra­ße befin­det sich ein Gedenk­stein in Form eines gro­ßen Find­lings. Wei­ter geht es über die Pankstra­ße und unter der häss­li­chen Beton­brü­cke der Ring­bahn hin­durch. Dann geht es win­dungs­reich zwi­schen Indus­trie­denk­mä­lern ent­lang – links das ehe­ma­li­ge Obdach­lo­sen­asyl der “Wie­sen­burg”, rechts eine ehe­ma­li­ge Wäsche­fa­brik. An der Gericht­stra­ße wei­tet sich wie­der der Blick, und der Fluss­wan­der­weg führt durch einen in den 1950er-Jah­ren mit Hil­fe des Mar­shall-Plans ange­leg­ten Grün­zug. Am Ende sto­ßen wir auf die Lie­sen­stra­ße im Süd­panke­park, wo ein Denk­mal direkt am Mau­er­ver­lauf an die deut­sche Ein­heit erinnert.

Zurück am Kanal

Foto: D_Kori

Nun heißt es scharf rechts in die Chaus­see­stra­ße abbie­gen. In der Boy­en­stra­ße müs­sen wir bis zur Stra­ße An der Kie­ler Brü­cke gehen und in die­se ein­bie­gen. Hier, am impo­san­ten Abspann­werk Scharn­horst­stra­ße, stürzt die Pan­ke in ein Vor­be­cken, das man an sei­nem Rand auf einer Brü­cke über­quert. Hier tref­fen wir wie­der auf den Schif­fahrts­ka­nal. Den ursprüng­li­chen Zweck des Nord­ha­fens kann man heu­te nur noch erah­nen, aber direkt unter­halb der Sel­ler­stra­ßen­brü­cke gemahnt eine Metall­plat­te an den Stand­ort eines Lade­krans. Der Park am Nord­ha­fen wur­de 2015 neu gestal­tet und fällt sanft zum Was­ser ab. Nun muss man noch ein­mal die Fenn­stra­ße über­que­ren, die Tege­ler Stra­ße* ent­lang­ge­hen und in die Lynar­stra­ße abbie­gen, um wie­der zurück an den Pekin­ger Platz* zu kommen.

Und unser Fazit: der Wed­ding ist nicht rot, son­dern blau und grün!

Weg­län­ge: 12,5 Kilo­me­ter (ohne Abste­cher zum Schäfersee)


“*” = Cafés, Restau­rants zum Ein­keh­ren vorhanden

Hier geht es zum Teil 2 rund um den Bahn­hof Gesundbrunnen

weddingweiserredaktion

Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

7 Comments

  1. Hal­lo, ich wür­de die Rou­te toll ger­ne nach­lau­fen! lei­der funk­tio­nie­ren die Links für die GPS-datei­en nicht mehr…

    • Hal­lo,
      lei­der hat schein­bar der Kar­ten­an­bie­ter gewech­selt und die Rou­te nun “futsch”.
      Ich frag mal wer die nach­bau­en will. Oder aber viel­leicht als Alter­na­ti­ve: Das Rou­ten­bild auf dem Han­dy spei­chern und nur bei Bedarf rauf­gu­cken, wer weiß was es noch Abseits zu sehen gibt.

      grü­ße

  2. Ich füh­le mich trotz im Gesund­brun­nen­woh­nend seit der blö­den Gebietsreform.…wohne in d Neu­en Hochstr.immer noch zum WEDDING zugehörig.…wenn man doch mehr wan­de­rungs­wil­lig ist:den HUMBOLDTHAIN mit einschlieesen!!!!!!!!der wur­de aus­sen vorgelassen.Wedding bleibt Wed­ding-auch “Gesund­brun­nen”

    • Das ver­ste­hen wir total. Wir arbei­ten noch eine zwei­te Tour aus: Hum­boldt­hain – Fran­zo­sen­be­cken – Mauerweg

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.