Straßenumbenennungen: Widerspruch ist teuer!

Maji-Maji-Allee, Anna-Mungunda-Allee, Manga-Bell-Platz und Cornelius-Fredericks-Straße statt Petersallee, Nachtigalplatz und Lüderitzstraße? Lassen wir an dieser Stelle die längst abgeschlossene Diskussion über die Notwendigkeit der Umbenennungen von Straßen im Afrikanischen Viertel einmal beiseite. Das Verfahren ist inzwischen fast zum Abschluss gekommen – der vorerst letzte Akt war die Erteilung von 127 Widerspruchsbescheiden an Anwohnerinnen und Anwohner. Für die enthielt das Schreiben des Bezirksamts vom 22. Dezember eine böse Überraschung.

Winterschwimmen im Sommerbad

Foto: Sulamith Sallmann

Berlin mangelt es an Schwimmhallen, besonders, wenn bestehende saniert werden müssen. Im Wedding hat man mit der Traglufthalle eine Lösung gefunden: Seit Dezember sind im Kombibad Seestraße die Außenbecken wieder geöffnet – geschützt durch ein Tragluftdach.

Im warmen Wasser seine Bahnen ziehen, während es draußen grau und frostig ist: Ein Besuch im Hallenbad kann ein echter Stimmungsaufheller sein. Kein Wunder, dass die Nachfrage im Winter groß ist. Doch Berlin wächst bekanntlich und mit dem Bau von Bädern kommt die Stadt nicht so richtig hinterher. Wenn dann noch irgendwo eine Sanierung ansteht, geraten andere Standorte an ihre Kapazitätsgrenzen. So sind etwa in Marzahn-Hellersdorf zwei von drei Hallenbädern geschlossen und ein Freibad gibt es dort nicht.

Die besten Nebenstraßencafés – Kiez für Kiez

Das Schöne am Wedding ist: ihr könnt inzwischen in jedem Kiez in ein schönes Tagescafé einkehren. Dafür braucht ihr euch nicht einmal an den lauten Hauptstraßen ins Gewühl stürzen, oft sind die netten Cafés in den Seitenstraßen. Wenn man für jede Nachbarschaft entscheiden müsste, wo es sich tagsüber am nettesten abhängen lässt, wird es in manchen Weddinger Gegenden schon schwierig, sich zu entscheiden. Wir hätten da mal ein paar Vorschläge, wohlgemerkt: für Nebenstraßen-Cafés. 

Rückblick auf zehn Jahre im Wedding

Zehn Jahre Rückblick Wir schauen zehn Jahre zurück. Die Älteren werden sich noch erinnern: Noch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war der Wedding für Menschen außerhalb des Wedding so attraktiv wie – sagen wir – Nordkorea. Das hatte auch Vorteile. Die Weddinger konnten die schönen Ecken ihres von Auswärtigen gemiedenen Stadtteils unter sich genießen, bei niedrigen Mieten und mit guten Einkaufsmöglichkeiten. Nur wenn es ans Ausgehen ging, musste man wohl oder übel auch schon einmal den Wedding verlassen, meistens jedenfalls.

Aus und vorbei – dank des ungebremsten Zuzugs neuer Berliner aus dem In- und Ausland ist auch der Wedding mit seiner zentralen Lage in den Strudel des Immobilienmarktes geraten. Erst hatten wir kein Glück (selbst hier wurden die Wohnungen knapp), dann kam auch noch Pech dazu (die Mieten und auch die Immobilienpreise stiegen). Alteingessene Bewohner der Kieze können sich die Mieten im Wedding nicht mehr leisten. Statt von einem Lottogewinn träumt man im Wedding heute von einer bezahlbaren Wohnung. Wer umziehen muss, für den heißt es: an den Stadtrand oder weg aus Berlin. Dafür sind ganz neue Nachbarn in die Kieze gezogen, die früher einen großen Bogen um den einstigen Arbeiterbezirk Wedding gemacht hätten. Ein Trostpflaster dieser Entwicklung: Für schicke Geschäfte, Cafés, Bars und Restaurants müssen sie jetzt nicht mehr in den Prenzlauer Berg fahren.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

Friedhof und Schillerparkcenter. Mit real ist 2020 Schluss
Schillerparkcenter

Schon lange waberte die Information durchs Netz, dass der real in der Müllerstraße auf der Streichliste steht. Schließlich will der Konzern Metro alle real-Filialen loswerden. Jetzt hat das Bezirksamt erfahren, dass Ende 2020 Schluss ist mit „Einmal hin, alles drin“ im Schillerpark-Center. Bereits vor ein paar Jahren hatte die Filiale im Gesundbrunnencenter schließen müssen. Und damit startet die letzte Wochenschau des Jahres.