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Leckere Sandwiches und mehr:
Falafel Dream 2010: Imbiss im Bus in der Müllerstraße

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Imbissbus, Falafel
Der Imbiss­bus in der Mül­ler­stra­ße. Foto: Oertel

Der BVG-Bus vom Café Pfört­ner an den Ufer­hal­len hat Kon­kur­renz bekom­men. Seit dem Anfang des Jah­res steht in der Mül­ler­stra­ße ein Lini­en­bus der Fir­ma MAN direkt neben der Agen­tur für Arbeit. Der stol­ze Besit­zer: Wael, der sei­ne „Fala­fel Dreams“ nun in einem zum Imbiss umfunk­tio­nier­ten Bus aus dem Jah­re 1976 kre­denzt. Ansons­ten ist alles beim Alten geblie­ben: Wael macht aus der pro­fa­nen ara­bi­schen Fala­fel durch die Zuga­be ver­schie­de­ner Ingre­di­en­zi­en wie Kir­schen oder indi­schen Teig­ta­schen einem wah­ren Kicher­erb­sen-Traum. Nach eige­nen Anga­ben kommt er dabei auf 36 Geschmacks­rich­tun­gen, sei­ne belieb­ten Soßen eingeschlossen.

Crossover-Küche auf Arabisch

Auch wenn 36 Geschmacks­rich­tun­gen viel klingt, ist die Maxi­me des Paläs­ti­nen­sers: „Ver­kau­fe wenig und kon­zen­trie­re dich auf drei bis fünf Pro­duk­te“. Und so steht die Fala­fel-Box im Mit­tel­punkt, die wahl­wei­se mit Röst­zwie­beln, gefüll­ten Wein­blät­tern, Kar­tof­feln, Boh­nen, Salat oder Mais ergänzt wer­den kann. Damit ist aller­dings nicht Schluss: Im Som­mer will Wael sei­ne Gäs­te auch mal mit einer Kir­sche auf den frit­tier­ten Bäll­chen über­ra­schen. Oder er fügt eine Früh­lings­rol­le hin­zu. Ich fra­ge ihn, wie er auf 36 Vari­an­ten kommt, ver­lie­re ihn aber sehr schnell – Mathe ist nicht mei­ne Stär­ke. Auf die Fra­ge, wie sich sei­ne Kund­schaft zusam­men­setzt, erwar­te ich, dass er jetzt die Bay­er-Mit­ar­bei­ter nennt oder die Genos­sen aus der angren­zen­den SPD-Zen­tra­le. Statt­des­sen bringt es der 38-Jäh­ri­ge auf den Punkt: „Alle die, die auf Qua­li­tät stehen!“

Der deutsche Johnny Cash

Imbissbus, Falafel
Bus­be­sit­zer Wael (rechts) mit Hein­rich “Doc” Wulf vor dem Bus. Foto: Oertel

Wael möch­te kei­nen fes­ten Laden. Dafür hört er zu viel über die Pro­ble­me ande­rer Laden­be­sit­zer am Leo­pold­platz. Da war der Schritt zu einem eige­nen Imbiss­bus die logi­sche Kon­se­quenz. Fün­dig wur­de er bei dem als “deut­schen John­ny Cash” bekann­ten Coun­try-Sän­ger Hein­rich „Doc“ Wolf, der seit Anfang der Neun­zi­ger Dop­pel­de­cker­bus­se aus Lon­don impor­tiert und die­se für den Per­so­nen­ver­kehr umbaut. Zu sei­nen bekann­tes­ten Kun­den gehört die Kel­ly Fami­ly, die ihm gleich drei Bus­se abkauf­te. Der MAN-Bus von Wael wur­de um einen Meter erhöht, so dass ich als Zwei-Meter-Mann nicht in die typisch gebeug­te Hal­tung ver­fal­le. Im vor­de­ren Drit­tel des Bus­ses ist die offe­ne Küche ein­ge­baut, wäh­rend im hin­te­ren Teil ver­schie­de­ne Sitz- und Steh­plät­ze zum Ver­wei­len ein­la­den. Waels nächs­tes Pro­jekt: den Bus­füh­rer­schein machen.

Die One-Man-Show

Imbissbus, Wael, Falafel
Hier wer­den Fala­fel gemacht! Gas­tro­nom Wael in Akti­on. Foto: Oertel

Wael ist ein Phä­no­men: immer in Bewe­gung, immer einen Spruch auf den Lip­pen. Jeden sei­ner Gäs­te ver­wi­ckel­te er in ein Gespräch – sei es den älte­ren Her­ren aus Schö­ne­berg, den Stu­den­ten von der Beuth Hoch­schu­le oder die zwei Teens, die sich einen vege­ta­ri­schen Döner bestel­len. Neben sei­nem Fala­fel-Imbiss betreibt Wael einen Cate­ring-Ser­vice, der ihn in den Olym­pia-Park, an den Pots­da­mer Platz oder in die nahe gele­ge­ne Bay­er-Depen­dance führt. Doch damit nicht genug: Er ver­an­stal­tet Koch­kur­se, in denen bei­spiels­wei­se die Kunst des Humus-Zube­rei­tens erlernt wer­den kann. Sin­gles auf­ge­passt: Ver­zeich­net der Wed­din­ger mal eine hohe Anzahl an allein­ste­hen­den Teil­neh­mern, so ent­wi­ckelt sich der Koch­abend auch schon mal zu einem Blind-Date-Dinner.

Wenn der Bus zur Moschee wird

Von jetzt auf gleich über­rascht mich Wael: Er holt sei­nen Gebets­tep­pich her­aus und rich­tet sei­ne vol­le Kon­zen­tra­ti­on nach Mek­ka. Ein gläu­bi­ger Fami­li­en­va­ter kommt zum Vor­schein, der weni­ger arbei­ten will, um mehr Zeit mit sei­ner elf Mona­te alten Toch­ter und sei­ner Frau zu ver­brin­gen. Getrof­fen habe ich Wael auch schon mal zufäl­lig beim benach­bar­ten „Wir gestal­ten e.V.“. Der gemein­nüt­zi­ge Ver­ein enga­giert sich für Kin­der und Jugend­li­che mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Ich ver­mu­te, dass ihm die Arbeit der Ein­rich­tung am Her­zen liegt. Schließ­lich ist Wael selbst vor lan­ger, lan­ger Zeit aus sei­ner Hei­mat geflüchtet.

Mül­ler­stra­ße 14A auf dem Hin­ter­hof  rechts neben dem Job Cen­ter
Tele­fon: 030 588 50 906
Han­dy: 0177 250 15 85
E‑mail: info@falafeldream2010.de
Inter­net: www.falafeldream2010.de

Mon­tag bis Frei­tag 11:30 ‑18:00 Uhr

3 Comments

    • Hal­lo, für die Home­page kön­nen wir nichts, die Öff­nungs­zei­ten sind jetzt ergänzt. Dan­ke für den Hinweis!

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