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Die Kolumne: Ist Handarbeit noch zeitgemäß?

16. Februar 2015
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Logo_ManufakturenSchon verrückt: Auf der einen Seite ist Wedding ganz offensichtlich ein idealer Nährplatz für Kreative, die mit Köpfchen und eigener Hände Arbeit so ziemlich alles herstellen, was das Konsumentenherz erfreut – vom aufgehübschten Möbel bis hin zu angesagter Mode. Nun aber müssen wir mit Erschrecken feststellen, dass gutes altes Handwerk offensichtlich nicht mehr gefragt ist. Wie anders lässt sich erklären, dass der geneigte Genießer schon sehr, sehr genau suchen muss, um in Wedding und Gesundbrunnen noch eine Bäckerei zu finden, die ihren Namen zu Recht trägt. Die also selbst den Teig für Brötchen, Brot und Kuchen knetet und dann erst den Ofen anwirft. Und was ist eigentlich mit anderen Berufsgruppen? Oder weiß jemand noch von einem Uhrmacher im Wortsinne? Oder einem Schuhmacher, der nicht Mister Minit heißt? Oder einem Fleischer, der die Tiere kennt, die er schlachtet? Vielleicht sind derartige Berufsgruppen einfach nicht mehr hip genug für Wedding? Falls aber doch, wäre hier genau die richtige Stelle, diese Menschen vorzustellen.

Autor: Ulf Teichert

Unsere Umfrage zu guten Bäckern im Wedding findet ihr hier.

Einige Vorschläge der Weddingweiser-Redaktion:

Schuhmacherei Roy Ernst – Müllerstr. 97 (U Afrikanische Str.), Maßanfertigung, Reparaturen

Neuland-Fleischerei Bünger, Müllerstr. 156 a (U Leopoldplatz)

Handgemachte Saucen und Dressings: „Blattgold„, Kameruner Str. 14, erhältlich bei Kaiser’s und EDEKA Reichelt

Handgemachte individuelle Taschen: UNIKAT, Dubliner Str. 7 (U Rehberge)

 

Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Gastautor

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Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. @Ulf Teichert

    nur zur Erinnerung:
    „Der Beruf des Bäckers wird vorwiegend nachts und in den frühen Morgenstunden ausgeübt. Die Arbeitszeiten können jedoch je nach Betrieb und Aufgabengebiet variieren. So kann die Arbeit zwischen 0 Uhr und 4 Uhr morgens beginnen und dementsprechend zwischen 8 Uhr und 12 Uhr enden.“

    Auch ein Grund dafür, dass es nur noch Fertigbackwaren gibt.

    Und wer weiß, dass z.B. Brötchen Teiglinge aus China imprtiert werden:

    http://www.derwesten.de/wirtschaft/china-auf-deutschen-tellern-id7183223.html

    und anschließend im Backautomaten landen!!

    Und hier ein Kommentar zum Brötchenpreis:

    Deutsches Brötchen kostet 35 Cent

    „Mancherorts wird gemunkelt, ein chinesischer Teigrohling koste sogar nur zwei Cent. In Deutschland könnte man damit nicht einmal die Back-Materialien für ein Brötchen kaufen, denn die kosten drei Cent. Laut Alice Thiel-Sonnen, Ernährungsexpertin des Südwest-Rundfunks, kostet ein in China produzierter Tiefkühl-Brötchenrohling 15 Cent statt 35 Cent, wenn ein deutscher Bäcker knetet.“

    China auf deutschen Tellern – | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/wirtschaft/china-auf-deutschen-tellern-id7183223.html#plx1050288259

    Und wenn ich dann sehe dass bei Thoben das Brötchen 10cent kostet, dann wundert es mich nicht mehr, dass es im Wedding keine normalen Bäckereien mehr gibt (außer siehe oben)

  2. Was den Bäcker betrifft bin ich ganz derselben Meinung. Viele Gewerke sterben leider in unseren absurden Wegwerfgesellschaft aus. Wer geht heute noch zum Schuhmacher, wenn die Schuhe kaputt sind? Zu Wenige sicherlich…

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