Die Kolumne: Ist Handarbeit noch zeitgemäß?

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Logo_ManufakturenSchon ver­rückt: Auf der einen Sei­te ist Wed­ding ganz offen­sicht­lich ein idea­ler Nähr­platz für Krea­ti­ve, die mit Köpf­chen und eige­ner Hän­de Arbeit so ziem­lich alles her­stel­len, was das Kon­su­men­ten­herz erfreut – vom auf­ge­hübsch­ten Möbel bis hin zu ange­sag­ter Mode. Nun aber müs­sen wir mit Erschre­cken fest­stel­len, dass gutes altes Hand­werk offen­sicht­lich nicht mehr gefragt ist. Wie anders lässt sich erklä­ren, dass der geneig­te Genie­ßer schon sehr, sehr genau suchen muss, um in Wed­ding und Gesund­brun­nen noch eine Bäcke­rei zu fin­den, die ihren Namen zu Recht trägt. Die also selbst den Teig für Bröt­chen, Brot und Kuchen kne­tet und dann erst den Ofen anwirft. Und was ist eigent­lich mit ande­ren Berufs­grup­pen? Oder weiß jemand noch von einem Uhr­ma­cher im Wort­sin­ne? Oder einem Schuh­ma­cher, der nicht Mis­ter Minit heißt? Oder einem Flei­scher, der die Tie­re kennt, die er schlach­tet? Viel­leicht sind der­ar­ti­ge Berufs­grup­pen ein­fach nicht mehr hip genug für Wed­ding? Falls aber doch, wäre hier genau die rich­ti­ge Stel­le, die­se Men­schen vorzustellen.

Autor: Ulf Teichert

Unse­re Umfra­ge zu guten Bäckern im Wed­ding fin­det ihr hier.

Eini­ge Vor­schlä­ge der Wed­ding­wei­ser-Redak­ti­on:

Schuh­ma­che­rei Roy Ernst – Mül­ler­str. 97 (U Afri­ka­ni­sche Str.), Maß­an­fer­ti­gung, Reparaturen

Neu­land-Flei­sche­rei Bün­ger, Mül­ler­str. 156 a (U Leopoldplatz)

Hand­ge­mach­te Sau­cen und Dres­sings: “Blatt­gold”, Kame­ru­ner Str. 14, erhält­lich bei Kaiser’s und EDEKA Reichelt

Hand­ge­mach­te indi­vi­du­el­le Taschen: UNIKAT, Dub­li­ner Str. 7 (U Rehberge)

 

Die Kolum­ne erscheint eben­falls sams­tags im Ber­li­ner Abend­blatt, Aus­ga­be Wedding.

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

4 Comments

  1. @Ulf Tei­chert

    nur zur Erinnerung:
    “Der Beruf des Bäckers wird vor­wie­gend nachts und in den frü­hen Mor­gen­stun­den aus­ge­übt. Die Arbeits­zei­ten kön­nen jedoch je nach Betrieb und Auf­ga­ben­ge­biet vari­ie­ren. So kann die Arbeit zwi­schen 0 Uhr und 4 Uhr mor­gens begin­nen und dem­entspre­chend zwi­schen 8 Uhr und 12 Uhr enden.”

    Auch ein Grund dafür, dass es nur noch Fer­tig­back­wa­ren gibt.

    Und wer weiß, dass z.B. Bröt­chen Teig­lin­ge aus Chi­na impr­tiert werden:

    http://www.derwesten.de/wirtschaft/china-auf-deutschen-tellern-id7183223.html

    und anschlie­ßend im Back­au­to­ma­ten landen!!

    Und hier ein Kom­men­tar zum Brötchenpreis:

    Deut­sches Bröt­chen kos­tet 35 Cent

    “Man­cher­orts wird gemun­kelt, ein chi­ne­si­scher Teigroh­ling kos­te sogar nur zwei Cent. In Deutsch­land könn­te man damit nicht ein­mal die Back-Mate­ria­li­en für ein Bröt­chen kau­fen, denn die kos­ten drei Cent. Laut Ali­ce Thiel-Son­nen, Ernäh­rungs­ex­per­tin des Süd­west-Rund­funks, kos­tet ein in Chi­na pro­du­zier­ter Tief­kühl-Bröt­chen­roh­ling 15 Cent statt 35 Cent, wenn ein deut­scher Bäcker knetet.”

    Chi­na auf deut­schen Tel­lern – | WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
    http://www.derwesten.de/wirtschaft/china-auf-deutschen-tellern-id7183223.html#plx1050288259

    Und wenn ich dann sehe dass bei Tho­ben das Bröt­chen 10cent kos­tet, dann wun­dert es mich nicht mehr, dass es im Wed­ding kei­ne nor­ma­len Bäcke­rei­en mehr gibt (außer sie­he oben)

  2. Was den Bäcker betrifft bin ich ganz der­sel­ben Mei­nung. Vie­le Gewer­ke ster­ben lei­der in unse­ren absur­den Weg­werf­ge­sell­schaft aus. Wer geht heu­te noch zum Schuh­ma­cher, wenn die Schu­he kaputt sind? Zu Weni­ge sicherlich…

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