Weshalb die Schließung Karstadts dem Untergang der Titanic ähnelt

Foto: Andaras Hahn

Bei der aktuellen Schließung von Karstadt in der Müllerstraße 25 im Wedding kommt man nicht umhin als an den Untergang der Titanic zu denken. Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Schiff und dem mittlerweile schon 40 Jahre alten Kaufhaus sind kaum zu übersehen: Beide sind groß, luxuriös und vielfältig, bieten Essen an und erstrecken sich über mehrere Stockwerke.

Der Eisberg ist schon lange da

Sogar Rose DeWitt Bukater und Jack Dawson, Hauptcharaktere des Films Titanic, befinden sich im 1. Stockwerk von Karstadt. Zwar sieht man auf der Werbeanzeige nicht Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, aber doch ein verliebtes Paar, das Händchen hält. Stellt man sich also Karstadt als sinkendes Schiff vor, machen die unzähligen Schilder mit der Aufschrift „Alles muss raus“ Sinn: Schließlich ist man bestrebt,  nicht zu sinken und möglichst viel Ballast von Bord zu werfen. So versucht auch Karstadt seine Ware reduziert zu verkaufen und noch vor der Schließung loszuwerden.  Ob sich das Kaufhaus dadurch über Wasser halten könnte?

Wie bei der Titanic: Alles muss raus
Foto: Andaras Hahn

Der „Eisberg“ ist schließlich nicht zu unterschätzen. Coronas Auswirkungen auf das Kaufhaus sind immens. Kaum einer geht in den aktuellen Zeiten zu Karstadt. Viele shoppen lieber bequem von Zuhause aus.  Dadurch gerät das Kaufhaus in Vergessenheit.
Ebenso schädlich wie äußere Faktoren sind auch die inneren:  Die Führungskräfte seien sich laut Merkur.de in ihren Zielen uneinig gewesen: Immobilie in bester Lage oder eigener Profit? Was ist wichtiger? Karstadt oder Galeria Kaufhof? Oder einfach beides zusammen?

Die fehlende Kompromissbereitschaft ist für die 6.000 Mitarbeiter*innen, die deutschlandweit ihre Arbeitsplätze verlieren, ausschlaggebend.  Ist die Schiffscrew unerfahren im Umgang mit Katastrophen, ist der Untergang der Besatzung vorprogrammiert.

Für jeden etwas dabei

So schön die Metapher der untergehenden Titanic auch sein mag, so hofft man doch auf ein gutes Ende. Karstadt-Kaufhof ist als Institution Kaufhaus sehr präsent und hat von jedem Bereich etwas:  Gastronomie,  Bücher, Makeup, Reisebüro, Tickets für Konzerte und Theater, Kleidung, Spielsachen für kleine Kinder, Töpfe, Elektrogeräte u.v.m. Zweifellos macht da (fast) jeder einen guten Kauf. Die Inneneinrichtung ist im Asia–Markt mit den runden Lichterballons sehr ansprechend, genauso auch der Kirschblütenbaum im Erdgeschoss.
Zusätzlich besitzt das Karstadt eine ideale Lage am Leopoldplatz mit gleich zwei U-Bahnlinien, der U6 und der U9, die dort zusammentreffen.

Bezirkspolitiker und Landesabgeordnete sehen dies genauso. Sie kämpfen wie viele andere Betroffene gegen die Schließung und verkünden, dass Grund zur Hoffnung bestehe. Bis Näheres feststeht, lohnt es sich, dem Kaufhaus einen (letzten?) Besuch abzustatten. Schließlich ist momentan ja alles reduziert.

Karstadt
Müllerstraße 25, 13353 Berlin
Mo- Sa: 10.00 – 20.00 Uhr


3 Kommentare
  1. @demed, wo soll ich unterschreiben?

  2. War der Author auf Crack?

  3. hallo

    es wäre in der tat sehr wichtig dieses geschäft zuerhalten warum?? nun wenn man zurück denkt wie es vor 40jahren auf der müllerstr – dem ehemaligen ku“damm des nordens – ausgesehen hat an vielfältigen geschäften dann sollten mal die zuständigen politiker einen samstag vormittag rundgang zw u-rehberge bis zum leo ablaufen

    möglicherweise merken sie dann was ihr sich in der vergangenheit entwickelt hat… nix von vielfältikeit sondern eintönigkeit an läden die unerträglich ist dönerläden an dönerladen desgleichen asia imbiss bäckerei späti händyshop friseur und nagelstudio und eine vermüllung nicht nur in den seitenstrassen nein auch auf der hauptstrasse… verzweifete versuche die eine oder andere ecke wieder atraktiver zugestalten was aber am vandalismuss und vermüllung dann wiederum scheitert…. nein es ist nicht mehr schön im diesem teil des weddings sich aufzuhalten!!!!

    beste grüsse

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