Umfrage zum Weddingplatz

Im Krieg zerstört, im Schatten der Mauer lieblos wieder aufgebaut – der Weddingplatz ist alles andere als ein Aushängeschild. Nun soll er wieder zu einem attraktiven Ort umgestaltet werden.

Damit möglichst viele Anregungen in die Umgestaltung einfließen, werden alle Weddingerinnen und Weddinger zum Auftakt des Verfahren herzlich eingeladen, an der Umfrage zum Weddingplatz teilzunehmen.

Ideen für den Max-Josef-Metzger-Platz

Im Rahmen des Aktiven Zentren Programms soll der Max-Josef-Metzger-Platz umgestaltet werden. Mit einer Platzbegehung wollen die Planer mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen und Ideen mitnehmen, wie die Grünanlage zukünftig aussehen könnte. Der Max-Josef-Metzger-Platz hat einen wichtigen Naherholungswert für die Bewohnerinnen und Bewohner und dient als Wegeverbindung zwischen der Gericht- und der Müllerstraße.

Warum die gute Müllerstraße ganz die alte bleibt

(C) Nela
(C) Nela

Bordvorstreckungen, inoffizielle Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, Radfahrstreifen, neue Hochbeete – für eine Neugestaltung der Müllerstraße samt Gehwegen gibt es ein aufwendiges Planungskonzept. Seit die Straße 2011 zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, ist auch die Finanzierung aus dem Programm „Aktive Zentren“ gewährleistet. Nur: gebaut wurde lediglich am Leopoldplatz und auf dem namenlosen Vorplatz zwischen Rathaus Wedding und der Schiller-Bibliothek. Auf Anfrage der Weddingweiser-Redaktion teilt dazu Karsten Scheffer vom Planungsbüro JMP mit: „Derzeit ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Baumaßnahmen nicht vor 2017/2018 beginnen werden.“ 

Frischzellenkur für den guten alten Leopoldplatz

Am Freitag, den 25. Oktober wird ab 17:30 Uhr der umgebaute Leopoldplatz feierlich eingeweiht. Aus Sicht der beteiligten Institutionen ist die Neugestaltung ein Musterbeispiel für eine gelungene Bürgerbeteiligung. Nicht nur, dass die Wünsche der Beteiligten konkret umgesetzt wurden sei ein Erfolg, sondern auch die Entschärfung der unbestreitbar vorhandenen sozialen Probleme auf dem Platz. Zeit, sich einmal die ganze Geschichte des Platzes anzuschauen.

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1835 stand auf dem Gebiet des heutigen Leopoldplatz nur die alte Nazarethkirche. Erst Jahrzehnte später wurde um die von Schinkel entworfene schlichte Backsteinkirche herum ein drei Straßenblöcke aussparender Platz angelegt, der bald von Mietskasernen umbaut war.

Leopold ist ein althochdeutscher Name und bedeutet so viel wie „Der Tapfere aus dem Volk“. Nach einem Volkshelden wurde der Platz 1891 jedoch nicht benannt. Vielmehr bezieht sich der Name auf den Erfinder des Gleichschritts, Leopold I., Fürst von Anhalt- Dessau, auch „der alte Dessauer“ genannt. Ohnehin gibt es in der Umgebung des „Leo“ zahlreiche Straßennamen, die an Schlachten oder (fragwürdige) Personen der Militärgeschichte erinnern. Und dass dieser einstmals geschlossene Stadtplatz einmal das Zentrum des Wedding sein würde, war im Hobrechtschen Bebauungsplan von 1862 nicht vorgesehen.

In der Nachkriegszeit wurden die Müller-, die Luxemburger und die Schulstraße autogerecht ausgebaut. Zudem avancierte der südwestliche Platzteil durch die Eröffnung des unterirdischen Kreuzungsbahnhofs „Leopoldplatz“ (1961) zum wichtigen Schnittpunkt zweier U-Bahnlinien. Die zentrale Funktion dieses Platzes wurde durch die Ansiedlung eines Karstadt-Warenhauses 1978 noch verstärkt. Planer legten 1985 im Rahmen eines aufwändigen Umgestaltungsprozesses noch einmal Hand an und platzierten ein rundes Granitbecken mit Springbrunnen vor dem denkmalgeschützten Schinkel-Kirchenbau.

Der jüngste Umbau

Der aktuelle Umgestaltungsprozess wurde erst angestoßen, als im Rahmen des städtebaulichen Programms „Aktive Zentren“ Fördermittel zur Verfügung standen. Es war klar, dass diesmal auch die vielen Nutzungskonflikte auf dem Leopoldplatz entschärft werden mussten. Aus Sicht der Planer ist nun am Ende des Prozesses festzustellen: durch konkretes gemeinsames Handeln hat sich ein starkes Netzwerk von Menschen gebildet, das heute bereit ist, Verantwortung für Andere und den Stadtraum zu übernehmen. Als bedeutender Konsens bildet sich heraus, dass der Leopoldplatz „ein Platz für alle“ sein muss.  Seit  Anfang 2011 wurde unter Beteiligung vieler Akteure schrittweise die Verbesserung der Platzanlage geplant und gebaut. Gleich zu Beginn des Prozesses wurde durch eine Initiative der Platznutzer und Anrainer der „Runde Tisch Leopoldplatz“ ins Leben gerufen. Durch dieses Vorgehen ist es beispielsweise gelungen, einen eigenen Aufenthaltsbereich für Trinker hinter der Alten Nazarethkirche zu schaffen.

Gestalterisch ein Minimalkompromiss

Die anwesenden Politiker (Senator, Bezirksbürgermeister, Bezirksstadtrat) werden sich daher bei der Eröffnungsveranstaltung auf die eigene Schulter klopfen, doch festzustellen bleibt: diesmal haben die Bürgerinnen und Bürger die wichtigste Arbeit gemacht. Dabei standen, wie es auf dem Platz vordringlich erschien, die sozialen Fragen im Vordergrund. Gestalterisch ist das Ergebnis jedoch sehr fragwürdig: wurde 1985 noch in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz eine Umgestaltung vorgenommen, die die Schinkelkirche und einen historischen Kontext bedacht hat, ist nun ein Minimalkompromiss herausgekommen, der niemandem weh tut.

NazarethkirchstrWie der dreigeteilte Platz gestaltet wurde, hat im Laufe der letzten Monate erstaunlich wenig Diskussionen ausgelöst. So wurde der repräsentative vordere Platz vor der Alten Nazarethkirche als Ort für Veranstaltungen und Märkte definiert – obwohl sich viele eine Wiederherstellung der ursprünglichen Parkanlage vor der Schinkelkirche gewünscht hätten. Im mittleren Teil gibt es hingegen Raum für Familien mit einem Spielplatz und einer Liegewiese. Der hintere Platz bleibt als wohnungsnaher Erholungsbereich erhalten.

Die beteiligten Bürger haben sich um historische Zusammenhänge wohl kaum geschert, der Denkmalschutz wurde nicht weiter beachtet. So kommt es beispielsweise, dass der Burgspielplatz „Prinz Leopold“ genannt werden konnte. Worauf sich der verspielte Name bezieht, spielte keine Rolle, schon gar nicht die Tatsache, dass es sich beim Namensgeber Leopold um einen ausgesprochenen Militaristen handelte. Ebenso losgelöst vom historischen Kontext muss man auch die Entfernung des häufig zugemüllten, dennoch zur Schinkelkirche passenden Springbrunnenbeckens sehen: das modische Fontänenfeld, wie es jetzt angelegt wurde, ist schneller gereinigt. Erfahrungen anderer Städte zeigen jedoch, dass eine solche Anlage auf lange Sicht kostenanfälliger sein kann.

Einen Bezug der Platzgestaltung zum Umfeld des „Roten Wedding“ oder eine Erklärungstafel der „blutrünstigen“ Straßennamen in der Umgebung wird der Besucher des neuen Leopoldplatzes also vergeblich suchen. Es fehlen sogar Straßenschilder mit der Aufschrift „Leopoldplatz“ – nur der U-Bahneingang zeigt, wie dieser wichtige Platz heißt. Auf der Positivseite hingegen ist zu verbuchen, dass der zentrale Ort des Wedding kulturell wiederbelebt wurde, sei es durch die „Fête de la Musique“ oder den Weihnachtsmarkt.

Jetzt darf gefeiert werden

Leopoldplatz Kreuzung Müllerstr SchulsDie Feier selbst dürfte der Bedeutung des Leopoldplatzes angemessen sein. Beginn der feierlichen Eröffnung ist um 17.30 Uhr. Am Kulturprogramm aus Musik, Theater, Tanz und Licht beteiligen sich zahlreiche Künstler wie die Theatergruppe „Unter Druck“, die Musiker Eva Agnes Schoppe und Tim Karweick sowie die Band „Beatsafari“.

Die Finanzierung der Baumaßnahme in Höhe von ca. 1,8 Mio. € erfolgte aus Städtebaufördermitteln des Bund-Länder-Programms Aktive Zentren. Die Einweihungsfeier wird durch das Kulturnetzwerk Wedding i.G., das Bezirksamt Mitte und zahlreiche Akteure organisiert. Die Begleitausstellung  „Kooperativ handeln – Privates Engagement aktivieren und bündeln!“ ist vom 25. Oktober bis ca. Ende November in der Alten Nazarethkirche zu besichtigen.

Freitag, 25. Oktober

ab 17.30 Uhr

mit Kulturprogramm mit Theater, Musik und Licht

Beiträge mit Bezug zum Leopoldplatz

Platz für den Leo: Letzte Bauarbeiten haben begonnen

Die Weddinger haben’s schon gemerkt: Der Leopoldplatz verändert seit 2010 sein Gesicht. Jetzt geht’s auch auf dem vorderen Platzteil los.

Umbau Leopoldplatz

In drei Phasen wird in diesem Frühjahr und Sommer auch der vordere Platz, der an die Müllerstraße und die Schulstraße grenzt, umgebaut. Auf dieser Website gibt es eine Übersicht über die einzelnen Bauabschnitte.

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn: die Trinker, die den Platz in den letzten Jahren bevölkerten, sind schon in einen eigenen Bereich hinter der Alten Nazarethkirche nahe der Schulstraße ausgewichen. Aber auch an weniger prominenten Stellen hat sich das Bild des Leopoldplatzes verändert: durch die Anlage des Spielplatzes Burg Leopold, die baumbestandene Promenade an der Nazarethkirchstraße mit Trampolin und Schachbrett sowie das Café Leo. Jetzt ist der Platzbereich vor der Alten Nazarethkirche dran: die 1985 aufgestellte, häufig zugemüllte Steinschale mit Springbrunnen muss weichen. Allzu oft hat die Fontäne ohnehin nicht gesprudelt. Aber keine Sorge: statt dessen soll es dann an 24 Düsen „Wasser marsch“ heißen. Auf dem Leo wird es dann ein großflächiges Fontänenfeld geben – eine Art Kinderplanschenersatz mit Bänken. Gut so: denn die wurden vom Bezirk fast vollständig weggespart.

1,1 Millionen Euro kosten die Aufwertungsmaßnahmen für den „Leo“ insgesamt. Schließlich ist dieser Platz (der ja eigentlich eine langgezogene Grünanlage ist), die einzige Stelle im Wedding, die man als das Zentrum des Ortsteils bezeichnen könnte. Durch die Kreuzung wichtiger Straßen und U-Bahn-Linien sowie dank des Karstadt-Warenhauses kommen hier auch viele Besucher erstmals mit dem Wedding in Kontakt. Da kann das Erscheinungsbild des Platzes doch sehr imageprägend wirken.

Stadtteilvertretung fordert Umsetzung des Verkehrskonzepts

Umbau Leopoldplatz IIIm vergangenen Jahr hat die Stadtteilvertretung des „Aktiven Zentrums Müllerstraße“ einen Vorschlag für ein „Verkehrskonzept Müllerstraße“ vorgelegt. „Von den beteiligten Planern und der Verwaltung wurden zwar einige Details aus unserem Vorschlag aufgenommen, viele andere für uns wichtige Vorschläge jedoch nicht“, teilt ein Sprecher des Gremiums mit.

Zwei der im Verkehrskonzept enthaltenen Vorschläge – ein ampelgeregelter Überweg zwischen Rathausplatz und der nördlichen Seite der Müllerstraße sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Nazarethkirchstraße – sollen allen Interessierten noch einmal vorgestellt werden.  Dazu führt die Stadtteilvertretung einen Info-Stand am Leopoldplatz durch. Dabei soll in Form von Informationen, Gesprächen und Führungen entlang der betreffenden Straßenbereiche vermittelt werden, wie sich die Stadtteilvertretung ein anwohnerfreundliches, umweltverträgliches und modernes Verkehrskonzept vorstellt. Die“Info-Aktion“ findet am Samstag, den 25. Mai, von 11 bis 13 Uhr am Leopoldplatz / Müllerstraße Ecke Nazarethkirchstraße statt.

Fazit: Diese Maßnahmen kommen genau richtig. Es wird Zeit, dass dieser Platz nicht nur von Menschen „frequentiert“ wird, die ihn benutzen müssen. Die Anlage dieses zentralen Punktes sollte auf jeden Fall auch Lust darauf machen, sich länger als unbedingt nötig dort aufzuhalten…

Das Umfeld des Rathauses verändert sich

In den nächsten Jahren wird sich der Schwerpunkt der städtebaulichen Entwicklung des Aktiven Zentrums Müllerstraße an das Rathaus Wedding verlagern. Nachdem die Neugestaltung des Leopoldplatzes weitgehend abgeschlossen ist – es fehlt nur noch der Abschnitt vor der Alten Nazarethkirche –, wird nun der Platz um das denkmalgeschützte Hochhaus in Angriff genommen: Entlang der Brandwand auf der südlichen Seite wird eine neue bezirkliche Mittelpunktbibliothek entstehen, das Hochhaus wird saniert und zum Jobcenter werden. Und schließlich soll auch der Platz selbst neu gestaltet werden.

Noch in diesem Jahr wird dazu ein Wettwerb für Landschaftsarchitekten ausgelobt. Auf einem Planungsworkshop am 13. September hatten Anwohner und Anrainer die Gelegenheit, ihre Interessen darzulegen und so die Wettbewerbsbedingungen zu beeinflussen. Gekommen waren unter anderem die Präsidentin der Beuth-Hochschule, Monika Gross, und ihr Stellvertreter Hans W. Gerber. Sie traten entschieden für eine stärkere Anbindung der Hochschule an die Müllerstraße ein, die am Rathausplatz städtebaulich umgesetzt werden könne. Angstfreie Wege und freie Sichtachsen zum Campus der Beuth-Hochschule über den Platz hinweg waren ihre Hauptforderung, gegen die auch keiner der Anwesenden Widerspruch erhob. So sprachen sich fast alle für den Abriss des Übergangs zwischen Rathaus- Altbau und Hochhaus über die ehemalige Limburger Straße aus, denn die sogenannte »Beamtenlaufbahn« blockiert die Sichtachse. Auch der Leiter der künftigen Jobcenter-Dependance, Max Bischoff, schloss sich dieser Meinung an: der Übergang werde vom Jobcenter nicht gebraucht, das keine Räume im Altbau des Rathauses beansprucht.

Ideal für das Jobcenter wäre zudem eine Gestaltung des Platzes in seinem Eingangsbereich, die es ermöglicht, hier Aktionen wie Infobörsen von Arbeitgebern durchzuführen. Persönlich bedauerte Bischoff in diesem Zusammenhang, dass der ehemalige Weddinger BVV-Saal nach dem Umzug der Schillerbibliothek in die neue Mittelpunktbibliothek nach den gegenwärtigen Planungen des Jobcenters nur als Aktenarchiv genutzt werden soll – eine repräsentativere Nutzung etwa für solche Infobörsen hält er persönlich für sinnvoller.

Özlem Özmen-Eren, die Betreiberin des Cafés »Simit Evi« im Pavillon an der Müllerstraße, gab sich offen für eine Neuordnung des Platzes. Sie kann sich vorstellen, den Außenbereich ihres Cafés zum Beispiel zur Bibliothek hin zu öffnen, um zur Belebung dieses Platzteiles beizutragen.

Der Bereich vor der künftigen Mittelpunktbibliothek sollte nach den Vorstellung der Leiterin der Schiller-Bibliothek, Corinna Dernbach, möglichst ansprechend für Jugendliche gestaltet werden, wie z.B. durch eine »Halfpipe« für Skater oder Skateboarder.

Durchblick: Neues Rathaus und Neue Nazarethkirche

Weniger klar waren die Vorstellungen zum hinteren Rathausplatz Richtung Genter Straße. Hier befinden sich Grünanlagen, aber auch ein Parkplatz. Wenn in der Genter Straße Querparken eingeführt wird, könnte der zugunsten einer attraktiveren Platzgestaltung aufgegeben werden. Bernd Gellesch, der Betreiber des Wochenmarktes an der Genter Straße, erhob keine grundsätzlichen Einwände. Der Markt läuft derzeit sehr gut, ist voll und gilt in Berlin als Geheimtipp. Gellesch beabsichtigt aber nicht, ihn zu erweitern. Die angrenzenden Parkplätze seien zwar nützlich, vor allem für Kunden aus dem Gastronomiebereich, die auf dem Markt größere Mengen einkauften, aber für den Betrieb nicht unbedingt notwendig. In einer Verlegung des Marktes etwa auf die ehemalige Limburger Straße entlang des Rathaus-Altbaus konnte er keinen Vorteil erkennen: Das würde zu Konflikten führen, etwa wenn das Jobcenter hier eine Aktion durchführen wolle. Eine Verlegung in den Bereich unmittelbar hinter dem Hochhaus dagegen wäre akzeptabel, genauso wie ein Umzug in die Ostender Straße.

Das Aktive Zentrum wird nun einen Architektenwettbewerb zum Rathausplatz durchführen. Ähnlich wie beim Wettbewerb zum Neubau der Bibliothek wird es vor der Entscheidung der Jury, an der auch die Stadtteilvertretung beteiligt sein wird, noch einmal eine Veranstaltung mit Bürgerbeteiligung geben. Alle eingegangenen Architektenentwürfe werden dabei anonymisiert vorgestellt, die Anrainer und Anwohner erhalten die Gelegenheit, der Jury ihre Meinung zu den Entwürfen in offener Diskussion kundzutun.

Christof Schaffelder

Diesen und andere interessante Artikel finden Sie in der Sanierungszeitschrift Ecke Müllerstraße. Diese erhalten Sie in Geschäften und Institutionen an der Müllerstraße oder zum Download auf dieser Website. 

Die südliche Müllerstraße wird moderner – für Radfahrer und Fußgänger

Klar ist: die Müllerstraße ist unattraktiv für Fußgänger und Radfahrer. Jahrelang wurden Konzepte zur Steigerung der Attraktivität der Weddinger Einkaufsmeile entwickelt und Maßnahmen geplant. Jetzt wird es am ersten Teilstück konkret: auf dem südlichen Abschnitt, zwischen Sellerstraße und dem S- und U-Bahnhof Wedding, sollen noch im Jahr 2012 die Baumaßnahmen beginnen.

2012 endlich Radstreifen auf der südlichen Müllerstraße

Am 5. Januar stellte der beauftragte Verkehrsplaner vom Ingenieurbüro IVAS Dresden bei einer Sitzung der Stadtteilvertretung Müllerstraße das erste Maßnahmenbündel vor. Insbesondere für Radfahrer wird sich das Gesicht dieses am stärksten belasteten Abschnitts der Müllerstraße verändern. Heute schon bestehende Radwege werden zurückgebaut. Statt dessen zeigen neue Markierungen auf der Straße dem motorisierten Verkehr, welcher Verkehrsraum den Radfahrern vorbehalten ist. Neue Abstellmöglichkeiten sollen durch mehr Fahrradbügel geschaffen werden. Autofahrer müssen sich wohl nicht wesentlich einschränken – nur Rechtsabbieger in die Fennstraße müssen geradeausfahrende Radfahrer vorbeilassen. Für Fußgänger interessant ist die Verbreiterung des Zugangs zum U-Bahnhof Reinickendorfer Straße zwischen Fenn- und Sellerstraße. Die Geländer in der Straßenmitte werden dafür entsprechend versetzt. Die Firma Bayer soll an diesem Projekt beteiligt werden – schließlich betreffen die Maßnahmen in erster Linie ihre Mitarbeiter am Weddinger Unternehmensstandort.

Was passiert wann am mittleren und nördlichen Abschnitt der Müllerstraße?

Untere Müllerstr BayerWeil zwischen dem Bahnhof Wedding und der Seestraße erheblich mehr Eingriffe in die Verkehrsführung als am südlichen Abschnitt geplant sind, müssen mehr Prozesse miteinander abgestimmt werden. Auch die Stadtteilvertretung Müllerstraße, die die Infoveranstaltung ausgerichtet hat, soll dann noch einmal in die Schlussplanung eingebunden werden. In diesem mittleren Abschnitt erfolgt die Realisierung vermutlich erst 2013/2014. Dann werden auch der Mittelstreifen der Müllerstraße und die Bushaltestellen ihr Gesicht verändern. Der nördliche Abschnitt zwischen Seestraße und Barfus-/Transvaalstraße kommt erst 2015/2016 dran – wenn dann noch Geld vorhanden ist.

Zumindest einen Radstreifen wird es im Bereich der Müllerstraße nördlich der Seestraße im Afrikanischen und Englischen Viertel  schon in den nächsten Monaten geben. (zwischenzeitlich realisiert) Dieser wird aus einem anderen Projekt finanziert, für das die Planung schon abgeschlossen ist.