GESCHLOSSEN Viel Flair beim Flohmarkt am Pankeufer

Foto: Flohmarkt am Pankeufer

Da, wo früher einmal ein Heilbad an der Gesundbrunnenquelle war, ist heute sonntags wieder Entspannung angesagt. Für viele ist Bummeln nämlich sehr erholsam, vor allem, wenn es rechts und links des Wegs an Ständen Kleidung, Trödel und Schnickschnack zu entdecken gibt. Der sonntägliche Flohmarkt am Pankeufer hat sich auf dem Hof vor der Bibliothek am Luisenbad und auf der Travemünder Straße bis zur Badstraßenbrücke angesiedelt – eine entspannte Atmosphäre ist dort garantiert. Saisonstart ist im April, der letzte Markt findet Ende September statt.

Entspannter Flohmarkt am Pankeufer

Nur noch der Name Gesundbrunnen lässt erahnen, dass es dort einstmals eine Heilquelle mit Kurbetrieb gab. Heute würde man das Wellness nennen, was sich um 1760 rund um das abgerissene Trinkhäuschen an der Travemünder Straße abspielte. Für viele ist aber auch Bummeln sehr erholsam, vor allem, wenn es rechts und links des Wegs an Ständen Kleidung, Trödel und Schnickschnack zu entdecken gibt.  Der sonntägliche Flohmarkt am Pankeufer hat sich zwischen Bibliothek am Luisenbad und Badstraßenbrücke angesiedelt – eine entspannte Atmosphäre ist dort garantiert.

Ausgeufert: so kam es zum Panke-Hochwasser

Panke, Brücke, Fluss, Torbogen, Müll, Sessel, Foto: Sulamith Sallmann
an der schönen Panke – Foto: Sulamith Sallmann

Seit 1980 ist es nicht mehr passiert – doch in der Nacht vom 21. zum 22. August führten starke Niederschläge zu Hochwasser in der Panke. Der Fluss trat ab Pankow bis zur Schulzendorfer Straße in Berlin-Wedding in unterschiedlichem Maße über die Ufer. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt informiert, wie es dazu kommen konnte. 

Große Regenwassermengen führen im dicht besiedelten und entsprechend versiegelten Einzugsgebiet der Panke schnell zu hohen Abflussspitzen und damit zu einer Hochwasserwelle. Die Wassermengen führen Treibgut, Unrat und Pflanzenmaterial mit sich, die vom Rechen in der Schulzendorfer Straße zurückgehalten werden. Die Rechenanlage wird von den Berliner Wasserbetrieben (BWB) seit 1988/1989 betrieben, um den „Pankedüker“ unter der Chausseestraße freizuhalten. Die Menge an Treibgut war jedenfalls so groß, dass das Wasser trotz der Reinigung der Rechenanlage nur verlangsamt abfließen konnte. Dadurch kam es zu einem Rückstau – und damit zu einem Anstieg des Wasserspiegels oberhalb des Rechens. Durch die hohen Wasserspiegelunterschiede zwischen Oberpegel und Unterpegel wurde automatisch die Überwachungszentrale der BWB alarmiert und der Einsatz von BWB-Mitarbeitern vor Ort ausgelöst. Obwohl die BWB reagierten, ließ sich das Ausufern der Panke nicht verhindern.

Simulation des Hochwassers

Das Hochwasserereignis wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, VIII E 2 nachmodelliert, um die Ursachen, die zu den Ausuferungen geführt haben, näher zu analysieren sowie eine Einordnung der Auftrittswahrscheinlichkeit vorzunehmen. Außerdem werden die Funktion der an der Schulzendorfer Straße betriebenen Rechenanlage einschließlich deren Überwachung bewertet und Empfehlungen zur Anlagen- und Betriebsoptimierung erarbeitet.

nach einem Artikel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Mehr über die Panke bei panke.info

Dem Dreck selbst etwas entgegensetzen

Der Frühling lockt die Weddinger aus ihren Wohnungen ins Grüne. Neben den Parks findet man auch auf dem Panke-Grünzug das eine oder andere schöne Fleckchen, wo man die Sonne genießen kann. Doch im Buschwerk oder am Uferstreifen zeigen sich nicht nur pflanzliche Frühlingsboten, sondern auch der ganze Müll eines Winters. Warten, dass der von allein verschwindet, kann man oft lange. Der aufmerksame Bürger kann es der Stadtreinigung überlassen, den Unrat aufzusammeln, denn die BSR hat ein Dreckeckentelefon eingerichtet und rückt an, wenn es sich so richtig lohnt. Wenn das alles nicht hilft, heißt es selbst zupacken.

Thorsten Haas bei einer Putzaktion im Jahr 2011
Thorsten Haas bei einer Putzaktion im Jahr 2011

„Gleich drei Putzaktionen werden wir in diesem Frühling an drei Abschnitten der Panke durchführen“, sagt Thorsten Haas von panke.info e.V. Auftakt wird die Aktion am Montag, den 16. April um 14:00 Uhr vor der Uferstraße 12 (Kino am Ufer) sein. Am Donnerstag den 19. April ebenfalls ab 14:00 Uhr wird die Wildnis vor der Bibliothek am Luisenbad, Travemünder Straße 1, gesäubert. Diese Aktion findet in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Wedding statt. Beim anschließendem Kaffee wird der achte Geburtstag der Freiwilligenagentur gefeiert.

Dreck weg an der Panke heißt es zum Abschluss am 23. April im Rahmen der Kampagne „Schön und Gut, Sauberkeit im Soldiner Kiez“. Stadtrat Carsten Spallek nutzt den Termin, um selbst zuzupacken und somit das eine oder andere schöne Fotomotiv für die Presse zu bieten. Treffpunkt ist die Panke-Fußgängerbrücke an der Gotenburger Straße um 16:00 Uhr. Um 18:00 Uhr wird die Aktion auf dem Abenteurspielplatz Panke (Gottschalkstraße Ecke Wilhelm-Kuhr-Straße) mit einem gemeinsamen Essen ausklingen.

 

 

 

Kinder helfen tatkräftig, das Panke-Ufer vom Dreck zu befreien
Kinder helfen tatkräftig, das Panke-Ufer vom Dreck zu befreien

Für die Vorbereitung und Durchführung der Aktionen braucht panke.info natürlich jede Menge freiwillige Helfer. Nicht nur mit Greifern und Handschuhen: „Gesucht werden Menschen, welche die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen und beispielsweise Flyer verteilen“ erzählt Thorsten Haas. Gern gesehen sind auch Kuchenspenden. Wer die Aktionen fotografisch dokumentieren möchte, kann sich ebenfalls an panke.info wenden. Da auch Kindergärten und Schulen an den Aktionen beteiligt sind, können sich auch Freiwillige bei der Betreuung der Kinder einbringen. „Und selbstverständlich werden viele helfende Hände für die Durchführung der Putzaktion entlang der Panke gebraucht“, betont Thorsten Haas noch einmal. Darum geht es letztendlich ja: dem Dreck selbst etwas entgegenzusetzen.

Veranstaltungstipp: Mit dem Grünflächenamt ins Gespräch kommen

Am 16. April um 12:30 laden das Kino am Ufer und der Verein panke.info zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im Kino am Ufer, Uferstraße 12, ein. Herr Kube und Herr Ruth vom Grünflächenamt Berlin-Mitte beantworten die Fragen der Anwohner zum Thema Baumfällungen, Pflanzenrodungen und zur geplanten Umgestaltung der Panke. Interessierte sind eingeladen, ihre Fragen zu stellen. Im Anschluss an die Veranstaltung findet um 14:00 Uhr eine Putzaktion am Grünstreifen der Panke statt. Hierfür werden noch freiwillige Helfer gesucht. Müllbeutel und Zangen werden durch die BSR gestellt.

Sprengelkiez: schöner wohnen am Kanal

Der Pekinger Platz am Kanalufer
Der Pekinger Platz am Kanalufer

In einem Ufercafé sitzen oder in einer Hausbrauerei?

Das dicht bebaute Wohnviertel rund um die Sprengel- und die Tegeler Straße verfügt neben einer weitgehend intakten Altbausubstanz aus der Gründerzeit über eine richtige Wasserlage. Im Südwesten des Kiezes verläuft nämlich der Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal. Die ausgebaute Uferpromenade mit ihren repräsentativen Wohnhäusern aus der Zeit um 1900 lädt zu Spaziergängen und zu Cafébesuchen ein. Wie an keiner anderen Stelle im Wedding reihen sich hier gastronomische Betriebe aneinander, sowohl traditionelle Kneipen (Lindengarten, Deichgraf) als auch neuere Cafés und Restaurants (Fünfundsechzig, Auszeit). Ebenfalls im Sprengelkiez besteht seit vielen Jahren die Weddinger Hausbrauerei Eschenbräu, wo man im Sommer in einem schattigen Biergarten im Hinterhof sitzen kann. In den letzten Jahren wurde durch ein Quartiersmanagement viel in die vorhandenen Spielplätze investiert.

Neben dem Sparrplatz und dem Pekinger Platz (am Kanal) ist hier vor allem der Sprengelpark zu nennen. Auf dem 10 000 qm großen ehemaligen Industrieareal (hier wurden Wasserflugzeuge gebaut) zwischen der Kiautschoustraße und der Sprengelstraße haben Landschaftsplaner einen urbanen Sport- und Spielpark mit viel Grün geschaffen.

Der kleine, aber feine Sprengelpark
Der kleine, aber feine Sprengelpark

Im Sprengelkiez und in seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich wichtige öffentliche Einrichtungen, deren Bedeutung weit über den Wedding hinausreicht. Zu nennen ist hier vor allem das Robert-Koch-Institut am Nordufer. Das 1891 gegründete Institut ist die zentrale Überwachungs- und Forschungseinrichtung der Bundesrepublik für Infektionskrankheiten. Es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rudolf-Virchow-Krankenhaus (heute: Charité Campus Virchow). Die zentrale Berliner Ausländerbehörde liegt ebenfalls am Kanalufer, jedoch auf der gegenüberliegenden Moabiter Seite. Sie ist mit dem Torfstraßensteg an den Sprengelkiez angebunden. Auch Beschäftigte und Studierende der nahe gelegenen Beuth-Hochschule drücken dem Sprengelkiez ihren Stempel auf. Daher findet man in diesem Kiez mehr studentisches Einflüsse und die passende Infrastruktur als in anderen Vierteln im Wedding.


Sehenswertes am Nordufer und im Kiez

Torfstraßensteg
Torfstraßensteg

Da das Industriegelände an der Sprengelstraße erst am Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurde, konnte sich der westliche Teil des Kiezes am Nordufer erst um 1900 herum zu einem Wohngebiet entwickeln. Die repräsentative Gebäudegruppe zwischen Fehmarner Straße, Nordufer und Buchstraße ist ein besonders gelungenes Beispiel für genossenschaftlichen Reformwohnungsbau. Vor allem die Eckbauten, davon eines sogar mit einem Doppelgiebel, prägen das Kanalufer an diesem Abschnitt. Auch das Eckhaus Torfstraße/Kiautschoustraße ist ein großbürgerlicher Prachtbau, wie es ihn im Wedding eher selten gibt. Die Osterkirche liegt an der Samoastraße / Sprengelstraße und damit exakt in der Mitte des Sprengelkiezes. Die wuchtige Backsteinkirche ist in die Ecke eines Blocks gebaut und vereint Kirchenschiff, Turm und Pfarrhaus in einem einzigen Gebäude. Das gewölbelose Kircheninnere ist mit prachtvollen Malereien versehen. Das Geschäftszentrum des immer beliebter und damit auch teurer werdenden Sprengelkiezes ist neuerdings die Tegeler Straße mit ihren vielen Cafés, Restaurants und Fachgeschäften. Aber auch in die Sprengelstraße zieht es Nachtschwärmer (in das gleichnamige Musiklokal) oder in die vielen kleinen Gastronomiebetriebe.

Tegeler Sprengel StrKaffeeangebot im Bioladen Tegeler Str

 

 


Roter Wedding, schlechter Wedding

Prime Time TheaterIn Richtung Müllerstraße ist der Kiez stärker von sozialen Problemen geprägt, was vor etlichen Jahren auch der Grund für die Einrichtung des Quartiersmanagements Sparrplatz war. Der namensgebende Platz ist eine langgezogene Grünanlage mit Bolz- und Spielplätzen. Genau in dieser Lage ist mit dem Prime-Time-Theater an der Burgsdorfstraße/Müllerstraße ein kultureller Anziehungspunkt von berlinweiter Relevanz entstanden. Dessen Alleinstellungsmerkmal ist eine fortlaufende Seifenoper auf der Bühne namens „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“. Doch anders als bei dem vermeintlichen TV-Vorbild gibt es bei diesem Theaterspaß mit Weddinger Originalen echtes Gelächter eines glänzend unterhaltenen Publikums. Direkt nebenan liegt die Berliner SPD-Zentrale (Kurt-Schumacher-Haus) – traditionell eng mit dem „roten Wedding“ verbunden. Bedeutend für den ganzen Ortsteil ist auch das Jobcenter direkt gegenüber – untergebracht in einem typischen Arbeitsamtsgebäude aus den 1950er Jahren.

St. Josef in der Müllerstraße
St. Josefskirche an der Müllerstraße

 

Möwensee: Fußweg befestigt

Nach monatelangen Bauarbeiten ist nun der Uferweg am Möwensee im Weddinger Volkspark Rehberge wieder befestigt. Die hässlichen Bauzäune, die bereits im letzten Winter am Seeufer standen, sind verschwunden. Jetzt, wo wieder das Farbspektakel des Herbstlaubs im Park beginnt, lohnt es sich erst recht, dem Möwensee einen Besuch abzustatten,..