Die Panke: Weddings kleiner Fluss

4
Romantische Ruinen: die Wiesenburg
Roman­ti­sche Rui­nen: die Wiesenburg

Von Bernau bis in den Wedding fließt ein richtiger Bach

Fast 30 Kilo­me­ter lang ist ihr Lauf von den Höhen des Barn­im­pla­teaus bis an die heu­ti­ge Mün­dung im Wed­din­ger Nord­ha­fen: die Pan­ke. Die­ser Fluss stand Pate für den Ort Pan­kow und ist Teil des volks­tüm­li­chen Ber­li­ner Kul­tur­guts. Nur – von die­sem Fluss war jahr­zehn­te­lang wenig zu sehen. Zu sehr ist das Was­ser durch Indus­trie­ein­lei­tun­gen und Abwäs­ser ver­schmutzt wor­den, sodass die Anwoh­ner um die Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert her­um froh waren, dass das als Stinke­pan­ke geschmäh­te Gewäs­ser ver­rohrt und kana­li­siert wurde.

Dabei ist die Ansied­lung “Wed­din­ge”, die 1251 mit­samt einer Müh­le am Fluss Pan­ke erst­mals erwähnt wur­de, eng mit die­sem Flüss­chen ver­bun­den. Einst floß die Pan­ke wei­ter bis vor die Tore Ber­lins, um dann an der Stel­le des heu­ti­gen Ber­li­ner Ensem­bles an der Fried­rich­stra­ße in die Spree zu münden.

Umspannwerk an der Pankemündung
Umspann­werk an der Pankemündung
Verziertes Brückengeländer
Ver­zier­tes Brückengeländer

____________________________________________________________

Revitalisiert – so soll die Panke wieder ins Bewusstsein der Berliner geholt werden

pankegerichtstrDie Kriegs­zer­stö­run­gen wur­den im Wed­ding genutzt, um den Fluss­lauf mit­samt einem fast durch­ge­hen­den Grün­zug frei­zu­le­gen. Der künst­li­che Neben­arm von der Schul­zen­dor­fer Stra­ße zum Ber­lin-Span­dau­er Schif­fahrts­ka­nal fun­gier­te ab 1961 als allei­ni­ger Abfluss der Pan­ke – der Alt­arm in den Ost­teil Ber­lins wur­de kur­zer­hand abge­trennt. Doch von einer natur­na­hen Gestal­tung kann an der heu­ti­gen Pan­ke kei­ne Rede sein. Das einst mun­ter plät­schern­de, durch­aus hoch­was­ser­ge­fähr­de­te Flüss­chen erin­nert heu­te eher an einen gezähm­ten Kanal, in dem kein Leben mehr mög­lich scheint.  Anwoh­ner aus dem Wed­ding haben sich 2009 zusam­men­ge­tan, um wie­der auf den iden­ti­täts­stif­ten­den Fluss auf­merk­sam zu machen. Im Ver­ein panke.info e.V. wol­len die ehren­amt­lich Enga­gier­ten eine Lob­by für ein ver­nach­läs­sig­tes Gewäs­ser bil­den. In den nächs­ten Jah­ren wird sich das Gesicht der Pan­ke erneut ändern: die Län­der Ber­lin und Bran­den­burg wol­len mit dem Modell­pro­jekt “Pan­ke 2015″ zei­gen, wie sie die Was­ser­rah­men­richt­li­nie der EU auch in einem stadt­na­hen Gewäs­ser umset­zen kön­nen. Man darf gespannt sein, wie sich Groß­stadt und Natur an Wed­dings klei­nem Fluss ver­ein­ba­ren lassen.

Tou­ren­be­schrei­bun­gen ent­lang der Panke

Web­site des Ver­eins panke.info e.V.

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

4 Comments

  1. Weiß jemand, war­um die Pan­ke zzu DDR-Zei­ten unter der Geao­lo­gi­schen Kom­mis­si­on am Robert-Koch-Platz floss, dem heu­ti­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­um? Heu­te fließt die­se dane­ben vor­bei„ um über das Cha­ri­té- Gelän­de offen oder durch Roh­re schließ­lich am Schiff­bau­er Damm in die Spree fließt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.