Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanzlose, nicht ganz geradlinige Straße wie die Reinickendorfer verdient wie so viele Weddinger Straßen einen zweiten Blick. Die einzige Bundesstraße des Wedding (B 96) durchzieht unseren Stadtteil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht willkürlich gezogenen Grenze zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Doch gerade diese vermeintlich nichtssagende Straße ohne Sehenswürdigkeiten ist typisch für die Weddinger Mischung und erzählt viel vom Charakter unseres dichtbesiedelten Stadtteils.

Gemeinschaftsgarten Himmelbeet befürchtet Kündigung

Weddinger Stadtnatur: Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet. Foto: HenselDie Betreiber des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet am Leopoldplatz befürchten eine Kündigung ihres Mietvertrages zum Ende des Jahres. Hintergrund ist ein geplantes Bauvorhaben für ein Fußballbildungszentrum. Am Montag ging das Gartenprojekt mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit. Eine Petition wurde gestartet, die bis heute mehr als 1700 Personen unterzeichnet haben. Ein Mobilisierungstreffen fand am Montag in dieser Woche statt.

Der Leopoldplatz im Rückfall

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Aufenthaltsbereich auf dem Leo

Die Bänke sind leer. Drei Jahre nach der feierlichen Eröffnung des neugestalteten Leopoldplatzes wird der Aufenthaltsbereich für die Szene kaum noch genutzt. Sie nimmt den von ihr selbst mitgeplanten Ort nicht mehr an. Gründe dafür sind die neu auflebende Drogenszene, enttäuschte Hoffnungen, erlittene Kränkungen und vielleicht auch Angst vor der eigenen Courage. Hinzu kommt ein Rückgang an behördlicher Aufmerksamkeit und politischem Handlungswillen, nachdem der Platz aus den Negativ- Schlagzeilen verschwunden war: Der Leopoldplatz ist sozusagen allmählich auf dem Dienstweg versandet.

Himmlisch in den Gartenfrühling – am 9. April

Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel
Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel

Es lässt sich nicht mehr leugnen, der Frühling ist ausgebrochen. Und wie schon in den drei vergangenen Jahren trägt der Stadtgarten „Himmelbeet“ dazu bei, den Wedding noch ein bisschen grüner und lebenswerter zu machen. Mit einem umfangreichen Programm von Festen, Kursreihen und Selbstpflückaktionen zieht das Gartenprojekt in der schönen Jahreszeit immer wieder neue Besucher an die frühere Brache an der Schulstraße Ecke Ruheplatzstraße. Das architektonisch interessante Gartencafé aus Europaletten und Stampflehm ist dann ebenfalls wieder geöffnet.

Den Saisonstart feiern die vielen Aktiven vom Himmelbeet am 9. April ab 11 Uhr mit einem Frühlingsfest.

Neues Familienzentrum am Nauener Platz

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Cornelia Dette (r.) mit einigen Frauen in der Küche des Familienzentrums.

Am großen Tisch in der Cafeteria faltet eine Frau konzentriert an leuchtend gelben Papierbooten für eine Flüchtlings-Kampagne von Amnesty Interational. Eine zweite Frau kommt hinzu, überlegt nicht lange und macht mit. In einem kleinen Büroraum nebenan tippt ein Mann währenddessen in einen Computer, er arbeitet an der Internetseite des Hauses. In der Küche backen drei Frauen plaudernd und fröhlich lachend Kuchen. Die Leiterin des Familienzentrums am Nauener Platz, Cornelia Dette, hat heute Geburtstag, der duftende Kuchen ist für sie.

Kommt der interkulturelle Garten in der Schulstraße 118?

Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)
Ehemalige Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)

Die BVV Mitte hat in ihrer letzten Sitzung einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, in dem das Bezirksamt ersucht wird zu prüfen, ob auf dem Grundstück der ehemaligen Passierscheinstelle (zuletzt als Seniorentagesstätte genutzt) ein „Bürgergarten“  eingerichtet werden kann.

„Gemeinsames Gärtnern schafft Begegnungen zwischen den Menschen im Kiez, die aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen stammen“ begründet Janina Körper, Bezirksverordnete der SPD und Sprecherin der Fraktion für „Soziale Stadt“, und fügt hinzu: „Der Leopoldplatz wurde und wird intensiv umgestaltet, um seiner Rolle als zentraler Ort von Wedding besser gerecht zu werden. Ein „grüner Ort“ der nachbarschaftlichen Zusammenkunft stellt unseres Erachtens nach eine wichtige Ergänzung dazu dar.“

Das in diesem Jahr begonnene Projekt „Himmelbeet“ in der Ruheplatzstraße 12 hat so großen Zuspruch erfahren, dass die bestehende Gartenfläche bereits nach wenigen Monaten nicht mehr ausreicht. Es zeigt, dass großes Interesse an weiteren Möglichkeiten zu interkulturellem Gärtnern besteht. Die Fläche Schulstraße 118 bietet dafür nach Ansicht der SPD-Fraktion eine ideale Möglichkeit.

Himmelbeet Blume  „Auch das Jugendprojekt auf dem Leopoldplatz hat gezeigt, dass die Kinder- und Jugendlichen in der Umgebung großen Spaß am Gärtnern haben und die Nutzpflanzen so spielerisch kennenlernen“ begeistert sich Janina Körper und weist noch auf einen anderen Aspekt hin: Potentiale der Mitarbeit können durch die Träger vor Ort genutzt und damit Kosten für Grünflächenpflege durch Mitarbeiter des Bezirksamtes gespart werden.

Quelle: SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin