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Gemeinschaftsgarten Himmelbeet befürchtet Kündigung

Weddinger Stadtnatur: Der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet. Foto: HenselDie Betreiber des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet am Leopoldplatz befürchten eine Kündigung ihres Mietvertrages zum Ende des Jahres. Hintergrund ist ein geplantes Bauvorhaben für ein Fußballbildungszentrum. Am Montag ging das Gartenprojekt mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit. Eine Petition wurde gestartet, die bis heute mehr als 1700 Personen unterzeichnet haben. Ein Mobilisierungstreffen fand am Montag in dieser Woche statt.

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Der Leopoldplatz im Rückfall

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Aufenthaltsbereich auf dem Leo

Die Bänke sind leer. Drei Jahre nach der feierlichen Eröffnung des neugestalteten Leopoldplatzes wird der Aufenthaltsbereich für die Szene kaum noch genutzt. Sie nimmt den von ihr selbst mitgeplanten Ort nicht mehr an. Gründe dafür sind die neu auflebende Drogenszene, enttäuschte Hoffnungen, erlittene Kränkungen und vielleicht auch Angst vor der eigenen Courage. Hinzu kommt ein Rückgang an behördlicher Aufmerksamkeit und politischem Handlungswillen, nachdem der Platz aus den Negativ- Schlagzeilen verschwunden war: Der Leopoldplatz ist sozusagen allmählich auf dem Dienstweg versandet. Weiterlesen

Erntedankfest im Himmelbeet

himmelbeet.jpgAm Samstag, den 8. Oktober feiert der Weddinger Gemeinschaftsgarten Himmelbeet den Ausklang der diesjährigen Saison wieder mit dem traditionellen Erntedankfest. Weiterlesen

Himmlisch in den Gartenfrühling – am 9. April

Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel
Im Himmelbeet. Foto: D. Hensel

Es lässt sich nicht mehr leugnen, der Frühling ist ausgebrochen. Und wie schon in den drei vergangenen Jahren trägt der Stadtgarten „Himmelbeet“ dazu bei, den Wedding noch ein bisschen grüner und lebenswerter zu machen. Mit einem umfangreichen Programm von Festen, Kursreihen und Selbstpflückaktionen zieht das Gartenprojekt in der schönen Jahreszeit immer wieder neue Besucher an die frühere Brache an der Schulstraße Ecke Ruheplatzstraße. Das architektonisch interessante Gartencafé aus Europaletten und Stampflehm ist dann ebenfalls wieder geöffnet.

Den Saisonstart feiern die vielen Aktiven vom Himmelbeet am 9. April ab 11 Uhr mit einem Frühlingsfest. Weiterlesen

Olivenöl-Verkostung im Himmelbeet-Garten

Es war im letzten Sommer 2014, als ich zu einer Olivenöl-Verkostung ins Oderbruch eingeladen wurde. Claudia und David Moya Fernandez waren mit ihrem Olivenöl aus Spanien angereist, das sie dort präsentierten. Nun kommen die beiden Produzenten in den Wedding.

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Neues Familienzentrum am Nauener Platz

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Cornelia Dette (r.) mit einigen Frauen in der Küche des Familienzentrums.

Am großen Tisch in der Cafeteria faltet eine Frau konzentriert an leuchtend gelben Papierbooten für eine Flüchtlings-Kampagne von Amnesty Interational. Eine zweite Frau kommt hinzu, überlegt nicht lange und macht mit. In einem kleinen Büroraum nebenan tippt ein Mann währenddessen in einen Computer, er arbeitet an der Internetseite des Hauses. In der Küche backen drei Frauen plaudernd und fröhlich lachend Kuchen. Die Leiterin des Familienzentrums am Nauener Platz, Cornelia Dette, hat heute Geburtstag, der duftende Kuchen ist für sie.

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Kommt der interkulturelle Garten in der Schulstraße 118?

Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)
Ehemalige Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)

Die BVV Mitte hat in ihrer letzten Sitzung einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, in dem das Bezirksamt ersucht wird zu prüfen, ob auf dem Grundstück der ehemaligen Passierscheinstelle (zuletzt als Seniorentagesstätte genutzt) ein „Bürgergarten“  eingerichtet werden kann.

„Gemeinsames Gärtnern schafft Begegnungen zwischen den Menschen im Kiez, die aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen stammen“ begründet Janina Körper, Bezirksverordnete der SPD und Sprecherin der Fraktion für „Soziale Stadt“, und fügt hinzu: „Der Leopoldplatz wurde und wird intensiv umgestaltet, um seiner Rolle als zentraler Ort von Wedding besser gerecht zu werden. Ein „grüner Ort“ der nachbarschaftlichen Zusammenkunft stellt unseres Erachtens nach eine wichtige Ergänzung dazu dar.“

Das in diesem Jahr begonnene Projekt „Himmelbeet“ in der Ruheplatzstraße 12 hat so großen Zuspruch erfahren, dass die bestehende Gartenfläche bereits nach wenigen Monaten nicht mehr ausreicht. Es zeigt, dass großes Interesse an weiteren Möglichkeiten zu interkulturellem Gärtnern besteht. Die Fläche Schulstraße 118 bietet dafür nach Ansicht der SPD-Fraktion eine ideale Möglichkeit.

Himmelbeet Blume  „Auch das Jugendprojekt auf dem Leopoldplatz hat gezeigt, dass die Kinder- und Jugendlichen in der Umgebung großen Spaß am Gärtnern haben und die Nutzpflanzen so spielerisch kennenlernen“ begeistert sich Janina Körper und weist noch auf einen anderen Aspekt hin: Potentiale der Mitarbeit können durch die Träger vor Ort genutzt und damit Kosten für Grünflächenpflege durch Mitarbeiter des Bezirksamtes gespart werden.

Quelle: SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin

Platz für den Leo: Letzte Bauarbeiten haben begonnen

Die Weddinger haben’s schon gemerkt: Der Leopoldplatz verändert seit 2010 sein Gesicht. Jetzt geht’s auch auf dem vorderen Platzteil los.

Umbau Leopoldplatz

In drei Phasen wird in diesem Frühjahr und Sommer auch der vordere Platz, der an die Müllerstraße und die Schulstraße grenzt, umgebaut. Auf dieser Website gibt es eine Übersicht über die einzelnen Bauabschnitte.

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn: die Trinker, die den Platz in den letzten Jahren bevölkerten, sind schon in einen eigenen Bereich hinter der Alten Nazarethkirche nahe der Schulstraße ausgewichen. Aber auch an weniger prominenten Stellen hat sich das Bild des Leopoldplatzes verändert: durch die Anlage des Spielplatzes Burg Leopold, die baumbestandene Promenade an der Nazarethkirchstraße mit Trampolin und Schachbrett sowie das Café Leo. Jetzt ist der Platzbereich vor der Alten Nazarethkirche dran: die 1985 aufgestellte, häufig zugemüllte Steinschale mit Springbrunnen muss weichen. Allzu oft hat die Fontäne ohnehin nicht gesprudelt. Aber keine Sorge: statt dessen soll es dann an 24 Düsen „Wasser marsch“ heißen. Auf dem Leo wird es dann ein großflächiges Fontänenfeld geben – eine Art Kinderplanschenersatz mit Bänken. Gut so: denn die wurden vom Bezirk fast vollständig weggespart.

1,1 Millionen Euro kosten die Aufwertungsmaßnahmen für den „Leo“ insgesamt. Schließlich ist dieser Platz (der ja eigentlich eine langgezogene Grünanlage ist), die einzige Stelle im Wedding, die man als das Zentrum des Ortsteils bezeichnen könnte. Durch die Kreuzung wichtiger Straßen und U-Bahn-Linien sowie dank des Karstadt-Warenhauses kommen hier auch viele Besucher erstmals mit dem Wedding in Kontakt. Da kann das Erscheinungsbild des Platzes doch sehr imageprägend wirken.

Stadtteilvertretung fordert Umsetzung des Verkehrskonzepts

Umbau Leopoldplatz IIIm vergangenen Jahr hat die Stadtteilvertretung des „Aktiven Zentrums Müllerstraße“ einen Vorschlag für ein „Verkehrskonzept Müllerstraße“ vorgelegt. „Von den beteiligten Planern und der Verwaltung wurden zwar einige Details aus unserem Vorschlag aufgenommen, viele andere für uns wichtige Vorschläge jedoch nicht“, teilt ein Sprecher des Gremiums mit.

Zwei der im Verkehrskonzept enthaltenen Vorschläge – ein ampelgeregelter Überweg zwischen Rathausplatz und der nördlichen Seite der Müllerstraße sowie verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Nazarethkirchstraße – sollen allen Interessierten noch einmal vorgestellt werden.  Dazu führt die Stadtteilvertretung einen Info-Stand am Leopoldplatz durch. Dabei soll in Form von Informationen, Gesprächen und Führungen entlang der betreffenden Straßenbereiche vermittelt werden, wie sich die Stadtteilvertretung ein anwohnerfreundliches, umweltverträgliches und modernes Verkehrskonzept vorstellt. Die“Info-Aktion“ findet am Samstag, den 25. Mai, von 11 bis 13 Uhr am Leopoldplatz / Müllerstraße Ecke Nazarethkirchstraße statt.

Fazit: Diese Maßnahmen kommen genau richtig. Es wird Zeit, dass dieser Platz nicht nur von Menschen „frequentiert“ wird, die ihn benutzen müssen. Die Anlage dieses zentralen Punktes sollte auf jeden Fall auch Lust darauf machen, sich länger als unbedingt nötig dort aufzuhalten…

„Himmelbeet“ startet erst einmal mit Bodenhaftung

Unter dem Motto „Himmel auf Erden“ eröffnet das mit großer Spannung erwartete Weddinger Gartenprojekt. Die Anspielung bezieht sich auf die Tatsache, dass aus dem als ein Dachgarten geplanten Unterfangen zunächst ein Garten auf Bodenniveau wird. 

 

Pressemitteilung von Himmelbeet 

Am Sonntag, 16. Juni 2013, öffnet der interkulturelle Gemeinschaftsgarten himmelbeet von 10 Uhr bis 20 Uhr mit einem Gartenfest in der Ruheplatzstraße 12 seine Pforten.

Da sich der Start auf dem Dach des Schillerpark-Centers aus bautechnischen Gründenum unbestimmte Zeit verzögert, wird der Garten 2013 zunächst auf einer Brachfläche in der Ruheplatzstraße eröffnen. Das Himmelbeet ist ein interkultureller Gemeinschaftsgarten, der Menschen aller Altersstufen beim Gärtnern im Gemeinschaftsgarten oder in eigenen Pachtbeeten, aber auch beim Bauen mit recycelten Materialien in der Werkstatt, bei verschiedenen Workshops, im Gartencafé, bei Teambuilding-Workshops für Firmen und bei Kulturveranstaltungen zusammenbringt.

Am 16. Juni wird es Seedball- und Siebdruck-Workshops und eine Bastelecke für die klein(st)en Gartenfreunde geben. Außerdem können sich Pflanzenliebhaber und Garteninteressierte von den Himmelbeetlern über das Gelände führen lassen. Darüber hinaus werden die selbstgezogenen Jungpflanzen zum Verkauf angeboten. Auch musikalisch gibt es ein buntes Programm: die jugendlichen Weddinger Rapper Kings of Kiez, sowie die Berliner Band Django Lassi, die mit ihrem Mix aus Jazz und Balkanmusik die Besucher zum Tanzen bringen wollen.

Für Speis und Trank wird gesorgt sein und auch der Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, der das Projekt von Anfang an unterstützt hat, hat bereits seinen Besuch angekündigt.

„Diesem Tag ging fast ein ganzes Jahr Planung voraus. In den letzten 12 Monaten haben wir sehr viel Unterstützung erfahren und sind begeistert, wie das Projekt bisher von den Weddingern angenommen wird. Umso mehr freuen wir uns, dass wir jetzt endlich loslegen können. Alle sind eingeladen, sich am himmelbeet zu beteiligen“, so Hannah Lisa Linsmaier, die Initiatorin des Projekts.

Erde und Saatgut wurden bestellt, ehrenamtliche Unterstützer mobilisiert, Jungpflanzen aufgezogen und pikiert, Pflanzpatenschaften und Pachtbeete vergeben, Beete gebaut – aber jetzt ist es endlich soweit: Das Himmelbeet öffnet die Gartenpforte für alle, die Lust haben, mitzugärtnern, neue Leute kennenzulernen oder einfach ein bisschen Grün im Wedding genießen möchten.

Der Garten wird von Juni bis Ende Oktober von Montag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr geöffnet sein.

Große Eröffnung des Gartenprojektes himmelbeet am 16. Juni ab 10 Uhr an der
Ruheplatzstraße Ecke Schulstraße im Wedding

Seniorenfreizeitstätte: Abriss ja oder nein?

Funktionaler Zweckbau an der Schulstraße

Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)
Seniorenfreizeitstätte (Bild: Pharus Plan)

Auf dem hinteren Leopoldplatz, an der Ecke Schul-/Maxstraße, steht ein Flachbau aus den Siebzigerjahren, der heute als Seniorenfreizeitstätte genutzt wird. Wer am Wochenende vorbeikommt, sieht und hört, dass hier auch fröhlich Familienfeste gefeiert werden. Zum Oktober soll es allerdings ruhiger werden, denn der Vertrag ist gekündigt. Das Gebäude soll asbestbelastet sein und abgerissen werden. Die Stadtteilvertretung Müllerstraße  und Runder Tisch Leopoldplatz haben sich damit befasst.

Bisher ist die Finanzierung der Beseitigung des wenig schönen Zweckbaues allerdings unklar. Sollte er abgerissen werden, so verändert  sich an dieser Stelle der mit Mitteln des QM Pankstraße erst vor einigen Jahren umgestaltete Leopoldplatz. Hier erhält der Platz durch den schützenden Betonbau etwas Ruhe  und Aufenthaltsqualität, vor allem angesichts des tosenden Verkehrs der Schulstraße.

Standort wegweisender pädagogischer Einrichtungen

Ein Blick zurück an diesen geschichtsträchtigen Ort verändert den Blickwinkel. Denn das, was wir hier heute Leopoldplatz nennen. war eigentlich kein Platz, es war der Standort einer durchaus besonderen Schule, die im Krieg zerstört, nach 1945 aber nicht wieder aufgebaut wurde.  In dieser nach der Reformpädagogik von Wilhelm Paulsen eingerichtet „Lebensgemeinschaftsschule“ erfolgte der Unterricht nach dem Wunsch der Schüler. Auf dem Teil des Platzes gab es auch einen von Clara Grunwald eingerichteten Montessori-Kindergarten. Frau Grunwald,  die selbst Jüdin war, ermöglichte ab 1933 vielen Juden die Ausreise oder den Weg in den Untergrund und wurde 1943 in einem Konzentrationslager ermordet. Eberhard Elfert hat im Frühjahr 2012 mit seiner aus den Mitteln des QM Pankstraße finanzierten Weddinger Schaufenster-Ausstellung auf viele solcher historisch interessanten Details hingewiesen.

Der Funktionsbau war einst die Passierscheinstelle

Gedenktafel für die Passierscheinstelle
Gedenktafel für die Passierscheinstelle

Und auch die unscheinbare Betonkiste, die nun auf der Abrissliste steht, ist mehr als ein einfacher Zweckbau, es ist ein Stück Zeitgeschichte. Den Menschen, die hier lange leben, ist das Gebäude eher als eine von fünf Passierscheinstellen der DDR bekannt. Hier bekamen die Westberliner zu Mauerzeiten – von DDR-Grenzern bearbeitet – ihren „Passierschein“, der zum Besuch von Ost- Berlin berechtigte. Diejenigen hingegen, die in West-Berlin lebten, aber in „Westdeutschland“ gemeldet waren, hatten es einfacher. Bürger der BRD brauchten zur „Einreise in die DDR“ nur ihren Reisepass, und natürlich 25,- DM für den sogenannten Zwangsumtausch. Eine schlichte Gedenktafel weist am Gebäude auf  diese Geschichte hin.

Angesichts dieser historischen Fakten stellt sich also die Frage: sollte das Bauwerk als „Denkmal“ erhalten bleiben, ja oder nein?