4 Tipps für regionale Lebensmittel

Sechs von zehn Befragten legen beim Einkauf Wert darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen. Und der Handel nutzt dieses neu entstandene Bewusstsein des Kunden auch aus. Manchmal findet das Niederschlag im Verkauf von wirklich vor Ort produzierten Lebensmitteln. Oder es wird ein Regionalsiegel vergeben und die Preisschilder enthalten eine Kennzeichnung des Herkunftsortes. Mit etwas mehr Aufwand ist es jedoch möglich, gezielt tatsächlich in der Region produzierte Lebensmittel zu kaufen und manchmal sogar den Produzenten selbst kennenzulernen.

Für wen sich der Ökomarkt auf dem Leo lohnt

Auf dem Leopoldplatz befindet sich, man mag es kaum glauben, der älteste noch bestehende Ökomarkt der Stadt. Dienstags und freitags gibt es hier Biobrot, Bio-Obst und -Gemüse, Bio-Milch und -Käse und frische Säfte. Nur Freitags werden auch regionale Fleischprodukte verkauft und es gibt einen Räucherfischstand. Das alles ist sehr übersichtlich, aber wer sich mit den Marktständen auskennt, wird ein ausreichendes Angebot vorfinden. Für wen ist dieser Markt denn genau das Richtige?

Bitte, erkläre mir Marktschwärmer

Antonia Hasler
Antonia Hasler organisiert Treffen von Marktschwärmern. Foto: Andrei Schnell

Reportage Zwei Kinder im Kitaalter betreten die Bar. Sie laufen durch das dunkle Castle-Pub *(Anmerkung unten) während es draußen bereits nächtlich schwarz ist. Wasser tropft von ihren knallgelben und knallroten Regenmäntelchen. In der hintersten Ecke, bloß spärlich erleuchtet, steht ein schmaler Tisch. Die Kinder wissen bereits, dass dort Brot und Ziegenkäse auf sie wartet. „Der schmeckt wahnsinnig gut“, sagt der Vater, der ihnen bedächtig gefolgt ist. Benjamin heißt er. „Die Milch schmeckt wahnsinnig gut, das Brot schmeckt wahnsinnig gut.“ – „Schmeckt alles wahnsinnig gut“, frage ich. „Ja“, sagt er ernst und nickt. Die Kinder plappern derweil mit Bauer Norbert Weißbach. So geht Marktschwärmer. (Früher hieß ein solcher Abend food assembly.)

Da blüht Euch was! Floristik vom Feinsten im Sprengelkiez

Blumen Goldbeck
Blumen Goldbeck

Rosen, Tulpen, Nelken… ähm, war da noch mehr? Wo manch einer mit seinem Blumenlatein schon am Ende ist, fängt Christian Goldbeck gerade erst an, die wahren Schätze in seinem Laden aufzuzählen. Floristik hat für das Team von Blumen Goldbeck in der Tegeler Straße mit Kunst zu tun: Jeder Strauß ist ein eigenes Werkstück, mit höchstem Anspruch gefertigt.

Marktschwärmer: Gib deinem Bauern die Hand!

Obst Gemüse[Aktueller Beitrag vom 2. Mai 2017: Bitte, erkläre mir Marktschwärmer] – Produkte aus der Region gibt es jetzt direkt vom Erzeuger. Immer mehr Menschen schätzen frische und gesunde Lebensmittel aus der Region. Im Haus der Jugend und im Castle Pub findet in der Winterzeit jeden Mittwochabend ein Bauernmarkt mit regionalen Produkten aus Berlin und Brandenburg statt.

Der Kartoffelladen von Bauer Reppin: Direkt vom Hof in den Wedding

Bauer Reppin 2Wen die Weddinger in ihr großes Herz geschlossen haben, den lassen sie nicht so leicht wieder ziehen. Ein bekannter Marktstand aus der alten Müllerhalle – wer erinnert sich nicht an ihren rauen Charme – ist durch den Abriss und Neubau der Markthalle als Einkaufszentrum heimatlos geworden. In der neuen Müllerhalle sind keine geeigneten Gewerbeflächen für ein solches Angebot vorhanden. Anfangs hat der Bauer Heiko Reppin aus der Altmark noch auf dem Bürgersteig vor der Müllerhalle Eier und Kartoffeln verkauft. Später gehörte sein Gemüsestand vier Jahre lang zum Inventar der schummrigen Einkaufshöhle, bis das legendäre Gebäude im Jahr 2012 seine Pforten für immer schloss. Doch die Stammkunden, überwiegend ältere Kiezbewohner des nördlichen Wedding, trauerten „ihrem“ Bauern nach. Für sie muss es kein Biogemüse sein, kein Wohlfühlambiente geben, keine Treuepunktaktion für die Bindung sorgen – sie wünschen sich einfach nur die bewährte Qualität aus der Region, ein freundliches Gespräch mit der Verkäuferin und verlässliche Preise.