Wer regelmäßig in der Oudenarder Straße einkauft, hat es vielleicht schon gehört: Die SuperCoop Berlin muss ihren bisherigen Standort nach fünf Jahren verlassen. Der genossenschaftlich organisierte Supermarkt, der seinen Mitgliedern selbst gehört und seit 2021 im Wedding aktiv ist, sucht dringend neue Räume – am liebsten weiterhin im Wedding oder angrenzenden Kiezen.


„Wir müssen raus, weil dort künftig eine andere Nutzung geplant ist“, sagt Mitgründerin Johanna Kühner aus der Arbeitsgruppe Standortsuche. Mit dem Umbau der Osramhöfe gehe auch eine deutliche Mieterhöhung einher. Für die SuperCoop bedeutet das nun: Kisten packen, improvisieren – und möglichst schnell einen neuen Ort im Stadtteil finden, damit das Projekt weiterlaufen kann.
Gesucht wird eine Verkaufsfläche ab etwa 350 – 700 Quadratmetern (davon 200 qm als Verkaufsraum), Zwischenlösungen dürften mit 200 Quadratmetern auch kleiner sein. „Wenn alle Stricke reißen, wären 100 Quadratmeter Zwischenlager wichtig“, so Johanna Kühner. Wichtig sei vor allem, dass die Räume als Einzelhandel genutzt werden dürfen – genau daran sei eine mögliche Fläche zuletzt gescheitert. „Wir suchen eine Fläche im Erdgeschoss, die barrierefrei ist, oder die entsprechend umgebaut werden kann. Idealerweise gut angebunden und mit vernünftiger Anlieferungsmöglichkeit. Wenn es Lagerflächen im Keller gibt, ist ein Lastenaufzug willkommen“, erklärt die Mitgründerin. Die technische Ausstattung bringt die SuperCoop weitgehend selbst mit: Kühlgeräte, Regale und vieles mehr sind modular aufgebaut.


Doch die Zeit drängt. Ende Juni muss der aktuelle Standort geräumt werden. Deshalb denkt die Genossenschaft inzwischen auch über Übergangslösungen nach: temporäre Pop-up-Flächen, kleinere Abverkaufsorte und Lagerflächen. „Wir sind sehr flexibel“, sagt Kühner. „Wir wollen einfach, dass es weitergehen kann.“
Und genau das wünschen sich offenbar viele Menschen im Kiez. Denn die SuperCoop ist längst mehr als nur ein Laden mit Fokus auf fairen und regionalen Produkten. Über 1500 Mitglieder betreiben den Supermarkt gemeinschaftlich – inklusive Schichten an der Kasse, Warenannahme oder Gemüseauslage. Wer Mitglied wird, hilft mit und kann dadurch günstiger einkaufen. Laut SuperCoop liegen die Preise etwa 20 Prozent unter denen vieler klassischer Bio-Supermärkte.
Das Konzept dahinter erinnert eher an Nachbarschaft als an klassischen Einzelhandel. Viele kommen nicht nur zum Einkaufen vorbei, sondern auch wegen des Austauschs, der gemeinsamen Arbeit oder einfach, um bekannte Gesichter zu treffen.


Auch die Weinabteilung hat ein Sortiment aufgebaut, das von deutschen Naturweinen über ökologische Tropfen aus Europa bis hin zu alkoholfreien Alternativen reicht. Die Wein-AG lädt auch Nicht-Mitglieder zur Verkostung am Freitag, 29. Mai, von 17 bis 20 Uhr ein: „Gemeinsam wollen wir den Tag der Nachbarschaft feiern, neue Weine entdecken und einen entspannten Abend miteinander verbringen. Probieren ist umsonst, ein Glas kostet 6 €.“ Neu dabei sind Vinho Verde aus Portugal, gekühlte Rotweine („Chilled Reds“) aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien, Überraschungen aus dem Naturwein-Sortiment. Außerdem sollen die Weine noch vor dem Umzug abverkauft werden.
Wer geeignete Gewerbeflächen kennt oder Zwischennutzungen anbieten kann, dürfte bei der SuperCoop derzeit offene Ohren finden. Der Wedding soll dieses ungewöhnliche Supermarktprojekt möglichst nicht verlieren!
Wenn ihr Standorte kennt oder vermietet, meldet euch bitte unter


also an der müllerstraße gibt es doch viele tolle leerstände… wie viel schöner wäre ein genossenschaftlicher supermarkt als diese traurig verrammelten schaufenster dort. leider haben die führenden börsennotierten Immobilienkonzerne, denen das alles gehört, da andere pläne.
Diese Gewerbefläche in der Turiner Str. Ecke Utrechter steht doch auch seit Ewigkeiten leer. Wäre mitten im Kiez. Aber evtl. hat der Inhaber der Immobilie andere Interessen.
Wenn man lediglich den alten Namen übernommen hat und sich dahinter etwas ganz anderes verbirgt, weshalb ausgerechnet den Begriff Coop auferstehen lassen? Älteren Berliner kommt das kalte Grausen, wenn sie an seinerzeitige Coop-Zustände zurückdenken. Irgendetwas mit genossenschaftlicher Organisation fände ich einladender.
Hallo, der Name Coop ist kein feststehende Firmenbezeichnung. Sie meinen vermutlich die ehemalige „co op AG“ Coop ist eine gängiges Kürzel für Kooperative. Die hier porträtierte „SuperCoop Berlin e.G.“ ist ausgeschrieben eher als „Supermarkt Kooperative Berlin eingetragene Genossenschaft“ zu übersetzen. Vielleicht hilft das für das Verständnis.
Und übrigen: die Qualität der Produkte ist um Welten Besser. Insbesondere finde ich persönlich ist das Obst und Gemüse das Beste, das es im Umkreis gibt. Schade, das ausgerechnet ein Bild mit einer nicht so schönen Zitronen im Artikel auftaucht.
Coop? Ich dachte die wären schon seit Jahrzehnten Pleite, genauso wie Neue Heimat. In den achziger Jahren gab es mal in der Brunnenstr. eine Coop-Filiale. Dürftiges Angebot, teilweise leere Regale. Schnell waren die weg. Dann dort lange Zeit eine schöne Reichelt-Filiale, später dann diverse Discounter. Oder ist dss derzeitige Coop etwas ganz anderes, das den Namen nur übernommen hat?
Morjen
wie wäre es im Karstadt….!!?? wenn dort Platz für irgendwelche zeitlichbegrenzte Kunstprojekte ist, dann könnte doch vielleicht dort auch erstmal COOP einziehen
Grüße
Leider ist dort LIDL – und soweit ich es weiß, wollen die keine Konkurrenz im selben Gebäude…
Hallo Sebastian
ja weiß ich doch… aber dieser COOP hat seine ganz eigene Klientel – schon wegen dem Mitgliedsbeitrag und das man sich dort einbringen muss, und wer bei LIDL einkaufen geht, wird es auch weiterhin tun.
Wäre doch ein Versuch wert festzustellen ob LDL das als Konkurenz ansieht
Hallo, um ein paar Missverständnisse direkt aufzuklären: Es gibt keinen Mitgliederbeitrag. Dafür sind die Mitglieder aber angehalten, einmal im Monat für drei Stunden mitzuhelfen, um die Personalkosten gering zu halten. Pro Mitglied dürfen drei Personen einkaufen, es gibt verschiedenste Möglichkeiten die Schichten zu machen (Kasse, Lager oder auch flexible Verwaltungarbeiten) und es gibt hohe soziale Verträglichkeit, d.h. Zb Befreiung von Schichten für Menschen mit Behinderungen, Alleinerziehende usw.