Kundgebung gegen Abriss der alten Schule

Plakate bei der Kundgebung von der ehemaligen Schule. Foto: Hensel
Plakate bei der Kundgebung von der ehemaligen Schule. Foto: Hensel

Am ehemaligen Standort des Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel hat es am Sonntag (14.10.) eine Kundgebung gegeben. Die etwa 150 Teilnehmer richteten sich gegen den Leerstand und den in der vergangenen Woche durch das Bezirksamt Mitte ins Gespräch gebrachten Abriss des markanten orangenen Schulgebäudes. Eingeladen hatte die lokale Initiative pswedding, die sich seit sieben Jahren um eine neue Nutzung an dem Standort bemüht.

Nehmt den Finger von der Stopptaste!

Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann
Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann

Meinung Berlin wächst und entwickelt sich rasant, auch im Wedding wird an allen Ecken gebaut. Im Fall des Grundstücks in der Putbusser Straße 12 sollte das eigentlich ebenfalls so sein. 2011 hatte der Bezirk Mitte den dortigen Schulstandort aufgegeben, das Diesterweg-Gymnasium zog in die Böttgerstraße um. Seitdem ist klar, dass sich die Stadt auch hier, im Brunnenviertel entwickeln soll. An Vorschlägen dafür mangelt es nicht. Und was hat hier nicht schon alles entstehen sollen! Jetzt gibt es eine neue Idee.

Diesterweg-Gelände: Dornröschen schläft weiter

Hier war mal das Diesterweg-Gymnasium. Seitdem es weg gezogen ist, steht das markante Gebäude leer. Foto: Ostertag

Das geplante Bauprojekt in der ehemaligen Schule in der Putbusser Straße kommt nur langsam voran. Hier will die Degewo zusammen mit den Architekten der Non-Profit-Initiative von ps wedding Wohnungen und ein soziokulturelles Zentrum bauen. Zum 1. Juli sollte die Degewo Eigentümerin des Grundstücks werden und damit eine ungewöhnliche Kooperation beginnen. Doch bis jetzt wurde der Schlüssel nicht übergeben.

Erinnerungen an die Rote Ranke

Susanne Haun in ihrem Atelier. Foto: Dominique Hensel
Susanne Haun in ihrem Atelier. Foto: Dominique Hensel

Das alte Schulgebäude in der Putbusser steht wie ein organgefarbener Geist im Brunnenviertel. Verlassen und vergessen. Für manche ist das Haus aber ein Teil ihrer Geschichte. Die Weddingerin Susanne Haun zum Beispiel ist dort zur Schule gegangen und verbindet mit dem Gebäude und dem Ranke-Gymnasium viele schöne Erinnerungen. Ein Text aus dem brunnen-Magazin zum Themenschwerpunkt „Alte Schule“.

Kooperation von Degewo und ps.wedding ist „Zukunftsmodell“

Zeichnung
ps.wedding möchte aus einem orangefarbenden Schulgebäude ein Kulturzentrum machen. Zeichnung: Rochus Wiedemer.

Information 325 Wohnungen und ein soziales Zentrum könnten auf dem Gelände des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel entstehen. Bauen wollen die Initiative ps.wedding und die Degewo. Die Zahl 325 wäre selbst für den regen Neubau, der im Viertel zu beobachten ist, sehr hoch. Der Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), ist von der Zusammenarbeit der beiden Partner überzeugt. Er spricht von einem Zukunftsmodell.

Hurra! Ein Haus aus Pappe

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Steht seit fünf Jahren leer: der ehemalige Standort des Diesterweg-Gymnasiums in der Putbusser Straße. Foto: Hensel

Ein Haus steht leer. Kommt eine gute Idee um die Ecke. Wird das Haus umgebaut, entsteht Platz zum Wohnen, entsteht eine Bibliothek, entsteht ein Garten. So einfach ginge es mit dem ehemaligen Schulgebäude in der Putbusser Straße, dürften Kinder entscheiden. Und weil es die Großen seit fünf Jahren nicht schaffen, neuen Wohnraum oder Platz für irgendetwas zu schaffen, machen die Kinder nun erstmal das, was man in der Erwachsenenwelt hochtrabend Bürgerbeteiligung nennt. Sie sammeln Ideen und bauen das Haus einfach um.

Ich komm‘ nicht klar damit! Ein Beratungsgespräch

Heike Fahrnländer (rechts) bei einem Beratungsgespräch in der MachBar. Foto: MachBar
Heike Fahrnländer (rechts) bei einem Beratungsgespräch in der MachBar. Foto: MachBar

Am Antrag fürs Arbeitslosengeld II scheitern viele. Wer Glück hat, findet Hilfe – so wie in der MachBar. Das Team vom Beratungsladen hilft zum Beispiel mit den Briefen vom Amt und beim Ausfüllen von Anträgen. Seit zehn Jahren gibt es die MachBar von der gemeinnützigen Schildkröte GmbH in der Putbusser Straße 29 im Brunnenviertel. Der Bedarf an Beratung ist groß. Seit 2006 hat das Team insgesamt 12.000 Beratungen durchgeführt. Wir haben bei einer Beratung zugehört.

Für Entscheider und Macher, für Teenies

Magali Vonwiller (rechts) beim Quartiersrat. Foto: Hensel
Magali Vonwiller (rechts) beim Quartiersrat. Foto: Hensel

Wenn es um Jugendbeteiligung geht, ist das Projekt „WIB-Jugend verein(t)“ im Brunnenviertel ein Vorzeigeprojekt. Die Idee: Jugendliche bieten Kurse für Kinder und Jugendliche an. Die Jugendlichen organisieren alles selbst, entscheiden auch, ob ein neuer Kurs unterstützt wird. Seit 2006 arbeitet das Projekt sehr erfolgreich nach diesem Prinzip. Nachdem die langjährige Projektleiterin Ilka Gindler im Herbst ausgeschieden ist, stellte sich Magali Vonwiller bei der letzten Quartiersratssitzung als Nachfolgerin vor.