Ex-Diesterweg: ps wedding will Schule plus

Zeichnung Bildungslandschaft Ex-Diesterweg
Bildungslandschaft statt bloß Schule. Zeichnung aus Tischvorlage ps wedding

19.08.2019 Neue Schulen müssen her. Das ist in Berlin und im Wedding Konsens. Doch muss es immer Schule nach alter Schule sein? Diese Frage wurde bei einer Diskussionsveranstaltung am 12. August in der Glaskiste aufgeworfen. Die Initiative ps wedding hat nun für das Ex-Diesterweg im Brunnenviertel eine innovative Bildungslandschaft vorgeschlagen. Das wäre Schule plus viel mehr.

Ex-Diesterweg: Runder Tisch soll vermitteln

Sabine Horlitz
Sabine Horlitz vom Non-Profit ps.wedding verteidigt ihr Projekt. Foto: Andrei Schnell

06.05.2019 Wieder eine neue Wendung beim Ex-Diesterweg-Gymnasium im Brunnenviertel: Bei einer Infoveranstaltung am 2. Mai stimmten die Stadträte für Schule, Carsten Spallek (CDU), und für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), einem Runden Tisch zu. Wieder einmal ist offen, wie es mit dem Gelände weitergeht. Aktuell wird gestritten, ob Abriss und Schulneubau kommen soll oder ob es doch noch eine Möglichkeit gibt, das alternative, gemeinwohlorientierte Projekt von ps wedding auf der Fläche unterzubringen.

Kundgebung für Soziokultur und gegen Abriss

Diesterweg
Das ehemalige Schulhaus des Diesterweg-Gymnasiums. Foto: Weddingweiser

Die einen sind von der Architektur des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in der Swinemünder Straße begeistert, die anderen wollen das orangefarbene Ufo im Brunnenviertel so schnell wie möglich abreißen. Zum Beispiel Stadtrat Carsten Spallek (CDU), der wegen Wassereinbruch von einem „Totalschaden“ spricht. Die Initiative ps wedding ruft nun für den 14. Oktober zu einer Kundgebung auf. Sie sehen in einem Abriss einen „politischen Totalschaden“. Hier erklären sie warum:

Zur Demo gegen Mietsteigerungen

Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel
Genau das Thema: Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel

Meinung Das sagen wir wirklich selten, aber jetzt muss es sein: Geht mal raus aus dem Wedding! Am Samstag findet eine Demonstration gegen Mietsteigerungen am Potsdamer Platz statt. Denn die Mieten steigen auch bei uns, viele Menschen haben Angst, irgendwann finanziell nicht mehr mithalten zu können. Auch im traditionell armen Wedding sorgen sich inzwischen immer mehr Mieter, Vereine, Kreative. Am Samstag werden auch viele Initiativen von hier dem Aufruf folgen und mit dem Marsch unter dem Motto „Mietenwahnsinn widersetzen“ ein Zeichen setzen.

Nehmt den Finger von der Stopptaste!

Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann
Schon lange weg: das Diesterweg-Gymnasium. Foto: Sulamith Sallmann

Meinung Berlin wächst und entwickelt sich rasant, auch im Wedding wird an allen Ecken gebaut. Im Fall des Grundstücks in der Putbusser Straße 12 sollte das eigentlich ebenfalls so sein. 2011 hatte der Bezirk Mitte den dortigen Schulstandort aufgegeben, das Diesterweg-Gymnasium zog in die Böttgerstraße um. Seitdem ist klar, dass sich die Stadt auch hier, im Brunnenviertel entwickeln soll. An Vorschlägen dafür mangelt es nicht. Und was hat hier nicht schon alles entstehen sollen! Jetzt gibt es eine neue Idee.

Diesterweg-Gelände: Dornröschen schläft weiter

Hier war mal das Diesterweg-Gymnasium. Seitdem es weg gezogen ist, steht das markante Gebäude leer. Foto: Ostertag

Das geplante Bauprojekt in der ehemaligen Schule in der Putbusser Straße kommt nur langsam voran. Hier will die Degewo zusammen mit den Architekten der Non-Profit-Initiative von ps wedding Wohnungen und ein soziokulturelles Zentrum bauen. Zum 1. Juli sollte die Degewo Eigentümerin des Grundstücks werden und damit eine ungewöhnliche Kooperation beginnen. Doch bis jetzt wurde der Schlüssel nicht übergeben.

Kooperation von Degewo und ps.wedding ist „Zukunftsmodell“

Zeichnung
ps.wedding möchte aus einem orangefarbenden Schulgebäude ein Kulturzentrum machen. Zeichnung: Rochus Wiedemer.

Information 325 Wohnungen und ein soziales Zentrum könnten auf dem Gelände des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums im Brunnenviertel entstehen. Bauen wollen die Initiative ps.wedding und die Degewo. Die Zahl 325 wäre selbst für den regen Neubau, der im Viertel zu beobachten ist, sehr hoch. Der Stadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe (SPD), ist von der Zusammenarbeit der beiden Partner überzeugt. Er spricht von einem Zukunftsmodell.

Hurra! Ein Haus aus Pappe

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Steht seit fünf Jahren leer: der ehemalige Standort des Diesterweg-Gymnasiums in der Putbusser Straße. Foto: Hensel

Ein Haus steht leer. Kommt eine gute Idee um die Ecke. Wird das Haus umgebaut, entsteht Platz zum Wohnen, entsteht eine Bibliothek, entsteht ein Garten. So einfach ginge es mit dem ehemaligen Schulgebäude in der Putbusser Straße, dürften Kinder entscheiden. Und weil es die Großen seit fünf Jahren nicht schaffen, neuen Wohnraum oder Platz für irgendetwas zu schaffen, machen die Kinder nun erstmal das, was man in der Erwachsenenwelt hochtrabend Bürgerbeteiligung nennt. Sie sammeln Ideen und bauen das Haus einfach um.

Vier Architekten, vier Ideen für die Wiesenburg

Die Vorlage: Die Wiesenburg 1905. Die Vorlage: Die Wiesenburg 1905. Historisches Foto.
Die Vorlage: Die Wiesenburg 1905. Historisches Foto.

Die Büros ps wedding, Die Zusammenarbeiter, Die Baupiloten und Klinkenberg Architekten sind vom Eigentümer der Wiesenburg, der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, beauftragt worden, Ideen für das Gelände zu entwickeln. Am Donnerstag, 11. Februar, stellten die Architekten erste Entwürfe vor. Erkämpft haben sich die Wiesenburger, dass sie als Vereinigung von Mietern bei der Zukunft des historischen Areals mitsprechen dürfen.