Schlagwörter: Polizei

Weddingmelder-Wochenschau #45/17

Möwensee im HerbstKönnte es eine coolere Location als den Wedding geben, um die neuen T-Shirts der Fußballnationalmannschaft zu präsentieren? In den Uferhallen, jetzt als „Adidas Base“ DAS Mekka für Nachwuchsfußballer und Fans, wurden am Dienstag die ziemlich grauen Oberteile im Retro-Design präsentiert – grafisch orientiert am Weltmeister-T-Shirt von 1990. Gar nicht grau ist zurzeit die Herbstfärbung. Das Wetter zeigte sich diese Woche überwiegend trocken, aber schon neblig. Und sonst? Es steht in unserer Wochenschau. Weiterlesen

Hoffentlich Anschluss unter diesen Nummern

Bücherbox vor dem Centre Francais in einer französischen TelefonzelleUnsinnige Anrufe legen die Berliner Notrufnummer 110 lahm. Bis zu einem Viertel der 1,3 Millionen Anrufe pro Jahr sind keine Fälle für den Notruf, blockieren aber die Leitung und führen dazu, dass echte Notrufe nicht mehr innerhalb von zehn Sekunden angenommen werden können. Die Berliner Polizei twittert in dieser Woche die unsinnigsten Notrufe unter dem Hashtag #NoNotruf.
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Machen wir es den Fahrraddieben ein bisschen schwerer

Inzwischen ebenfalls geklaut! (Quelle: Weddingweiser Pinnwand)
Inzwischen ebenfalls geklaut! (Quelle: Weddingweiser Pinnwand)

Auf unserer Weddingweiser-Pinnwand liest man es ständig: „Mein geliebtes Fahrrad wurde geklaut!“ „Wer hat meinen Drahtesel gesehen?“ Nicht nur gefühlt ist es so, sondern es lässt sich auch statistisch nachweisen: Mit 32 244 Fällen hat der Diebstahl von Fahrrädern in Berlin 2015 einen Rekordwert erreicht. Und das sind nur die Fälle, die der Polizei gemeldet wurden! Weiterlesen

Atemlos durch die #Nachtstreife – Eine Nacht mit der Weddinger Polizei

pol1Tag der Deutschen Einheit. Feiertag. Start ins lange Wochenende für die Berlinerinnen und Berliner. Aber nicht für viele Polizeibeamte, die genau wie Feuerwehrleute oder Krankenhauspersonal trotzdem im Einsatz sind. So auch im Abschnitt 36, Berlin Gesundbrunnen. Wir wollen uns ein Bild vom Polizeialltag in Gesundbrunnen machen und begleiten eine Nachtstreife. 18 bis sechs Uhr morgens, zwölf Stunden lang. Wir, dass sind Özcan Mutlu, Wahlkreisabgeordneter von Berlin-Mitte und stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages und ich, Daniel Gollasch aus dem Kreisvorstand der Grünen in Mitte und Weddingweiser-Blogger. Weiterlesen

Weddingwoche #48: Dicker Max im Wedding

Jetzt also singen sie auch noch – und landen prompt einen Hit auf Youtube. Dort wurde der Rap „Wild Wedding“ vom Polizei-Abschnitt 36 inzwischen schon 80.000 Mal angeklickt. Ein Wunder, denn schlechter reimen und singen geht eigentlich kaum. Was mich ärgert: Mit den martialischen  Bildern von scharfen Schießeisen, mit Macho-Sätzen wie „Wir sind die Macher in unserem Revier“ begeben sich die Gesetzeshüter auf das Niveau der gepimpten Trainingshosen- und Kappenträger, die allenthalben auf unseren Straßen den dicken Maxen markieren. Wenn das die Absicht war, dann gibt’s an dieser Stelle von mir zehn Punkte.

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne „Weddingweiser’s Woche“ erscheint ebenfalls jeden Samstag neu im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

„Wer Provokation sät, darf nicht das ernten, was er sich davon erhofft“

Die alte Dame ist zwar nicht mehr sehr mobil. Dass sie als politisch aktive und im Kiez engagierte Seniorin auf der Straße ist, wenn die rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ gewalttätige Auseinandersetzungen im Wedding provozieren möchte, ist für sie selbstverständlich. Auch gegen die Schließung der Seniorenfreizeitstätte Schulstraße will sie sich wehren. Schließlich sei sie seit fast 25 Jahren auch SPD-Mitglied, sagt sie. Ihre Partei, aber auch Die Linke, zeigten am Samstag, den 18. August vor der As-Sahaba-Moschee in der Torfstraße fahnenschwenkend Präsenz.

Die As-Sahaba-Moschee ist laut Verfassungsschutz Treffpunkt von Salafisten, einer besonders radikalen Strömung des Islamismus. Das friedliche Zusammenleben zwischen Menschen aller Glaubensrichtungen und Nationalitäten in einem bunten Stadtteil wie Wedding könnte sich hier besonders leicht stören lassen – so das Kalkül der Rechtspopulisten. Die Mohammed-Karikatur von Kurt Westergaard vor der Moschee zu zeigen, könnte zu Ausschreitungen führen, wie bereits im Mai in Bonn geschehen. Doch in den Freitagsgebeten wurden die Gläubigen aufgefordert, erst gar nicht an den Gegendemonstrationen teilzunehmen. Kurz zuvor war der Versuch gescheitert, das Zeigen der Karikaturen gerichtlich verbieten zu lassen.

Rund hundert Menschen demonstrieren nach Aufrufen von antirassistischen Bündnissen gegen die gezielte Provokation, mit der offener Rassismus unter dem Deckmantel der Religionskritik geäußert werde. Ihnen gegenüber standen nur etwa 60 Pro Deutschland-Anhänger, unter denen sich auch der NPD-Landesvorsitzende tummelte. Massive Polizeipräsenz verhinderte schließlich, dass die beiden Lager aufeinandertreffen konnten.

Gegen 14.00 Uhr endet die Demo friedlich und „Pro Deutschland“ zog weiter zur nächsten Moschee, nach Neukölln. Die Weddinger haben besonnen reagiert. Die Besucher der Al-Sahaba-Moschee haben sich nicht provozieren lassen. Die Saat ist nicht aufgegangen.