Kiki Sol: Jam-Sessions im Wedding

Jam-Session im Kiki Sol. Das es eine Raucherbar ist, sieht man, oder? Foto: A. Keilen
Jam-Session im Kiki Sol. Dass es eine Raucherbar ist, sieht man, oder? Foto: A. Keilen

Zwischen Wohnblöcken, Antiquitätenläden und Supermärkten, direkt an der viel befahrenen Reinickendorfer Straße, gliedert sich unauffällig eine kleine Bar in das Stadtbild ein. Das Kiki Sol ist ein öffentliches Wohnzimmer und Künstlertreff, das zu einem entspannten Beisammensein mit Jam-Sessions einlädt.

GESCHLOSSEN: FLOP Bar: jetzt gibt’s Bier vom Fass 

Bier Zapfanlage Flop BarSimon ist extra aus Tempelhof in den Wedding gekommen. Der studierte Musiker kennt die FLOP-Bar von Anfang an, also seit drei Jahren. Auf der Bühne hat der 38-Jährige natürlich auch schon beim Musizieren mitgemacht. „Hier ist es schön entspannt, und man kommt unheimlich schnell mit netten Menschen ins Reden.“ Das stimmt, der in Rot- und Gelbtönen beleuchtete Tresen im hinteren Bereich der Bar zieht die Gäste der ansonsten schummrigen Bar magisch an und es dauert nicht lange, bis sich ein Gespräch entwickelt. Und am Tresen selbst gibt es etwas Neues…

„Golden Lounge“ wird Ort für „Freigeist“

Die Kneipe Soldiner Straße/Prinzenallee, eine Zeit lang als „Bar Art“ von der Kolonie Wedding bespielt, war danach eher als ein Ort bekannt, an dem man gemeinsam Fußball schaut. Die Golden Lounge, so heißt das Lokal heute, möchte nun verstärkt ein Anlaufpunkt für Musikfreunde im Soldiner Kiez werden. Beim Kulturfestival Wedding-Moabit im letzten September war auch man dabei. Seit einigen Monaten finden in der Golden Lounge jeweils freitags und samstags Jam Sessions und Konzerte statt. Los geht es jeweils ab 22 Uhr, gefeiert wird meist bis ca. 2:00 Uhr in der Frühe. Die Musik bewegt sich zwischen Rock, Pop und Soul. Die Veranstaltungen sollen den neu zuziehenden jungen Leuten entgegen kommen. Mario, der Chef des Lokals, möchte nicht nur Nachwuchsmusikern, sondern auch Profis die Möglichkeit zu Präsentation ihrer musikalischen Werke bieten.

GESCHLOSSEN: Auf dem Sofa des Nachbarn: die „Pierogarnia“

Wohnzimmeratmosphäre in der Pierogarnia
Wohnzimmeratmosphäre in der Pierogarnia

Der Name „Pierogarnia“ klingt für polnische Ohren nicht besonders aufregend – er bezeichnet einfach ein Lokal, in dem man Pierogi (Piroggen) essen kann. Das gibt es in Polen in jeder Kleinstadt. In Berlin, obwohl nur 70 Kilometer von der polnisch-deutschen Grenze entfernt, ist ein solcher Ort jedoch etwas Besonderes. Das fängt schon bei der familiären Atmosphäre an, in der sich das frühere Vereinslokal eines Dart-Clubs seit Mitte 2010 präsentiert. Es hat weniger den Charakter eines mit Bedacht eingerichteten Restaurants oder einer lebhaften Kneipe. Vielmehr ist es schlicht und ergreifend ein großer gemütlicher Wohnraum – oder besser „living room“, denn hier findet das ganze bunte Leben statt. Alles in der „Pierogarnia“ ist dabei angenehm unprätentiös. Sogar die einfachen polnischen Speisen, die zu sehr moderaten Preisen angeboten werden.