Die Gleim-Oase als zeitgeschichtliches Kunstwerk

Damit ein Denkmal als historisch wertvoll in der Öffentlichkeit angesehen wird, braucht es nicht unbedingt die Eintragung in die Denkmalliste. Zum einen sind die Kriterien hier sehr hoch angelegt, zum anderen ist auch der Denkmalbegriff selbst ständig im Wandel. Vieles, was in den 1960/70er-Jahren noch abgerissen worden wäre, gilt heute als schützenswert. So gibt es viele Denkmale, die von Privatpersonen als Zeugnisse der Geschichte instandgesetzt und erhalten werden, die unterhalb der von Landesdenkmal gesetzten Schwellen liege. Dazu gehört im Wedding z.B. die Mittelinsel auf der Gleimstraße, die Gleim-Oase genannt wird.

Die Kolumne: Gründe genug gegen die Mauerparkbebauung

mauerpark_plakate Graunstr. Eigentlich hat Prenzlauer Berg den Schaden – durch die Neubebauung von Teilen des Mauerparks. Der Schatten der zu hoch geplanten Gebäude verdunkelt den Osten, die 200 neuen Studentenbutzen würden vor allem Druck vom Weddinger Wohnungsmarkt nehmen. Und: Gegrillt werden dürfte auf dem in Mitte gelegenen Gelände ohnehin nicht, wenn es denn unbebaut bliebe. Warum engagieren sich dennoch viele Weddinger gegen die Bebauung des Areals nördlich des Gleimtunnels? Weil klammheimlich aus 530 mehr als 700 Wohnungen geworden sind. Weil politische Entscheidungsträger scheinbar lieber Broschüren des Investors verteilen, statt die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen. Es gibt für viele Weddinger viele Gründe, sich zu wehren.

Ein Kommentar von Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

 

Ein Spaziergang durch Gesundbrunnen

St Paul BadstraßeUnser Rundgang beginnt an der Badstraßenbrücke über die Panke. Wir biegen in die Badstraße ein, wo es auf dem Abschnitt bis zur Pankstraße noch eine geschlossene gründerzeitliche Bebauung mit reich verzierten Wohnhäusern gibt (z.B. Vorderhaus des Marienbads Badstraße 35-36; aus dem Jahr 1904/05 mit einer Hermes-Skulptur über einem Bogen). Ein stilprägender Kirchenbau ziert die Ecke Badstraße/Pankstraße. Die St.Pauls-Kirche von 1835 wurde als eine von vier Nordberliner Kirchen durch Karl Friedrich Schinkel geplant. Der klassizistisch-nüchterne Hallenbau wurde erst 1889/90 um einen Glockenturm und 1910/11 durch ein Gemeindehaus ergänzt. Da die Kirche im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt war, wurde sie äußerlich originalgetreu, innen aber von 1952-57 im zeitgenössischen Stil wieder aufgebaut (Architekt H.Wolff-Grohmann). Dieser steht als Zeugnis der Architektur der 1950er Jahre selbst unter Denkmalschutz.

Die Kolumne: Hoffnung für die Gleim-Oase

Jetzt ist der Denkmalschutz gefordert

Dunja und Holger an ihrem Wunschbaum. Was sie selbst sich wünschen, ist klar: Gleim-Oase soll bleiben!

Weil das neue Wohngebiet im nördlichen Teil des Mauerparks angeblich nur von der Wedding-Seite her erschlossen werden kann, sollen ein Teil der Stützwand des Gleimtunnels und die Gleim-Oase genannte Mittelinsel einer neuen Zufahrtsstraße weichen. Das Bezirksamt bastelt an entsprechenden Bebauungsplänen. Doch die könnten sich bald erledigt haben. Wie sich nämlich jetzt herausgestellt hat, handelt es sich bei der Mittelinsel um eine 1983 von der Degewo in Auftrag gegebene gartenkünstlerische Arbeit. Mit der Architekt Bernd Vogel und das renommierte Künstler-Ehepaar Carlini sehr wohl auch Bezug zur nahen Grenze zu Ostberlin genommen haben. Einer von vielen Gründen, einen Antrag auf Unterschutzstellung nach dem Landesdenkmalschutzgesetz zu stellen. Das ist inzwischen geschehen. Die Hoffnung auf Erhalt der Gleimoase wächst.

Umbruch: Auf das Brunnenviertel bauen viele…

So ganz anders als der Wedding rund um die Müllerstraße ist das in der Nachkriegszeit kahlschlagsanierte Brunnenviertel rund um die Brunnenstraße. Nicht nur fehlen hier weitgehend die typischen Altbauten – selbst Nachkriegsbauten stehen dort auf der Abrissliste. Wie kein anderes Gebiet im Wedding und in Gesundbrunnen, so beobachtet unser Autor Andrei Schnell, ist das Viertel baulich im Umbruch…

Ludi auf der niederländischen Forumseite skyscrapercity wird bald wieder zu tun haben. Bislang hat er unter dem Thread Brunnenviertel eine beachtliche Menge an Fotos hochgeladen, die sich mit der Flächensanierung (von einigen auch Kahlschlag genannt) im Brunnenviertel (die in den 60er Jahren begann) auseinandersetzen. Aufgrund der gestiegenen Mieten in Berlin lohnen sich offenbar auch wieder Investitionen. Im Brunnenviertel steht einiges auf der Agenda.

Wer gründete die Gleim-Oase?

(C)  www.gleim-oase.de
(C) www.gleim-oase.de

Bürgerwissen über den Ursprung einer Verkehrsinsel gesucht! Im Wedding/Gesundbrunnen gibt es seit 1985 eine besondere Verkehrsinsel. Sie ist mit ihren schätzungsweise 530 qm nicht nur besonders groß (gar die größte?), und mit ihren Bäumchen nicht nur die grünste, sondern sehr wahrscheinlich auch eine der geheimnisvollsten. Die beiden Paten Dunja Berndt und Holger Eckert fragen sich, durch welche Umstände es überhaupt zum Bau der Verkehrsinsel Gleim-Oase kam…