Ex-Diesterweg: Eine Schule, keine Schule, eine Schule

Die alte Schule in der Putbusser Straße im Brunnenviertel soll wieder eine Schule werden. Foto: Hensel

Seit acht Jahren steht das ehemalige Schulgelände in der Putbusser Straße 12 im Brunnenviertel leer. Der markante orangefarbene Bau aus den 1970er Jahren ist seit 2011 ungenutzt und verfällt. Nach einem langen und komplizierten Prozess soll der Standort nun wieder vor allem das werden, was er einst war: eine Schule. Das haben die Bezirksverordneten auf ihrer Sitzung Ende November beschlossen.

Die „Speisekammer“ vor der Stephanuskirche in Gefahr

Foto: Robert Schimanek

24.11.2019 Eine der konfliktträchtigsten und hässlichsten Ecken im Wedding hat innerhalb weniger Monate ihr Erscheinungsbild völlig verwandelt: Die Soldiner Straße Ecke Prinzenallee wurde durch einen Imbisswagen vor der Stephanuskirche und eine Sitzgelegenheit enorm aufgewertet. Leider liegt bis heute keine Genehmigung des Wagens durch die Denkmalschutzbehörde vor. Diese wäre erforderlich gewesen, weil die platzbeherrschende Kirche ein Baudenkmal ist und durch den Imbiss teilweise verdeckt ist. Der Weiterbetrieb der „Speisekammer“ ist ohne Genehmigung in Gefahr. Der Quartiersrat Soldiner Straße/Wollankstraße appelliert nun an die Behörde, diese für den Zusammenhalt so wichtige Institution nicht vom Platz zu verbannen.

Das Wichtigste der Woche im Wedding

9.11.2019 Vor 30 Jahren fiel die Mauer, direkt hinein in den Wedding sozusagen, denn am 9. November 1989 um 22.41 Uhr wurden die Tore an der Bösebrücke geöffnet und die Ostberliner strömten an der Bornholmer Straße in den Westen. Berlin feiert das denkwürdige Ereignis mit einer Festivalwoche; die spektakulärsten Aktionen finden mit Projektionen am Alex und mit der Instagram-tauglichen Aktion „Visions in Motion“ auf der Straße des 17. Juni statt. Moment? War da nicht was an der Bösebrücke? Nun, in der Festivalwoche hat man diesen Ort einfach mal komplett ausgelassen. 

Goodbye Stattbad, und danke für den Fisch

Stattbad Wedding, alles ruhig auf der Gerichtstraße?
Stattbad Wedding, alles ruhig auf der Gerichtstraße?

Jetzt sollte es auch wirklich der allerletzte Insasse unserer kleinen Kiez-Anstalt mitbekommen haben: Der Wedding verändert sich. Und das Dragoner-Areal in Kreuzberg? Das wird bebaut. Vorher wird jedoch erst einmal heimlich, still und leise abgerissen, und zwar genau jenes Gebäude, welches von der Straße aus derzeit noch fast völlig intakt aussieht. Die Rede ist vom Stadtbad Wedding. Als ehemaliger Anwohner war ich aus ganz unterschiedlichen Gründen nie wirklich ein großer Freund dieser Einrichtung. Doch hat es solch ein schändliches Ende wirklich verdient? Einfach mit dem Kran von hinten erdolcht und abgerissen zu werden? Ich sage, Goodbye Stattbad, und danke für den Fisch.

Kommentar: Falsch verstandener Denkmalschutz

Warum die „Beamtenlaufbahn“ weg kann

wp-1460131102890.jpegSie wird nicht mehr gebraucht, und sie stört: Der Verbindungsgang zwischen dem Rathaus Wedding und dem jetzigen Jobcenter, ironisch „Beamtenlaufbahn“ getauft, blockiert die Blickachse zwischen Müllerstraße und dem Campus der Beuth-Hochschule für Technik.

Er zerschneidet die Limburger Straße, die in den 1960er Jahre noch erfahrbar am Rathaus Wedding in die Müllerstraße mündete – bis zwischen 1964 und 1966 der Rathausneubau samt Verbindungsbrücke gebaut wurde, die Mitarbeitern und Besuchern einen einfachen Übergang zwischen Alt- und Neubau gewährleistete.

Diese Brücke ist jetzt nicht mehr erforderlich. Ein Abriss wäre nur konsequent, auch weil der öffentliche Raum, den der Gang zerschneidet, derzeit neu geordnet und gestaltet wird. Das „Bildungsband“, das sich vom Zeppelinplatz über den Platz am Rathaus (»Elise-und-Otto-Hampel-Platz«) bis zum Leopoldplatz ziehen soll, wird hier unterbrochen. Für die Entfernung dieser Barriere plädierten nicht nur die Landschaftsarchitekten, die die Planungen für das neue Rathausumfeld entwickelten, sondern auch die meisten Bürger, die an den Workshops und Informationsveranstaltungen teilnahmen.